09.02.2018, 10:23 Uhr

Frauen und Technik: Der Medizin-Trick

IT in Kombination mit Medizin macht die Technik für Frauen attraktiver. (Foto: MEV)

Viele Initiativen und Förderprogramme haben das Ziel, mehr Frauen in die Technik zu bekommen.

ÖSTERREICH. Der Frauenanteil in technischen Berufen hat sich trotz Förderprogrammen nur leicht erhöht. Immer noch gibt es viel Luft nach oben. So sind etwa im Bereich Informatik Frauen stark unterrepräsentiert. Der HTL Spengergasse in Wien ist es in den vergangenen Jahren dennoch gelungen, viele junge Frauen für Informatik zu begeistern.

Das Zauberwort "Medizin"

Dies gelang mit dem 2010 ins Leben gerufenen Zweig Biomedizin- und Gesundheitstechnik mit Schwerpunkt Medizininformatik, der heute zur Hälfte von jungen Frauen absolviert wird. Zum Vergleich: "Der Mädchenanteil im Informatikzweig liegt bei zehn bis 15 Prozent", sagt Georg Bruckner im Gespräch mit meinbezirk.at. Er hat den Zweig Biomedizin- und Gesundheitstechnik an der HTL Spengergasse aufgebaut. "Das Ziel, den Frauenanteil zu erhöhen, ist voll aufgegangen", resümiert der pensionierte HTL-Lehrer. Bei dem Zweig handle es sich im Grunde um eine Informatikausbildung, wie Bruckner betont. Doch scheine Informatik in Kombination mit Medizin oder Gesundheit auf junge Frauen anziehender zu wirken.

Technikinteresse schon in Volksschule fördern

Was das Interesse an Technik generell angeht, hat Bruckner einen Rat und eine Vermutug: "Die Begeisterung für Technik muss schon im Volksschulalter passieren. Das Problem ist vermutlich aber, dass in den Volksschulen hauptsächlich Frauen unterrichten, die eher wenig Bezug zu Technik haben."

Lehranstalt mit kaiserlich-königlicher Tradition

Derzeit laufen die Aufnahmeverfahren für das kommende Schuljahr. Bis Freitag 23.2. können sich Interessierte anmelden, um im ersten Reihungsverfahren berücksichtigt zu werden. Die HTL Spengergasse feiert dieses Jahr übrigens ihr 260-jähriges Bestehen. 1758 wurde die "k.k. Commerzialzeichnungsakademie" von Maria Theresia gegründet. Anlass zur Gründung war der Mangel an Fachkräften in der Textilindustrie. Heute heißt die Ausbildung im Textilbereich "Interior- und Surfacedesign" und spielt heute neben den technischen Zweigen wie Informatik nur noch eine kleine Rolle.

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Leserbrief einer Volksschullehrerin: Wunderwuzzi oder Sündenbock

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