Ein klares Wasser einschenken

Das Wasser aus den Hausbrunnen von Pridahof ist verunreinigt und nicht genießbar. Fotos: WOCHE, KK
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Eine Untersuchung von acht Brunnen in Pridahof zeigte bakteriologische Verunreinigung auf. Das Wasser ist ungenießbar.

"Es dürfte Ihnen schon länger bekannt sein, dass das Wasser in den Hausbrunnen von Pridahof als Trinkwasser nicht geeignet ist“, beginnt ein Schreiben der Gemeinde Radkersburg Umgebung an die Bewohner des Ortsteiles Pridahof. Etwa 80 Bewohner leben hier in 32 Haushalten. Einen Anschluss an das öffentlich Netz gibt es nicht. Trinkwasser ist hier eine kostspielige Angelegenheit – oder ein Spiel mit der Gesundheit. Die Bewohner des Dorfes Pridahof kaufen Mineralwasser oder besorgen sich Wasser aus anderen Orten.
Bekannt ist die gesundheitsschädliche Wasserqualität schon länger. Eine erste Untersuchung des Wassers aus den Hausbrunnen wurde von der Gemeinde 1996 im Zuge des Kanalbaues vorgenommen. „Schon damals zeigte es sich, dass die untersuchten Hausbrunnen bakteriologisch verunreinigt waren“, weiß Bürgermeister Heinrich Schmidlechner zu berichten. Im Zuge einer Brunnensanierung im Vorjahr wurde das Problem wieder erneut aufgezeigt.

Ursache weiter unbekannt

Eine Familie aus dem kleinen Dorf ließ sich von einem Fachmann den Hausbrunnen sanieren. Das Wasser wurde ausgepumpt, der Brunnen auf den letzten baulichen Stand gebracht. Etwa drei Monate später war das Wasser aber wieder in gleich schlechtem Zustand wie zuvor. „Wir ordneten darauf in Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft Radkersburg und der Baubezirksleitung Feldbach eine Untersuchung von acht Hausbrunnen an“, erzählt Schmidlechner von der weiteren Vorgangsweise. Untersucht wurde auch die Strömung des Grundwassers. Eine Ursache der Wasserverunreinigung konnte allerdings noch nicht nachgewiesen werden. Amtsarzt Gerhard Pracher von der BH Radkersburg schreibt in seiner Stellungnahme von einer „massiven bakteriologischen Verunreinigung“. Das Auftreten dieser Art von Keimen gilt üblicherweise als sicheres Zeichen einer fäkalen Verunreinigung. „Aufgrund dieser hochgradigen Verunreinigung ist das Wasser aus oben genannten Wasserversorgungsanlagen für menschliche Genusszwecke nicht geeignet“, führt der Amtsarzt weiter aus. Sogar Abkochen führe nicht zu Genusstauglichkeit. Auch den Besitzern der nicht untersuchten Brunnen wird geraten, sich an diese Stellungnahme des Amtsarztes zu halten.
Bürgermeister Schmidlechner plant als nächsten Schritt eine Bürgerversammlung. Das Thema eines Anschlusses an das öffentliche Netz – die Leitung der GSO endet in Nachbargemeinde Halbenrain – soll besprochen werden.

Pridahof gehört zur Gemeinde Radkersburg Umgebung. In 32 Haushalten des Dorfes leben etwa 80 Personen.
Nach einer Untersuchung von acht Hausbrunnen liegt eine Stellungnahme des Amtsarztes vor. Nachgewiesen wurde eine
massive Überschreitung der
Gesamtkeimzahl und hohe
Keimzahlen von coliformen
Bakterien, Escherichia coli und
Enterokokken.

6 Fragen an
Bürgermeister Heinrich Schmidlecher

Wie lange ist die schlechte Wasserqualität der Hausbrunnen von Pridahof schon bekannt?

1996 gab es Untersuchungen im Zuge des Kanalbaus. Es war aber auch schon vorher bekannt.

Warum wurden im Juni 2010 weitere Untersuchungen angeordnet?

Bei der Sanierung eines Hausbrunnens wurden gleich darauf wieder schlechte Werte festgestellt. Es wurden nun acht Brunnen untersucht.

Warum gibt es das Ergebnis erst acht Monate später?

Das hat zwei Gründe. Wir haben auch die Grundwasserströme untersucht und diese Ergebnisse erst im Dezember erhalten. Dann konnten wir erst die Stellungnahme von Amtsarzt Gerhard Pracher einholen.

Ist auch die Ursache der Verunreinigung bekannt?

Die ist nicht bekannt. Die Verunreinigung ist nicht chemisch, sondern bakteriologisch, was auf eine fäkale Verunreinigung schließen lässt. Die Landwirtschaft ist in diesem Teil nicht so groß und intensiv. Verdächtig ist auch der Ledererbach.

Was wird nun weiter unternommen?

Wir planen eine Bürgerversammlung Ende März oder Anfang April. Dabei wird auch die Möglichkeit eines öffentlichen Anschlusses zur Sprache kommen. Ein Anschluss an die GSO-Leitung, die in Halbenrain endet, wäre machbar. Das ist aber natürlich mit Kosten verbunden. Zahlen wird es bei der Bürgerversammlung geben.

Wie sieht es mit der öffentlichen Wasserversorgung in Radkersburg Umgebung aus?

Entlang der Grenze zu Bad Radkersburg werden Haushalte von der Stadt mitversorgt. Das sind etwa 15 Prozent der Gemeindebevölkerung. Sonst gibt es keine.

walter.schmidbauer@aon.at

Wo: Pridahof, Radkersberg Umgebung auf Karte anzeigen
Das Wasser aus den Hausbrunnen von Pridahof ist verunreinigt und nicht genießbar. Fotos: WOCHE, KK
Das Wasser der Brunnen ist für menschliche Genusszwecke nicht geeignet.
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