Grünflächen entscheidend
Diese steirischen Städte sind laut Analyse die größten Hitzeinseln

Sommer, Sonne, Sonnenschein: Die Sommer in Leibnitz werden nicht nur spürbar, sondern auch tatsächlich heißer. | Foto: MeinBezirk/Simon Michl
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  • Sommer, Sonne, Sonnenschein: Die Sommer in Leibnitz werden nicht nur spürbar, sondern auch tatsächlich heißer.
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„36 Grad und es wird noch heißer“, heißt es in einem bekannten Sommerhit. Die 36 Grad wurden in der Steiermark in diesem Jahr zwar noch nicht erreicht, doch die Hitze hat das Land derzeit fest im Griff. Wie ein hoher Grünflächenanteil in Städten kühlend wirkt und welche steirischen Städte als besondere Hitzeinseln gelten, hat Greenpeace in einer aktuellen Analyse gezeigt.

STEIERMARK. Die Hitzewelle hat die Steiermark weiterhin fest im Griff. Temperaturen von bis zu 35 Grad lassen besonders die Menschen in den Städten ordentlich schwitzen. Dabei wird die Hitze nicht überall gleichermaßen belastend empfunden. Einen wesentlichen Unterschied macht dahingehend der Grünanteil in städtischen Gebieten, wie Melanie Ebner, Expertin für Boden- und Naturschutz bei Greenpeace Österreich, erklärt: „Bäume und Grünflächen sind das beste Mittel gegen Hitze, denn sie kühlen ihre Umgebung spürbar.“ Gerade in der akuten Hitzewelle merke man schnell, wo Schatten spendende Bäume und kühlende Grünflächen fehlen würden, weiß die Expertin.

Bäume und Parks gelten als natürliche Klimaanlagen einer Stadt und können die Temperatur an Hitzetagen drastisch senken.  | Foto: pexels / Egor Komarov
  • Bäume und Parks gelten als natürliche Klimaanlagen einer Stadt und können die Temperatur an Hitzetagen drastisch senken.
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Vor diesem Hintergrund hat die Umweltschutzorganisation in einer Satellitendaten-Analyse die Hitzebelastung in Österreichs Städten in Hinblick auf deren Grünflächenanteil untersucht. Und diese zeigt: „In zahlreichen Städten in Österreich wird es oft unerträglich heiß. Beton und Asphalt verstärken diesen Effekt”, so Ebner. Unter die Lupe genommen wurde der Grünflächenanteil der 80 größten Städte Österreichs ab 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Diese Daten wurden anschließend mit der Gesamtanzahl der Hitzetage im Jahr 2025 zusammengeführt. Damit soll gezeigt werden, wo der Bedarf an Begrünung am akutesten ist.

Leibnitz ist steirischer „Hotspot“

In der Analyse wurden die Städte nach dem Hitzeindex in fünf Stufen eingeteilt, wobei Stufe fünf eine sehr hohe Hitzebelastung bedeutet. Besonders viele Hitzetage (Tage mit Temperaturen über 30 Grad) und damit in der Stufe 5 befinden sich vorwiegend Städte im Süden und Osten Österreichs. Mit einer sehr hohen Belastung stachen im Vorjahr Wolfsberg, St. Veit, Völkermarkt, Wien, Eisenstadt und Leibnitz hervor, wobei die steirische Stadt mit 36,8 Prozent zumindest einen moderaten Grünanteil aufweise, teilt man seitens Greenpeace mit. Zum Vergleich: Wolfsberg weist mit 17,5 Prozent den geringsten Grünanteil und mit 40 Hitzetagen im Jahr 2025 zugleich die höchste Hitzebelastung auf. So oder so, Handlungsbedarf bestehe in allen genannten Städten.

Stufe 4: Hohe Hitzebelastung
    • Seiersberg: 31 Hitzetage, 27,9 Prozent Grünanteil
    • Feldbach: 32 Hitzetage, 30, 1 Prozent Grünanteil
    • Deutschlandsberg: 29 Hitzetage, 31,9 Prozent Grünanteil
    • Graz: 32 Hitzetage, 32,2 Prozent Grünanteil
    • Fürstenfeld: 33 Hitzetage, 38,9 Prozent Grünanteil
Stufe 3: Mittlere Hitzebelastung
    • Knittelfeld: 21 Hitzetage, 24,6 Prozent Grünanteil
    • Kapfenberg: 23 Hitzetage, 26,5 Prozent Grünanteil
    • Gleisdorf: 25 Hitzetage, 30,6 Prozent Grünanteil
    • Bruck an der Mur: 24 Hitzetage, 33,7 Prozent Grünanteil
    • Weiz: 19 Hitzetage, 34,8 Prozent Grünanteil
    • Leoben: 24 Hitzetage, 37,4 Prozent Grünanteil

Eine interaktive Karte aller untersuchten Städte Österreichs in Bezug auf deren Grünanteil findest du hier!

"Blumenwiese statt Betonwüste": Greenpeace appelliert an die Städte, aktiv zu werden. | Foto: Greenpeace/Mitja Kobal
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Bäume pflanzen: besser heute als morgen

Einen Appell für mehr Grün richtet dieser Tage auch der Österreichische Verkehrsclub (VCÖ) an Städte und Gemeinden. Den Straßenraum an den Klimawandel anpassen heißt konkret, im Straßenraum Bäume zu pflanzen sowie Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. Schatten, etwa durch Bäume, reduzieren die Oberflächentemperatur von Asphalt um bis zu 25 Grad Celsius, verdeutlicht der VCÖ. 

Die Expertinnen und Experten von Greenpeace sehen in der Analyse ebenfalls einen Auftrag zum Handeln: „Der beste Zeitpunkt, um Österreichs Städte langfristig gegen Hitzewellen zu wappnen, ist jetzt. Denn je schneller schattenspendende Bäume und kühlende Grünflächen die Chance haben zu wachsen, desto besser können sie den betroffenen Menschen erholsame Abkühlung bringen.“

"Grün statt Grau" – die Vorteile:

  • Kühlung an Hitzetagen: Bäume spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung. Dadurch können Grünflächen die Temperatur in dicht verbauten Bereichen deutlich senken.

  • Schutz vor Starkregen: Unversiegelte Böden nehmen Regenwasser auf und speichern es. Das entlastet die Kanalisation und kann das Risiko von Überflutungen verringern.

  • Bessere Luftqualität: Bäume und Sträucher filtern Feinstaub aus der Luft und tragen zu einem angenehmeren Stadtklima bei.

  • Weniger Lärm: Begrünte Flächen und Baumreihen können Verkehrslärm dämpfen und so die Wohn- und Aufenthaltsqualität verbessern.

  • Mehr Artenvielfalt: Parks, Baumalleen und andere Grünräume bieten wichtige Lebensräume für Vögel, Insekten und andere Tiere.

  • Höhere Lebensqualität: Schattige Parks und begrünte Plätze schaffen Erholungsräume, fördern Begegnungen und machen Städte lebenswerter.

Quelle: Greenpeace


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