Drei von zehn Haushalten besitzen Jahreskarte
Steiermark hinkt bei Öffi-Tickets hinterher
- Neben der Leistbarkeit ist auch die Qualität sowie die Quantität des Angebotes für eine Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel entscheidend.
- Foto: Pau Casals / Unsplash
- hochgeladen von Sarah Konrad
In Zeiten hoher Spritpreise rücken die öffentlichen Verkehrsmittel als Fortbewegungsmittel der Wahl noch stärker in den Fokus. Durch den Umstieg auf Bus, Bahn oder Bim und den Kauf einer Öffi-Jahreskarte lässt sich laut Einschätzung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) viel Geld sparen. In der Steiermark besitzen derzeit knapp drei von zehn Haushalten zumindest ein Jahresticket. Luft nach oben gibt es, wie auch der Bundesländervergleich zeigt.
STEIERMARK. Aktuell besitzen in der Steiermark bereits 164.000 Haushalte mindestens eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Bundesländervergleich kommt die Steiermark mit etwa 28,5 Prozent der Haushalte im unteren Mittelfeld zu liegen (siehe Infobox).
Anteil der Haushalte mit einer Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr
- Österreich: 40,4 Prozent
- Wien: 74,6 Prozent
- Salzburg: 36,5 Prozent
- Tirol: 36,2 Prozent
- Vorarlberg: 33,4 Prozent
- Niederösterreich: 31,9 Prozent
- Oberösterreich: 28,9 Prozent
- Steiermark: 28,5 Prozent
- Burgenland: 19,4 Prozent
- Kärnten: 18,2 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026
Ein Jahr Öffis oder 1.000 Kilometer Autofahren
Es gibt also noch Luft nach oben. Dabei würde sich der Umstieg nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Geldbörse lohnen: „In Zeiten steigender Spritpreise kann sich die Bevölkerung durch den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr mit der Jahreskarte besonders viel Geld sparen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
Das Klimaticket Steiermark, mit dem ein ganzes Jahr lang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Steiermark gefahren werden kann, kostet derzeit 514 Euro. Ab 1. Juli wird der Preis um 18 Euro auf 532 Euro erhöht. Legt man das amtliche Kilometergeld zugrunde, kommt man zum aktuellen Preis des Klimatickets Steiermark mit dem Auto nur 1.028 Kilometer weit, rechnet der VCÖ vor. Das entspreche im Schnitt etwas mehr als einem Monat Autofahren. Mit Ende 2025 waren übrigens rund 101.000 Klimatickets Steiermark aktiv. Das gab der Verkehrsverbund unlängst am Tag der steirischen Öffis mit.
- Die Steiermark liegt beim Anteil der Haushalte mit Öffi-Jahreskarte im unteren Mittelfeld. Nur im Burgenland und Kärnten gibt es anteilsmäßig weniger Haushalte mit zumindest einem Jahresticket für den öffentlichen Verkehr.
- Foto: MeinBezirk.at/Karl Heinz Ferk
- hochgeladen von Sarah Konrad
Leistbarkeit, Frequenz und Qualität entscheidend
Neben der Leistbarkeit spielt auch das Angebot eine zentrale Rolle. Der VCÖ plädiert dahingehend auf einen verstärkten Ausbau der öffentlichen Verkehrsverbindungen und eine Erhöhung der Bus- und Bahnverbindungen in der Steiermark. Die Qualität der Infrastruktur darf ebenso wenig vernachlässigt werden. Der VCÖ hat vor diesem Hintergrund erst kürzlich einen Fahrgast-Check gestartet. Die Bevölkerung hat noch bis 30. April die Möglichkeit, auf einer Online-Karte Mängel bei Bushaltestellen einzutragen und Verbesserungsbedarf aufzuzeigen. Der VCÖ sammelt die Einträge und leitet das Feedback in weiterer Folge an die zuständigen Stellen weiter.
„Eine Lehre aus der Ölpreis-Rallye durch den Iran-Krieg muss sein, dass wir die Erdölabhängigkeit des Verkehrs rasch deutlich verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, spielt der Öffentliche Verkehr eine zentrale Rolle“, unterstreicht Schwendinger noch einmal die Bedeutung der Öffis.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.