116 Millionen Fahrten
Verkehrsverbund zieht am Tag der steirischen Öffis Erfolgsbilanz

Die Eröffnung der Koralmbahn am 14. Dezember war für die ÖBB erst der Anfang.  | Foto: ÖBB
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  • Die Eröffnung der Koralmbahn am 14. Dezember war für die ÖBB erst der Anfang.
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Die Inbetriebnahme der Koralmbahn und der größte Fahrplanwechsel in der Geschichte des öffentlichen Verkehrs prägten das Jahr 2025 in der Steiermark. Am Tag der steirischen Öffis zogen Landesrätin Claudia Holzer und Vertreter des Verkehrsverbundes Steiermark Bilanz über das vergangene Jahr und gaben zudem einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im öffentlichen Verkehr der Steiermark. 

STEIERMARK. „Der öffentliche Verkehr in der Steiermark boomt“, zieht Peter Gspaltl, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Steiermark, am vierten Tag der steirischen Öffis am Montag eine überaus erfreuliche Bilanz. Die Zahlen geben ihm recht: 116 Millionen Fahrten wurden vergangenes Jahr mit den steirischen Öffis verzeichnet, die S-Bahn erzielte mit über 55.600 täglichen Fahrgästen einen neuen Rekord, und auch die Zahl der Klimatickets nimmt eine positive Entwicklung: Knapp 101.000 KlimaTickets – um über 4.800 Tickets beziehungsweise fünf Prozent mehr als im Jahr davor – waren Ende des Jahres in der Steiermark aktiv (siehe Infobox).

Der 100.000ste KlimaTicket-Steiermark-Besitzer Martin Oberluggauer (r.) wurde am Montag auf die Bühne gebeten und von Landesrätin Claudia Holzer und Geschäftsführer Peter Gspaltl geehrt. | Foto: Harry Schiffer
  • Der 100.000ste KlimaTicket-Steiermark-Besitzer Martin Oberluggauer (r.) wurde am Montag auf die Bühne gebeten und von Landesrätin Claudia Holzer und Geschäftsführer Peter Gspaltl geehrt.
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Das 100.000. Klimaticket erwarb übrigens Martin Oberluggauer. Der Liebocher wurde am Montag im Rahmen der Pressekonfernez auf die Bühne gebeten und mit Blumen sowie einem Klimaticket in Übergröße geehrt. „Es ist einfach g'miatlich im Zug zu sitzen“, meinte der junge Mann und lobte besonders die Verbindung von Lieboch nach Graz. So nutze er den Zug nicht nur täglich, um zur Arbeit zu kommen, sondern auch gerne für private Wege. 

Der Verkehrsverbund Steiermark in Zahlen

Seit 1994 ist der Verkehrsverbund Steiermark unter dem Namen „Verbund Linie“ aktiv und damit ein einheitlicher, steiermarkweit gültiger Verbundtarif eingeführt. Neben der Tariforganisation koordiniert der Verkehrsverbund das gesamte Verkehrsangebot und arbeitet dabei mit 35 Verkehrsunternehmen zusammen. Seit 1. März ist auch die Westbahn Teil dieser „Familie“. Die Zahl an verkauften Tickets bestätigt den Erfolg:

  • 8.004.562 Millionen Verbundfahrkarten und 79.364 Freizeit-Tickets wurden 2025 verkauft

  • Mehr als 121.951 KlimaTickets wurden Ende 2025 von den Steirerinnen und Steirern genutzt: Rund 101.000 KlimaTickets Steiermark und über 21.000 KlimaTickets Österreich.

  • Darüber hinaus sind in der Steiermark aktuell 85.698 Schüler-/Lehrlings-/Top-Tickets sowie 11.353 Top-Tickets für Studierende im Umlauf.

Mehr Attraktivität durch Koralmbahn, Westbahn und Co.

„Wenn das Angebot attraktiv ist, wird es auch angenommen“, ist die zuständige Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) überzeugt. Einen deutlichen Anstieg der „Attraktivität“ habe nicht zuletzt die Inbetriebnahme der Koralmbahn gebracht, welche seit dem 14. Dezember die beiden Landeshauptstädte Graz und Klagenfurt innerhalb von nur 41 Minuten verbindet. Ihren Dank richtet die Verkehrslandesrätin am Montag nicht nur an alle Planerinnen und Planer beziehungsweise am Jahrhundertprojekt beteiligten Personen, sondern auch an alle Fahrgäste, „dass sie beim Fahrplanwechsel so mitgezogen sind“. Schließlich hätten sich damit 90 Prozent der Zug- und 60 Prozent der Busfahrpläne geändert.

Apropos Änderung: Seit 1. März ist auch die Westbahn Mitglied der steirischen „Öffi-Familie“ – oder umgekehrt die Steiermark „Teil der Rosine“, wie es Geschäftsführer Thomas Posch ausdrückt. Man habe der Westbahn lange Zeit vorgehalten, sich mit Strecken wie Wien-Salzburg die „Rosinen herauszupicken“. Dann seien nach und nach Verbindungen hinzugekommen, etwa nach München oder Tirol – und nun eben auch in die Steiermark und nach Kärnten. 

„Erstmals verbindet die Westbahn Wien, Graz, Bruck an der Mur, Klagenfurt, Villach und weitere Halte und bringt damit mehr Wettbewerb, mehr Qualität und mehr Komfort für Bahnreisende.“
Thomas Posch, Geschäftsführer der Westbahn

Von Graz nach Villach in 69 Minuten – das bietet die Westbahn, gleich wie die ÖBB, an. | Foto: Lengsteiner
  • Von Graz nach Villach in 69 Minuten – das bietet die Westbahn, gleich wie die ÖBB, an.
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Neben der Westbahn führen neue Interregio-Verbindungen Richtung Maribor, Linz, Innsbruck und Klagenfurt zu einem neuen Niveau im Schnellzugnetz. Im Nahverkehr wiederum bieten S-Bahn und RegioBahn nun täglich rund zehn Prozent mehr Züge an. Und auch beim RegioBus kam es 2025 zu einer Ausweitung des Angebotes: Die weiß-grünen Busse legen täglich rund 129.000 Kilometer zurück. 

Graz mit Fahrgastaufkommen „alle Hände voll zu tun“

Mehr Fahrgäste und häufigere Verbindungen werden am vierten Tag der steirischen Öffis als großer Erfolg gefeiert. Dass damit auch gewisse Herausforderungen einhergehen, weiß Mark Perz, Vorstandsdirektor der Holding Graz, der damit zu tun hat, das „Mehr" an Fahrgästen vom Grazer Hauptbahnhof dann auch „weiterzubringen“. Wichtig sei vor diesem Hintergrund die Eröffnung der Neutorlinie gewesen, welche sich in den vergangenen Wochen – unter anderem am Faschingsdienstag – bereits mehrfach bewiesen habe.

Ende November wurde die Neutorlinie in Graz eröffnet.  | Foto: Holding Graz/Foto Fischer
  • Ende November wurde die Neutorlinie in Graz eröffnet.
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Große Hoffnungen setzt man beim Verkehrsverbund auch auf den zweigleisigen Ausbau der Linie 1 in Geidorf und Mariatrost. Dass Großbaustellen wie diese für die Bevölkerung natürlich eine große Herausforderung darstellen, ist dem Vorstandsdirektor dabei, wie er betont, bewusst. Er verweist dahingehend jedoch auf das Motto der Asfinag, das ihm in diesem Zusammenhang überaus passend erscheint, und erklärt: „Baustellen vergehen, Fortschritt bleibt“. 

Eine ähnliche Devise verfolgt man auch bei der ÖBB. „Wir stehen erst am Anfang einer echten Mobilitätswende“, sagt Peter Wallis, Regionalmanager der ÖBB und ergänzt: „Besonders der Semmering-Basistunnel wird zukünftig einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Mobilität in der Steiermark und darüber hinaus nachhaltig zu verändern." 

Am Tag der Steirischen Öffis wurden Zahlen und Pläne präsentiert.  | Foto: Ertl
  • Am Tag der Steirischen Öffis wurden Zahlen und Pläne präsentiert.
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Die steirischen Fahrplan-Highlights im Jahr 2026

Im Rahmen des Aktionstages wurden am Montag auch die „Top 10 Highlights im Fahrplan 2026“ vorgestellt. Hier ein Überblick: 

  • Fernverkehr Graz – Wien/Klagenfurt/Villach: Durchgehender täglicher Railjet-Stundentakt von Graz nach Wien bzw. Klagenfurt undVillach sowie Stundentakt von/nach Wien als beschleunigter Railjet Xpress; Neu sind fünf tägliche Verbindungen der Westbahn von Graz nach Wien bzw. Klagenfurt und Villach mit dem schnellsten Zug Österreichs sowie mehreren Stopps entlang der Südstrecke. 
  • Kürzere Reisezeit: Graz – Klagenfurt in nur 41 Minuten (RJX), Graz – Salzburg eine halbe Stunde schneller (bei Umstieg in Villach) und Graz – Weststeiermark in nur 16 Minuten
  • Von der Steiermark in die Welt: Durch die neuen Railjet Xpress- sowie Interregio-Verbindungen gelangt man von Graz aus ohne Umstieg nach Frankfurt, München, Zürich, Triest, Venedig, Prag, Budapest und Ljubljana. Ein Highlight ist zudem der tägliche Stundentakt zwischen Graz und Marburg mit einer Fahrzeit von unter einer Stunde. 
  • S1 von Mürzzuschlag nach Spielfeld-Straß: Neu ist, dass die S1 nun durchgehend von Mürzzuschlag bis Spielfeld-Straß verläuft und kein Umstieg mehr in Graz erforderlich ist. 
  • Besseres Angebot in der Weststeiermark: Das S-Bahn-Angebot Richtung Weststeiermark wurde um 40 Prozent erweitert. Zur Hauptverkehrszeit gibt es beispielsweise einen Halbstundentakt auf der S6 zwischen Graz und Wies-Eibiswald; ansonsten einen Stundentakt. 
  • Neue Interregio-Linie „Aichfeld“: Durch Überlagerung der S8 mit der neuen Interregio-Verbindung „Aichfeld“ gibt es etwa in Judenburg, Knittelfeld und Zeltweg im Halbstundentakt eine Verbindung Richtung Bruck. Vom Aichfeld aus gibt es nun 34 Verbindungen pro Tag nach Wien. Zwei umsteigefreie Direktzüge bleiben bestehen. Nach Graz gib es alle zwei Stunden Direktzüge. 
  • Direktverbindungen Palten-Liesing-Tal: Die Linie R9 fährt aus dem Palten-Liesing-Tal stündlich (vormittags und wochenends alle zwei Stunden) direkt nach Bruck an der Mur. Ein Umstieg in St. Michael ist nicht mehr notwendig. 
  • Ennstal und Schülerverkehr: Die Bahnlinie R70 endet nicht mehr in Stainach-Irdning, sondern wurde bis nach Selzthal verlängert. Neu ist zudem, dass in der Früh ein Schülerzug vom Salzkammergut über Liezen und Selzthal nach Admont verkehrt. 
  • Neue Regio-Bus-Linie zum Bahnhof Weststeiermark: Der neue RegioBus 764 verbindet das Zentrum von Deutschlandsberg mittlerweile im Stundentakt mit dem Bahnhof Weststeiermark und damit mit den Fernverkehrszügen. 
  • Anpassungen in den Stadtverkehren: In Leoben etwa fahren die Hauptlinien nach Donawitz, Göß und Lerchenfeld mittlerweile im 20-Minuten-Takt; in Aichfeld wurde das gesamte Liniensystem um vier Minuten vorverlegt. 
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