Notfall-CT Feldbach
Zweites CT-Gerät am LKH sichert die Akutversorgung vor Ort
- Radiologietechnologin Alexandra Lampichler, Andreas List, Leiter der Radiologietechnologie, Primarius Gerald Wolf, Leiter Institut für Radiologie LKH Oststeiermark und Radiologietechnologin Lilian Edelsbrunner (v. l.) mit dem neuen CT-Gerät
- Foto: LKH Oststeiermark
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Das LKH Oststeiermark stärkt mit einem zweiten Computertomographen am Spitalsstandort Feldbach die Notfallversorgung in der Region.
FELDBACH. Am Standort Feldbach des LKH Oststeiermark wurde technisch aufgerüstet: Ein zweites CT-Gerät, intern Schockraum-CT genannt, wurde kürzlich in Betrieb genommen.
Als Traumazentrum der Stufe II und mit einer Abteilung für Neurologie ist der Krankenhausstandort Feldbach die zentrale Anlaufstelle der Region in der Akutversorgung – sowohl bei schweren Unfallverletzungen als auch bei Schlaganfällen. In solchen Notfällen ist eine rasche Computertomographie (CT) unverzichtbar, denn oft entscheidet jede Sekunde über den weiteren Verlauf. Umso bedeutender ist eine verlässliche und ausfallsichere CT Versorgung am Standort Feldbach für die medizinische Betreuung der Bevölkerung.
Primarius Gerald Wolf, Leiter des Instituts für Radiologie, bringt es auf den Punkt: „Wenn das CT in Feldbach nicht verfügbar ist, müssten Patientinnen und Patienten nach Graz verlegt werden.“ Mit der Anschaffung eines zweiten CT-Geräts sei daher gezielt vorgesorgt worden und die Akutversorgung in der Region nachhaltig gestärkt.
- Das neue CT-Gerät mit Narkosemaschine (rechts)
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Mehr Kapazität für innovative Therapien
Neben der diagnostischen Anwendung eröffnet die moderne CT-Technologie heute vielfältige Möglichkeiten in der Therapie. So können etwa Organbiopsien mittels Computertomographie besonders präzise durchgeführt werden. Auch in der Schmerztherapie kommt das CT zum Einsatz, wenn beispielsweise bei Bandscheibenvorfällen dank dieser Technologie Schmerzmitteldepots millimetergenau dort verabreicht werden können, wo sie wirken sollen. Eine weitere CT-gestützte Behandlungsmethode ist die Radiofrequenzablation bei Krebserkrankungen, die vor allem bei älteren Patientinnen und Patienten angewendet werden kann. Dabei werden Metastasen gezielt lokal zerstört.
Derartige Eingriffe sind in der Regel planbar, erfordern jedoch entsprechende zeitliche Ressourcen. „All diese modernen, schonenden Behandlungsmethoden können wir dank des zweiten CT in Feldbach nun wieder verstärkt anbieten, mit der Sicherheit, dass im Akutfall jederzeit ein CT zur Verfügung steht“, zeigt sich Wolf erfreut.
Entlastung für diagnostische Schnittstelle
Bildgebende Verfahren sind aus der modernen Krankenhausdiagnostik nicht mehr wegzudenken und bilden eine zentrale Grundlage für fundierte medizinische Entscheidungen. Oder wie es der Leiter der Radiologietechnologie am Standort Feldbach, Andreas List formuliert: „Die Radiologie ist eine essenzielle Schnittstelle in jedem Krankenhaus, hier muss fast alles durch.“ Gleichzeitig ist dieser Bereich naturgemäß an die Verfügbarkeit der Geräte gebunden, und insbesondere im Akutfall lassen sich Untersuchungen weder verschieben noch absagen. Das zusätzliche CT- Gerät am Standort Feldbach sorge daher nicht nur für eine schnellere und verlässlichere Verfügbarkeit von Untersuchungen für alle Patientinnen und Patienten, sondern trüge auch maßgeblich zur Entlastung des gesamten Systems bei.
- Bei der Simulation im Jahr 2024 wurden Räumlichkeiten und Geräte des geplanten CT- Untersuchungsbereichs mit einfachen Mitteln in Originalgröße nachgebildet und Abläufe getestet. Die Ergebnisse wurden in der weiteren baulichen Planung berücksichtig.
- Foto: LKH Oststeiermark
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Planung bis ins Detail: Simulation als Erfolgsfaktor
Untergebracht ist das neue CT-Gerät dort, wo bis 2022 das MRT eingerichtet war. Mit der Inbetriebnahme des neuen MRT-Geräts im März 2022 wurden diese Räumlichkeiten frei und boten insbesondere für den Standort Feldbach, wo das Platzangebot beschränkt ist, gute Voraussetzungen für die Einrichtung des zweiten CT- Untersuchungsbereichs.
Bei der sorgfältigen Planung der neuen Untersuchungsräume mussten sowohl die vorhandenen baulichen Gegebenheiten als auch die besonderen Anforderungen an die Notfallversorgung berücksichtigt werden. So muss im Untersuchungsraum ausreichend Platz für Narkosemaschine und Notfallbett sowie für das Umlagern von schwerverletzten Personen zur Verfügung stehen. Um sicherzustellen, dass all diese Voraussetzungen bestmöglich umgesetzt werden können, wurden die Planungen mithilfe einer Simulation auf ihre
Tauglichkeit überprüft. Dafür wurden die Räumlichkeiten und Geräte in Originalgröße modellhaft nachgebaut und verschiedene Abläufe anhand realistischer Szenarien durchgespielt.
Das gesamte Team, das an der Simulation und Planung des neuen CT- Untersuchungsraums beteiligt war, ist von dem großen Nutzen einer solchen realistischen Testung überzeugt. Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen, sind sich alle einig und auch Wolf freut sich über die „tolle Nachnutzung bestehender Räumlichkeiten“.
Am LKH Oststeiermark ist man stolz auf das erfolgreich umgesetzte Projekt „Schockraum-CT“ – allen voran Primarius Gerald Wolf, der das Projekt in den letzten Jahren vorangetrieben hat und den großen Nutzen dieser Anschaffung herausstreicht: „Wir haben damit eine wesentliche Aufwertung der Patientensicherheit sowie der Notfallversorgung für die gesamte Region erreicht.“
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