38 Prozent der Höfe in Frauenhand
Die Südoststeiermark holt ihre Bäuerinnen ins Rampenlicht
- Bezirksbäuerin Maria Matzhold, Teichwirtin Marlies Haas und Magdalena Siegl, die Geschäftsführerin der Bäuerinnenorganisation Südoststeirmark zeigen: "Wo Frauen wirken, wächst Zukunft".
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Die UNO hat 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin ausgerufen. Viele Landwirtinnen leisten Großartiges, bekommen dafür aber noch immer nicht die Anerkennung, die ihnen zusteht. Deshalb beteiligt sich auch die Südoststeiermark an dieser Aktion und holt ihre Bäuerinnen vor den Vorhang.
SAAZ. Im „Internationalen Jahr der Bäuerin 2026“ rückt auch die Südoststeiermark ihre Landwirtinnen ins Rampenlicht. Teichwirtin Marlies Haas steht dabei stellvertretend für viele Bäuerinnen, die mit viel Innovation und Fachkompetenz Landwirtschaft gestalten.
- Teichwirtin Marlies Haas bei ihren Saazer Teichen, die sie seit 2019 mit viel Engagement und Leidenschaft wieder aufgebaut hat.
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Am Beispiel von Teichwirtin Marlies Haas mit ihren Saazer Teichen wird sichtbar, wie viel Mut, Innovation und Unternehmergeist hinter modernen bäuerlichen Betrieben steckt. „Gerade am Anfang muss man sich beweisen“, sagt Marlies Haas. Nicht selten werde sie gefragt, wo denn der Chef sei – worauf ihre Antwort lautet: „Hier bin ich.“ Marlies Haas ist Quereinsteigerin und hat die Saazer Teiche nicht von der Familie übernommen, sondern gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Wolfgang Zacharias neu aufgebaut. 2019 waren die historischen Teiche in Paldau zu haben, stillgelegt, die Dämme gebrochen und verlandet.
„Ein Jahr lang haben wir saniert“, erzählt Haas. Schritt für Schritt wurden die alten Teiche wieder instand gesetzt, allein die Baggerarbeiten machten rund 900 Stunden aus. Die Saazer Teiche gibt es bereits seit 1709. Heute bewirtschaftet Haas gemeinsam mit ihrem Partner insgesamt rund 45 Hektar Teichfläche, davon 25 Hektar in Saaz, wo sich auch die Zentrale befindet.
- Teichwirtin Marlies Haas hat die Saazer Teiche als Quereinsteigerin neu aufgebaut und zeigt, wie viel Innovationskraft und Unternehmergeist in der Landwirtschaft steckt.
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Neben ihrer Tätigkeit als Teichwirtin ist Haas auch Geschäftsführerin des Teichwirte- und Fischzüchterverbandes Steiermark, dem rund 350 Teichwirte angehören. Die Standbeine ihres Betriebes sind die Besatzfischzucht, die Fischproduktion und die Direktvermarktung. Besonders am Herzen liegt ihr der Karpfen: „Ich bin eine totale Verfechterin dieser Fischart.“ Für Haas geht es aber um noch mehr: Sie möchte das Bewusstsein für heimische Lebensmittel stärken. „Man muss sich fragen: Wo kommt unser Lebensmittel her? Wer macht es und wie?“.
Wasser wird zur größten Herausforderung
Eine der größten Herausforderungen der Zukunft ist für Haas der Klimawandel. Besonders der zunehmende Wassermangel macht der Teichwirtschaft zu schaffen. Was früher einfach abgelassen wurde, müsse heute wieder zurückgepumpt werden. „Wasser speichern ist das Gebot der Stunde“, sagt Haas.
Gleichzeitig seien Teiche weit mehr als reine Produktionsflächen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für das Mikroklima, die Insektenvielfalt und die Grundwassererhaltung, weil das Wasser vor Ort bleibt und wieder versickern kann. Haas sieht aber nicht nur klimatische Herausforderungen, sondern auch bürokratische Hürden bei der Wasserentnahme. Sie hofft auf Unterstützung und ein Umdenken. Gerade beim Thema Fischproduktion gebe es in Österreich noch großes Potenzial: Die Selbstversorgung liege derzeit bei rund acht Prozent, obwohl allein in der Steiermark rund 1.800 Hektar Teichflächen vorhanden wären.
- Vertreter der Landwirtschaftskammer Südoststeiermark und der Bäuerinnenorganisation zeigen anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin 2026, welche wichtige Rolle Frauen in der Landwirtschaft spielen.
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„Wo Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft“
Mit der Aktionswoche unter dem Motto „Wo Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft“ wollen Bäuerinnenorganisation und Landwirtschaftskammer zeigen, welche wichtige Rolle Frauen in den Betrieben und in der Gesellschaft übernehmen. Bezirksbäuerin Maria Matzhold – eine von zwölf Bezirksbäuerinnen in der Steiermark – möchte vor allem mit alten Rollenbildern aufräumen. „Wir wollen zeigen, was Bäuerinnen leisten und wo es Probleme gibt.“ Immerhin werden bereits 38 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der Steiermark von Frauen geführt – viele davon sind Unternehmerinnen mit eigenen Ideen und Innovationen. Dennoch stoßen viele Frauen auf rechtliche Herausforderungen oder Generationenkonflikte. Ein Umdenken bei den Rollenbildern sei notwendig. Dabei müsse man auch die Männer einbeziehen, damit sie stolz auf die Leistungen ihrer Partnerinnen sein können.
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„Ohne sie wäre die Landwirtschaft mausetot“
Auch für Magdalena Siegl, Geschäftsführerin der Bezirksbäuerinnenorganisation Südoststeiermark, steht das Internationale Jahr der Bäuerin ganz im Zeichen der Verbesserung der Situation von Frauen in der Landwirtschaft. Es gehe um soziale Absicherung, Gleichberechtigung und darum, dass Frauen ihre Anliegen auch auf politischer Ebene stärker einbringen können. Der Leitsatz der Bäuerinnenorganisation „Wo Frauen wirken, wächst Zukunft“ komme daher nicht von ungefähr. Denn neben der Arbeit am Betrieb übernehmen Frauen vielfach zusätzlich Kinderbetreuung, Haushalt, Pflege und zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben.
Dennoch erhalten Bäuerinnen im Alter oft deutlich geringere Renten als ihre männlichen Kollegen, da ihre Arbeit früher als reine „Mithilfe“ galt. „Wenn Bäuerinnen gleich viel verdienen, wie die männlichen Kollegen, dann haben wir es geschafft“, sagt Siegl.
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Landwirtschaftskammer-Obmann Franz Uller sieht die Leistungen der Bäuerinnen als unverzichtbar: „Ohne Bäuerinnen wäre die Landwirtschaft tot. Mausetot!“ Frauen seien oft zu bescheiden, obwohl sie einen großen Teil der sozialen Verantwortung tragen. In diesem Jahr habe man noch einiges vor, um eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung zu etablieren.
Auch Kammersekretär Johann Kaufmann unterstreicht die Bedeutung der Frauen. In der Südoststeiermark gibt es mittlerweile 1.155 Betriebsführerinnen. Die Landwirtschaftskammer unterstützt die Bäuerinnen unter anderem mit Weiterbildungsangeboten und Schulungen. Auch beim Innovationspreis Vulkanland zeige sich immer wieder der hohe Anteil und die große Innovationskraft von Frauen.
- Marlies Haas mit ihrer Familie bei den Saazer Teichen, gemeinsam mit ihrem Partner hat sie die historische Teichanlage Schritt für Schritt revitalisiert.
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Marlies Haas freut sich indes, „wenn andere etwas von meinen Erfahrungen mitnehmen können“. Ihr Weg zeigt, wie wichtig die Arbeit der Frauen in der Landwirtschaft ist.
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