04.06.2017, 20:00 Uhr

Den Traumberuf gefunden

Im Seniorenzentrum Bairisch Kölldorf begleiteten Hausleiter Martin Türl und Stationsschwester Petra Ederer die 23-Jährige.

Adelina Pllana (23) absolvierte ihr Pflichtpraktikum im Seniorenzentrum.

Die richtige Entscheidung in Bezug auf den Berufswunsch fällt nicht immer leicht. Adelina Pllana wählte für sich die Ausbildung zur Pflegeassistenz. Ihr erstes Pflichtpraktikum hat sie im Seniorenzentrum der Volkshilfe in Bairisch Kölldorf beendet.
Seit der Matura an der HLW Feldbach arbeitet Adelina in einem Büro und ist für die Verrechnung zuständig. Dass sie die Tätigkeit aber nicht völlig zufrieden stellte, merkte die Bad Gleichenbergerin sehr früh. „Ein Bürojob macht zwar auch Spaß, aber mir fehlt dabei etwas", ist Adelina überzeugt. Aus diesem Grund entschied sie sich, die zweijährige, berufsbegleitende Ausbildung zur Pflegeassistenz zu beginnen. Nach diesem ersten Schritt in Richtung Traumberuf endet der Berufsweg aber noch lange nicht. „Mein Ziel ist es, die Ausbildung zur Fach- und Sozialarbeiterin mit dem Diplom abzuschließen", erklärt Adelina.

Erste Schritte

Die Auszubildende führt ihr Interesse an Sozialberufen auf ihre Kindheit zurück. „Ich bin schon in der Volksschule in eine Integrationsklasse gegangen", erzählt Adelina. Dadurch sei der Umgang mit beeinträchtigten Menschen jeglicher Art stets etwas Normales gewesen. Dennoch waren die ersten freiwilligen Praktikaerfahrungen im Sozialbereich für die angehende Pflegeassistenz nicht immer leicht. Adelina beschäftigte beispielsweise die Frage, wie man mit älteren Personen umgeht, die an Demenz erkrankt waren. „Immerhin haben diese Leute so viel mehr Lebenserfahrung als man selbst", erklärt die Bad Gleichenbergerin.
Dass Adelina ihren Platz gefunden hat, dem stimmt Hausleiter Martin Türl zu: „Es ist immer schön zu sehen, wenn ein junger Mensch seine Berufung gefunden hat." Auch die Heimbewohner würden vom frischen Wind der Praktikantin profitieren.

Dankbarkeit und Freude

Auf die Frage, was für sie die Arbeit mit Menschen so besonders mache, antwortet die 23-Jährige überzeugt: „Die Dankbarkeit der Bewohner und die Freude, die man schon bei Kleinigkeiten merkt." Einen großen Wunsch erfüllte Adelina auch der Heimbewohnerin Theresia Neumeister – und zwar mit der Veröffentlichung deren Gedichtes über Demenz (siehe unten).

Theresia Neumeister, Heimbewohnerin

„Jeder Mensch – ob jung, ob älter – braucht stets jemand, der ihm die Prise des kostbaren Düngers fürs Leben reicht, denn sonst ist er der größten Gefahr ausgesetzt, er vergeht langsam an seelischer Trockenheit, die eine noch so gute Medizin nicht mehr bewässern kann. Dann ist es zu spät.“
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