Lehre
Starke Industrie, die Zukunft mit KI und der Bezirk Weiz als Talentepool
- Lehrlinge arbeiten im Betrieb an modernsten Maschinen.
- Foto: Panthermedia
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Die Lehre ist die Möglichkeit schlechthin, junge Fachkräfte für die Region zu gewinnen. Im Bezirk Weiz setzen die Betriebe alles daran, junge Menschen zu fördern. Eine immer größere Rolle spielt in Sachen Lehrausbildung ganz allgemein die KI.
BEZIRK WEIZ. Das Thema Lehre wird im Bezirk Weiz aktiv gelebt. Wie Andreas Schlemmer, Wirtschaftskammer-Regionalstellenleiter von Weiz, betont, sei der Bezirk Weiz ein ausgesprochener Handwerks- und Produktionsstandort, der eben nur durch gut ausgebildete Fachkräfte bestehen könne.
- WK-Regionalstellenleiter Andreas Schlemmer betont, dass Betriebe im Bezirk Weiz großen Einsatz in Sachen Lehrausbildung zeigen.
- Foto: Sebastian Friedl
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„Deshalb investieren die Weizer Betriebe sehr viel Engagement und Energie in die Ausbildung der Jugend – und die Lehre hat dabei einen äußerst hohen Stellenwert. Der Bezirk Weiz ist dadurch zum zweitgrößten Lehrlingsbezirk in der Steiermark geworden, gleich nach Graz.
KI im Vormarsch
Die Lehre befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und digitale Technologien prägen zunehmend den Alltag in Betrieben und Schulen. Jugendliche, die heute als Lehrling starten, treten in eine Arbeitswelt ein, in der Maschinen mitlernen, Daten in Sekundenschnelle ausgewertet werden und viele Abläufe vernetzt sind.
Lehre im digitalen Umbruch
Für Lehrlinge und Ausbilder bedeutet das: Fachliches Können bleibt wichtig, wird aber immer stärker mit digitalen Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit und der Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung verknüpft.
In vielen Branchen sind digitale Werkzeuge längst Standard. Baupläne werden am Tablet bearbeitet, Maschinen melden Störungen automatisch, Lagerbestände werden per Software gesteuert, Kundendaten in modernen Systemen verwaltet. Künstliche Intelligenz unterstützt bei der Analyse von Messwerten, bei der Planung von Wartungsarbeiten oder im Servicebereich, wenn Anfragen vorsortiert und Informationen bereitgestellt werden.
Lehrlinge lernen daher nicht mehr nur, wie ein bestimmter Handgriff funktioniert, sondern auch, wie Daten gelesen, Ergebnisse bewertet und Prozesse optimiert werden. Damit verschiebt sich auch die Rolle der Lehrlinge: Dort, wo früher körperlich anstrengende Routinearbeit im Mittelpunkt stand, geht es heute häufiger darum, Abläufe zu verstehen, Fehlerquellen zu erkennen und Lösungen zu finden. Menschliche Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und ein sicherer Umgang mit Kundinnen und Kunden gewinnen an Gewicht. Die Lehre entwickelt sich damit von einer reinen „Handwerksausbildung“ zu einer umfassenden Qualifizierung, in der Praxis, Technikverständnis und digitale Kompetenz zusammengehören.
Die starke Rolle der Industrie in der Steiermark
Steirische Industriebetriebe bieten derzeit über 1.500 Lehrstellen in mehr als 70 Lehrberufen an. Rund 250 Betriebe bilden Lehrlinge aus und setzen dabei auf moderne Ausbildungsbedingungen sowie persönliche Betreuung durch qualifizierte Ausbilderinnen und Ausbilder. Viele Jugendliche schätzen, dass sie ihre Arbeitsergebnisse direkt sehen und mitgestalten können.
- Steirische Industriebetriebe bilden Lehrlinge modern aus.
- Foto: Panthermedia (Symbolfoto)
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Aktuell werden rund 2.900 junge Menschen in der Industrie ausgebildet. Insgesamt absolvieren fast 15.000 Jugendliche eine Lehre, rund 42 Prozent eines Jahrgangs entscheiden sich für diesen Ausbildungsweg. Die Industrie investiert stark in ihren Nachwuchs und wendet pro Lehrling bis zu 100.000 Euro oder mehr für Ausbildung, Ausstattung und Betreuung auf.
Die Qualität der Ausbildung zeigt sich auch bei den Abschlüssen. Rund 90 Prozent der Jugendlichen, die eine Lehre in der Industrie beginnen, schließen diese erfolgreich mit der Lehrabschlussprüfung ab. Knapp ein Viertel besteht die Prüfung mit Auszeichnung, ein weiteres Drittel mit gutem Erfolg. Auch nach der Ausbildung bleiben viele im Betrieb: Acht von zehn ehemaligen Industrielehrlingen sind fünf Jahre nach der Lehrabschlussprüfung noch in ihrem Ausbildungsunternehmen tätig.
Steigender Frauenanteil
Der Anteil von Mädchen und Frauen in der Industrielehre nimmt kontinuierlich zu. Knapp ein Viertel aller Industrielehrlinge ist mittlerweile weiblich. Besonders auffällig ist, dass technische Lehrberufe bei Mädchen zunehmend an Bedeutung gewinnen. In der Steiermark zählen Metalltechnik, Elektrotechnik und Labortechnik zu den meistgewählten Lehrberufen von Mädchen.
In einzelnen Fachrichtungen stellen Frauen bereits die Mehrheit, etwa in der Prüftechnik-Physik, der Werkstofftechnik oder der Labortechnik Chemie. Auch bei den Bewerbungen zeigt sich: Immer mehr Mädchen und junge Frauen interessieren sich für eine Lehre in der Industrie.
Weitere Infos zu den unterstützenden Unternehmen:
Autohaus Weiz
Rondo Ganahl AG - Verpackungen
Magna Heavy Stamping - Maschinenbau
Universitätsdruckerei Klampfer GmbH
ÖBAU Reisinger - R&R Fachmarkt
Lieb Bau Weiz
Strobl Bau - Holzbau
Bäckerei Tengg
Willingshofer - Sondermaschinenbau
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