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Die wichtigsten Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung

Der Fahrplan für die Covid-Impfung in Österreich steht.
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  • hochgeladen von Christian Uchann

Nach einem langsamen Start wird nun in ganz Österreich geimpft. Wer wird wann geimpft, wieviele Impfdosen wurden an Gesundheitseinrichtungen bisher ausgeliefert und wie sieht es mit den Nebenwirkungen aus? Wir haben für euch zusammengefasst, was man über die Corona-Impfung wissen sollte.

Welche Impfstoffe kommen in Österreich zum Einsatz?

Die beiden ersten in Österreich verwendeten Impfstoffe, sind die Impfstoffe der Firmen BioNTech/Pfizer und Moderna. Beide Vakzine beruhen auf der sogenannten mRNA-Technologie und ihre Wirksamkeit liegt nach vorläufigen Daten bei rund 95 Prozent. Im Normalfall verimpft man das ganze Virus, bei der mRNA-Technologie nur noch ein Stück des Bauplans , erklärt Pfizer-Chef Robin Rumler im Interview mit den Regionalmedien Austria (RMA). "Diese Technologie ist nicht neu – man forscht an mRNA seit rund 20 Jahren, in den letzten Jahren gibt es immer mehr Studien und Erfahrungen im Krebsbereich, aber auch der Infektiologie", so Rumler. Die EU-Kommission ist der Empfehlung der EMA gefolgt und hat den Vektorviren-Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca am 29. Jänner zugelassen.  Der Impfstoff ist einfacher zu handhaben, da er sich bei normalen Kühlschranktemperaturen lagern lässt. AstraZeneca hat die Wirksamkeit ihres Impfstoffs im Fachblatt «The Lancet» veröffentlicht. Demnach ist der Impfstoff sicher und bietet nach Gabe zweier Dosen einen Schutz von etwa 70 Prozent vor der Erkrankung mit Covid-19. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat Mitte Februar einen Antrag auf „bedingte Zulassung“ für seinen Corona-Impfstoff in der EU gestellt. Eine Bewertung könnte Mitte März durch die EMA abgeben werden. 

Wieviele Impfdosen wurden an Gesundheitseinrichtungen bisher ausgeliefert?


Wo kann ich mich für die Corona-Schutzimpfung anmelden?

Bisher ist nur eine Vormerkung für die Corona-Impfung möglich. Alle Infos, wann und wo ihr euch in eurem Bundesland für eine Corona-Schutzimpfung vormerken lassen könnt, lest ihr im folgenden Beitrag.

Wo man sich für die Corona-Schutzimpfung anmelden kann

Was heißt mRNA – kann der Impfstoff in unser Erbgut eingreifen?

Bei einer mRNA-Impfung („m" steht für Messenger, „RNA" für Ribonukleinsäure) wird, wie auch bei allen anderen Impfungen, ein Teil eines Erregers in den Körper gebracht. Das Immunsystem wird zur Bildung von Antikörpern angeregt. Der Unterschied zu anderen Impfstofftechnologien ist, dass mit mRNA-Impfungen nur der Bauplan verabreicht wird, sodass die menschlichen Zellen die Erreger(-bestandteile) selbst produzieren. Diese mRNA wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie kann nicht in DNA (den Träger der menschlichen Erbinformation) eindringen und hat keinen Einfluss auf die menschliche Erbinformation. Die Sorge, dass der Impfstoff damit das menschliche Erbgut langfristig ändert, ist also unbegründet. Hier findest du weitere Informationen des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller (ÖVIH) zu den verschiedenen Impfstofftechnologien. 

Wann kann ich mich gegen Covid-19 impfen lassen?

Wir befinden uns aktuell in der ersten Impfphase. Phase 1 ist laut Gesundheitsministerium charakterisiert durch geringe Mengen an verfügbarem Impfstoff, komplexe Liefer- und Lagerbedingungen der verfügbaren Impfstoffe und einem Schwerpunkt der Impfungen auf institutionelle Settings. Es kommt vorwiegend der Impfstoff von BionTech/Pfizer und Moderna zum Einsatz. In dieser Phase werden laut aktualisiertem Impfplan folgende Personen geimpft: 

Phase 1A

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen
  • Personal in Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen mit und ohne Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern und Personen mit einer regelmäßigen Tätigkeit oder regelmäßigem Aufenthalt in Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen
  • Personen im Alter von ≥ 80 Jahren
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie I

Phase 1B

  • Personen (unabhängig vom Alter) mit Vorerkrankungen und besonders hohem Risiko, sofern institutionell erreichbar (z.B. über Tageskliniken, Dialysestationen).
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie II
  • Personal in der mobilen Pflege, Betreuung, Krankenpflege
  • Menschen mit Behinderung mit persönlicher Assistenz sowie deren persönliche Assistentinnen und Assistenten

Phase 2 ist charakterisiert durch eine in Bezug auf Menge und Logistik bessere Verfügbarkeit von Impfstoff, insbesondere auch von Astra Zeneca, wobei aber ein Ressourcenengpass im Bereich der Impfstellen auftreten kann. Beginn der Impfungen im niedergelassenen Bereich und lokalen Impfstellen. Die Priorisierung in Phase 2 erfolgt nach Alter und gesundheitlichen Risiken, beginnend mit der Gruppe der älteren Personen und Personen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie Ansteckungsrisiko: 

  • Personen im Alter von 65-79 Jahren abgestuft nach Alter und gesundheitlichen Risiken
  • Personen unter 65 Jahren mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko gemäß der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung sowie im Falle einer ausreichenden Verfügbarkeit in der Altersgruppe unter 65 Jahren Personen mit erhöhtem Risiko nach Priorisierung des Nationalen Impfgremiums bzw. deren engste Kontaktpersonen / Betreuungspersonal
  • Personen in 24h-Betreuung sowie deren Betreuungspersonen
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren wegen des potentiell schweren Krankheitsverlaufes bei Schwangeren
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie III und IV
  • Personal in Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen und Kinderbetreuungseinrichtungen
  • Ausgewählte Beschäftigte mit direktem Personenkontakt und erhöhtem Ansteckungsrisiko in Polizei, Strafvollzug, Bundesheer

Die Phase 3 kennzeichnet sich durch eine großflächige Impfstoffverfügbarkeit, wodurch eine breite Impfung der Bevölkerung begonnen werden kann. 

Wie oft muss ich mich impfen lassen?

Bei der Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff erhält man nach drei Wochen, am Tag 21, eine zweite Impfdosis. Auch bei Moderna ist eine zweite Impfung nach 28 Tagen notwendig. Ob zu einem späteren Zeitpunkt Auffrischungsimpfungen notwendig sind, ist derzeit nicht bekannt.

Schützt die Impfung auch vor einer Weitergabe des Virus?

Eine aktuelle Studie des israelischen Gesundheitsministeriums und Pfizer gibt dahingehend Hoffnung: Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer verhindert laut einer in Israel durchgeführten großen Beobachtungsstudie zu 89,4 Prozent effizient die Virusübertragung. Laut der Studie schützt der Impfstoff zwei Wochen nach der zweiten Dosis zudem zu 99,2 Prozent vor einer schweren Erkrankung und zu 98,9 Prozent vor einem tödlichen Verlauf. Auch bei Astra-Zeneca Impfstoff gibt es erste Hinweise, dass das Vakzin die Ansteckung mit dem Virus verringern könnte. 

Welche Nebenwirkung hat eine Covid-19-Impfung?

Potentielle Nebeneffekte der Impfungen sind bei mittlerweile relativ großer Fallzahl in den ersten Monaten sehr gut bekannt und beschrieben, erklärt Virologe Bergthaler. Wie auch bei den meisten anderen Impfungen können kurzfristig Schmerzen am Oberarm oder leichte Krankheitssymptome, etwa Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Müdigkeit auftreten. Man spricht hier von einer Impfreaktion. Schwere Nebenwirkungen gab es etwa bei dem BionTech/Pfizer Impfstoff bisher nicht, so Robin Rumler, Geschäftsführer der Pfizer Corporation Austria, im Interview mit den RMA. Mit 44.000 Menschen hat man hier eine sehr große Kohorte beobachtet. Eine der ersten, geimpften mobilen Altenpflegerinnen im Land ist die 20-Jährige Nadine Pfaffeneder. Im Interview mit den RMA spricht sie über ihre Impferfahrung

Gibt es genug Impfstoff für alle?

Laut dem Gesundheitsministerium werden im Laufe von 2021 in Österreich ausreichend viele Impfstoffe zu Verfügung stehen, um damit alle Menschen in Österreich, die sich impfen lassen wollen, auch impfen zu können. Konkret sprach die Regierung davon, dass "bis Sommer"  allen Impfwilligen im Land ein Immunisierungsangebot gemacht werden könne. Nachdem AstraZenca ankündigt hat, weniger Impfstoff in die EU liefern zu können, hat das aber Auswirkungen auf den nationalen Impfplan. Österreich setzt in seiner Impfstrategie stark auf den Impfstoff von AstraZeneca. Eigentlich hätten im Februar schon 650.000 Dosen von AstraZeneca nach Österreich geliefert werden sollen, nun werden "343.547 Dosen Impfstoff von AstraZeneca nach Österreich" kommen, hieß es. 

Kostet die Impfung etwas?

Nein, es fallen keine Kosten an. Laut Gesundheitsministerium wird die Corona-Schutzimpfung für alle Menschen in Österreich kostenfrei zur Verfügung stehen, die sich impfen lassen wollen.

Schützt die Impfung auch vor Virus-Mutationen?

Nachgewiesen wurden in Österreich bisher die britische und südafrikanische Virus-Variante. Im Bundesland Salzburg gibt es erste Verdachtsfälle auf die erstmals in Brasilien nachgewiesene Corona-Mutation "P.1". Das Endergebnis der Sequenzierung soll in einigen Tagen vorliegen. Bisher schützen die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gut gegen alle aktuellen Varianten. Beim Vakzin von AstraZeneca hat es aber Berichte gegeben, wonach der Impfstoff nicht gut gegen die südafrikanische Variante wirke. Gegen die britische Variante ist das Vaskzin Experten zufolge aber wirksam. 

Kann ich mir aussuchen, mit welchem Impfstoff ich geimpft werde?

Nein, das ist vorläufig nicht möglich. Mit welchem Impfstoff man geimpft wird, hängt von der Verfügbarkeit und der Beschaffenheit der Impfstoffe ab. 

Ich bin Allergiker, kann ich mich trotzdem impfen lassen?

Grundsätzlich kann, bis auf Schwangere Personen und Kinder, jeder geimpft werden. Auch Allergiker mit bekannten und häufigen Allergien, wie etwa Allergien gegen Pollen oder Hausstaub. Bei anderen Allergien sollte man aber jedenfalls vor der Impfung mit einem Arzt abklären. Nicht impfen lassen sollen sich Personen, die eine Allergie gegen einen Inhaltsstoff der Impfung haben. Menschen, die bereits einmal auf eine Impfung allergisch reagiert haben, sollten dies ihrem Arzt unbedingt mitteilen. Mehr Infos findest du im folgenden Artikel.

Welcher Impfstoff ist für wen geeignet?

Gibt es eine Impfpflicht?

Bisher hat die Bundesregierung immer wieder unterstrichen, dass es keine allgemeine Impfpflicht geben wird. Die Impfungen werden auf freiwilliger Basis durchgeführt. 

Unterscheidet sich der Impfschutz der verschiedenen Vakzine?

Die Wirksamkeit bei den bisdato in Österreich zur Anwendung kommenden Impfstoffen BioNTech/Pfizer und Moderna liegt nach Gabe zweier Impfdosen bei rund 95 Prozent.

Der Impfstoff von AstraZeneca bietet nach zwei Impfdosen einen Schutz von etwa 70 Prozent vor der Erkrankung mit Covid-19. Das Nationale Impfgremium (NIG) hat nach einer Sitzung am Freitag, 5.März, den Einsatz des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca ohne oberes Alterslimit empfohlen, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Rahmen einer Pressekonferenz bestätigte. Somit können nun auch Personen über 65 Jahren sowie Risiko- und Hochrisikopersonen mit dem Vakzin geimpft werden. 

Wieviele Geimpfte braucht es in Österreich für eine Herdenimmunität?

Die Herdenimmunität ist bei 60 bis 70 Prozent erreicht. "Eine Durchimpfung von 50 Prozent und zusätzlich ein Plus", wünscht sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). 

Können sich Menschen impfen lassen, die bereits eine Corona-Erkrankung hinter sich haben?

Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Impfung auch für bereits von Covid-19 genesene Menschen. Solange es aber eine Impfstoffknappheit gibt, können jene Menschen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, nachgereiht werden.

Müssen Geimpfte weiterhin Maske tragen?

Die Impfstoffe schaffen wahrscheinlich keine komplett sterile Immunität. Das heißt, dass Geimpfte den Erreger noch weitergeben können (Vermutlich aber in geringeren Mengen). Die Maske dient Selbst- und Fremdschutz. Geimpfte werden also wahrscheinlich vorerst nicht von einer Maskenpflicht entbunden.

Hast du eine Frage zur Covid-19-Impfung? Dann hinterlass uns einfach einen Kommentar unter dem Artikel und wir nehmen deine Frage gerne in den Beitrag auf! Der Artikel wird laufend aktualisiert. 

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