E-Scooter-Unfälle
Heuer bereits fünf Tote, KFV fordert strengere Regeln
- Heuer sind bereits fünf Personen bei einem E-Scooter-Unfall verstorben. (Symbolfoto)
- Foto: rclassenlayouts/Smarterpix
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In Österreich sind bereits mindestens fünf Personen nach E-Scooter-Unfällen verstorben. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sorgt für Aufklärungsbedarf, auch wenn nicht alle Unfälle verhindern werden können.
ÖSTERREICH. Am Mittwoch, 14. Oktober, wurde bekannt, dass ein 14-jähriger E-Scooter-Fahrer nach dem Zusammenstoß mit einem Lkw in Wien im Spital gestorben ist. Der Unfall hatte sich am Vortag ereignet (MeinBezirk berichtete, mehr dazu unten).
Damit zählt das KFV heuer bereits mindestens fünf Todesopfer bei E-Scooter-Unfällen – fast so viele wie im gesamten Vorjahr, als sechs Menschen ums Leben kamen. Auch die Zahl der Verletzten ist deutlich gestiegen: 2019 mussten nach E-Scooter-Unfällen rund 1.200 Menschen im Spital behandelt werden, 2025 waren es 10.200. Das entspricht einem Anstieg auf das 8,5-Fache. Grundlage sind Erhebungen der Unfalldatenbank KFV-IDB-Austria.
KFV fordert geringere Geschwindigkeit
Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, spricht sich dafür aus, die erlaubte Bauartgeschwindigkeit von 25 auf 20 km/h zu senken. Auch das Mindestalter für das selbstständige Fahren soll angehoben werden. Derzeit liegt es bei neun Jahren mit Radfahrausweis beziehungsweise zwölf Jahren ohne diesen.
Außerdem fordert das KFV zwei voneinander unabhängige Bremsen. Gesetzlich vorgeschrieben ist derzeit nur eine wirksame Bremsvorrichtung. Weitere Anliegen sind mehr Aufklärung und eine bessere Radinfrastruktur.
Unabhängig davon sollen Fahrerinnen und Fahrer ihre Geschwindigkeit stets an die Verkehrssituation anpassen, etwa bei der Annäherung an Kreuzungen.
Fast jeder zweite private Scooter mit Mängeln
Bei Verkehrsbeobachtungen von Juni bis Anfang September 2026 waren 49 Prozent der überprüften privaten E-Scooter nicht gesetzeskonform ausgestattet. Bei 33 Prozent fehlten Blinker, bei 23 Prozent die vorgeschriebenen Reflektoren und bei elf Prozent eine Glocke oder Hupe.
- Der KFV informiert über das Unfallgeschehen und Verhalten bei E-Scootern.
- Foto: KFV/APA-Auftragsgrafik
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Auch beim Helmtragen stellte das KFV Defizite fest: 70 Prozent der beobachteten Personen, deren Alter auf unter 16 Jahre geschätzt wurde, waren ohne Helm unterwegs. Über alle Altersgruppen hinweg trugen 83 Prozent keinen Helm. Bei Leih-E-Scootern lag dieser Anteil bei 96 Prozent, bei privaten Geräten bei 78 Prozent.
Zwölf Prozent transportierten unerlaubt Rucksäcke oder Taschen am Lenker beziehungsweise Güter auf dem Trittbrett. Acht Prozent fuhren zu zweit oder vereinzelt sogar zu dritt auf einem Scooter.
Große Wissenslücken bei den Regeln
Zusätzlich befragte das KFV im Juni und Juli 2026 insgesamt 1.210 E-Scooter-Fahrende zwischen 14 und 75 Jahren. 76 Prozent kannten die Altersgrenze für die Helmpflicht nicht: Sie gilt für alle unter 16-Jährigen.
63 Prozent wussten nicht, dass die zulässige Höchstleistung 600 Watt beträgt. 56 Prozent kannten das seit 1. Mai geltende Alkohollimit von 0,5 statt zuvor 0,8 Promille nicht. Die erlaubte Bauartgeschwindigkeit von 25 km/h war 44 Prozent unbekannt.
Weitere Wissenslücken betrafen die Transportregeln: 21 Prozent hielten Taschen oder Rucksäcke an den Lenkergriffen für erlaubt. 20 Prozent wussten nicht, dass das Fahren auf Gehwegen und Gehsteigen verboten ist. 13 Prozent war das Verbot unbekannt, eine zweite Person mitzunehmen. Insgesamt bezeichneten sich 32 Prozent als schlecht oder sehr schlecht über die gesetzlichen Regelungen informiert.
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