Workers’ Memorial Day
Psychologische Hilfe nach Arbeitsunfällen soll Pflicht werden
- Auslöser für die aktuelle Forderung ist unter anderem ein tragischer Unfall am Alsergrund, bei dem ein Kranführer nach einem Unglück vier verstorbene Kollegen bergen musste.
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Nach hunderten tödlichen Arbeitsunfällen in den vergangenen Jahren fordert die Arbeiterkammer Wien strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen für Beschäftigte. Im Fokus stehen verpflichtende Freistellungen von gefährlichen Tätigkeiten und rasche psychologische Hilfe nach traumatischen Ereignissen am Arbeitsplatz.
ÖSTERREICH. Anlässlich des "Workers’ Memorial Day", der am Dienstag, 28. April, ist, macht die Arbeiterkammer (AK) Wien auf die Folgen schwerer Arbeitsunfälle aufmerksam und fordert gesetzliche Verbesserungen für Beschäftigte nach traumatischen Ereignissen. In den vergangenen zehn Jahren kamen laut AK österreichweit 757 Menschen bei Arbeitsunfällen ums Leben, davon 195 allein in der Baubranche.
Auslöser für die aktuelle Forderung ist unter anderem ein tragischer Unfall am Alsergrund, bei dem ein Kranführer nach einem Unglück vier verstorbene Kollegen bergen musste (mehr dazu unten). Solche Ereignisse hätten nicht nur physische, sondern auch massive psychische Auswirkungen auf die betroffenen Beschäftigten, so die AK Wien.
AK: "Verheerende Bilanz"
"Jeder Tote am Arbeitsplatz ist einer zu viel. Die verheerende Bilanz von 757 tödlichen Arbeitsunfällen zeigt, dass wir beim Arbeitnehmerinnenschutz und Arbeitnehmerschutz keinen Millimeter zurückweichen dürfen", betont Silvia Rosoli, Leiterin der Abteilung Arbeitnehmer:innenschutz und Gesundheitsberufe der AK Wien.
Nach einem Extremereignis würden Betroffene oft gar nicht bemerken, dass sie nicht mehr einsatzfähig sind – oder sie arbeiten unter enormem Druck weiter. "Dass sie in solchen Situationen nicht zwingend aus der Gefahrenzone geholt werden und ihnen psychologische Unterstützung angeboten wird, ist unverantwortlich", kritisiert Rosoli.
- Wichtig sei laut ÖGB, Unfälle sofort zu melden, damit Versicherungsleistungen und medizinische Versorgung gesichert sind.
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Derzeit gelten verpflichtende Freistellungen und psychologische Nothilfe nach schweren Ereignissen vor allem im Eisenbahnbereich. Nach Ansicht der AK sollten ähnliche Regelungen für alle Branchen gelten.
ÖGB: "Unfälle sofort melden"
"Schutz haben aber alle verdient, denen Extremereignisse während der Arbeit passieren", so Rosoli. Betroffene seien laut ihr in einem Schockzustand und "dürfen keinesfalls selbst- oder fremdgefährdende Tätigkeiten ausüben. Ein Abzug von gefährlichen Tätigkeiten und notfallpsychologische Betreuung müssen deshalb für alle Beschäftigten gesetzlich verankert werden. Die Politik ist es, den Opfern von Arbeitsunfällen und ihren traumatisierten Kolleginnen und Kollegen schuldig, niemanden in einer solchen psychischen Ausnahmesituation im Stich zu lassen."
Zum Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz weist der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) zudem darauf hin, dass Arbeitsunfälle häufig durch scharfe Werkzeuge, Stürze oder rutschige Böden entstehen. Wichtig sei, Unfälle sofort zu melden, damit Versicherungsleistungen und medizinische Versorgung gesichert sind. "Ob im Büro, auf der Pflegestation, der Baustelle oder in der Fabrik – Arbeitsunfälle passieren leider viel zu oft", so der ÖGB in einer Aussendung.
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