Sommerurlaub
Unsichere Aussichten für den Österreich-Tourismus
- Mit dem russischen Angriffskrieg, der enormen Energiepreissteigerung, der hohen Inflation sowie der anhaltenden Corona-Pandemie steht der heimische Tourismus vor großen Unsicherheiten.
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Nach einer zwischenzeitlichen Erholung sind die Aussichten für den Tourismus in Österreich erneut von großen Unsicherheiten geprägt. Vor allem was den Sommer betrifft, gäbe es noch sehr viele Variablen, wie Oliver Schenk von der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) gegenüber den RegionalMedien Austria erklärt. Zu Ostern sind laut dem Experten Städtetrips wieder im Kommen.
ÖSTERREICH. Nach Beendigung des letzten Lockdowns Mitte Dezember 2021 habe sich die österreichische Tourismuswirtschaft laut WIFO überraschend gut erholt. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der enormen Energiepreissteigerung, der hohen Inflation sowie der anhaltenden Corona-Pandemie steht der heimische Tourismus allerdings weiterhin vor großen Unsicherheiten.
Es liegen keinerlei Erfahrungen dazu vor, inwieweit eine derartige Sondersituation das Urlaubsverhalten der Menschen konkret beeinflusst, erklärt das WIFO. Derzeit könne weder der weitere Verlauf der Pandemie noch des Krieges und seiner wirtschaftlichen Folgen seriös vorhergesagt werden. Auch der ÖHV-Experte Schenk sagt, es sei momentan schwierig, Prognosen für den Sommer abzugeben – es gäbe derzeit noch viele ungeklärte Variablen. Man höre allerdings aus den Hotels, das durchaus gebucht wird. Schenk kann sich dementsprechend auch einen "relativ normalen Sommer" vorstellen.
Krieg und Preisanstiege
Das WIFO-Institut erwartet sich durch den Krieg in der Ukraine eine negative Auswirkung auf die Nachfrage nach Urlaub in Österreich. Oliver Schenk vom ÖHV erklärt dazu, dass vor allem bei den Touristinnen und Touristen aus Übersee und damit in den Städten weniger Buchungen zu erwarten seien. "Wenn ein Amerikaner hört, dass an der EU-Außengrenze ein Krieg wütet, wird er tendenziell auch nicht nach Österreich kommen".
Auch der Preisanstieg schränke laut WIFO das Urlaubsbudget vieler Menschen ein. Es sei zwar in den meisten Fällen kein gänzlicher Verzicht auf Urlaubsreisen zu erwarten, aber die Ausgabenfreudigkeit dürfte durch die Inflation gedämpft sein. Dementsprechend rechnet das WIFO mit weniger und kürzeren Urlauben, billigeren Unterkünften und Veränderungen in der Wahl von Destinationen und Transportmitteln.
Nah- statt Fernreisen
Laut Schenk sind die Preise zwar bereits festgelegt, "aber, wenn die Lebenskosten steigen, wird man wohl Abstiche machen müssen". Dennoch könne man sagen, "das Preis-Leistungs-Verhältnis in Österreich ist top". Man bekomme hier sehr viel für sein Geld geboten. Interessant werde daher auch sein, inwiefern anstelle von fernen Reisezielen vielleicht doch eher Österreich als Urlaubsdestination ausgewählt wird – "statt zwei Wochen Malediven, also zwei Wochen Wörthersee", so der Branchenvertreter.
Auch das WIFO kann sich vorstellen, dass nahe Reiseziele auf Kosten fernerer Destinationen profitieren. Daraus ergebe sich ein nicht unbeachtliches zusätzliches Nachfragepotenzial für Österreich aus Deutschland und den anderen Nachbarländern.
Zu Ostern sind Städte gefragt
Das Ostergeschäft läuft laut Schenk in ganz Österreich gut an. Der Städtetourismus habe eine schwierige Zeit hinter sich, nun höre man in Bezug auf Ostern durchaus Positives aus den Städten. Mehr Menschen planen wieder Kurztrips in die österreichischen Bundeshauptstädte: "Der Städtetourismus ist wieder im Kommen", so Schenk. Natürlich sei man noch weit entfernt vom Vorkrisenniveau, aber trotzdem kommen aus den Städten die richtigen Signale.
Problematisch sind laut Schenk allerdings die in Österreich verhältnismäßig strengen Covid-Maßnahmen. Was die Corona-Regelungen betrifft, wünscht sich der Branchenvertreter eine baldige Rückkehr zur Normalität.
- Städteurlaub ist laut dem Branchenvertreter vor allem zu Ostern wieder im Kommen.
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Wintersaison noch unter Vorkrisenniveau
Laut vorläufigen Ergebnissen der Statistik Austria wurden in der Wintersaison von November 2021 bis Februar 2022 33,18 Millionen Nächtigungen in österreichischen Beherbergungsbetrieben registriert – das sind um 29,73 Millionen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, in dem aufgrund der behördlich verordneten Corona-Maßnahmen beinahe keine Nächtigungen verzeichnet wurden. Im Vergleich zu den Wintermonaten vor der Pandemie gibt es aber noch Aufholbedarf. Im Vergleichszeitraum der letzten "Normalsaison" lag die Zahl der Nächtigungen bei 49,7 Millionen und damit um ein Drittel höher.
"Österreichs Tourismus erholt sich nur langsam von der Corona-Krise. Für Februar 2022, dem aufgrund der Semesterferien traditionell stärksten Monat der Wintersaison, wurden 13,6 Mio. Nächtigungen gemeldet. Das sind um fast ein Viertel weniger als im Vorkrisenmonat Februar 2019. Damit liegt die bisherige touristische Wintersaison 2021/22 bei den Nächtigungen noch 37,7% unter dem Niveau des Vergleichszeitraums vor der Corona-Krise." Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas
- Die Wintersaison war wesentlich besser als im Vorjahr aber noch nicht auf Vorkrisenniveau.
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