Expertenmeinung
Kompromiss beim Wehrdienst ist „höchst verantwortungslos“

Sicherheitsberater Thomas Starlinger findet den möglichen Kompromiss der Regierung beim neuen Wehrdienstmodell "verantwortungslos". | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
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  • Sicherheitsberater Thomas Starlinger findet den möglichen Kompromiss der Regierung beim neuen Wehrdienstmodell "verantwortungslos".
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Ex-Verteidigungsminister Starlinger kann dem Modell zur Wehrdienstreform, das die Regierung demnächst beschließen dürfte, nichts abgewinnen. Er spricht von einer Gefahr für die Soldaten.

ÖSTERREICH. Thomas Starlinger ist sauer. Der sicherheitspolitische Berater im Außenministerium und ehemalige Verteidigungsminister hat kein Verständnis dafür, dass die Dreierkoalition seit einem halben Jahr über die Reform des Wehrdiensts diskutiert. Sowohl der Zeitverlust geht ihm gegen den Strich als auch der Umstand, dass das Modell, auf das sich die Regierung einigen dürfte, nicht die favorisierte Variante der Heeresreformkommission ist.

Die Kommission hat ihr bevorzugtes Modell „Österreich Plus“ genannt. Es sieht vor, dass der Grundwehrdienst um zwei Monate von sechs auf acht Monate verlängert und um zwei weitere Monate verpflichtende Milizübungen ergänzt wird. Diese Variante ist auch das Lieblingsmodell der ÖVP, die SPÖ lehnt eine Ausdehnung der bisherigen sechs Monate aber ab, und für die Neos wäre ein Freiwilligenheer das Gelbe vom Ei.

Doch nur ein halbes Jahr

Aktuell sieht es so aus, als könnte sich die Dreierregierung im Sommerministerrat in knapp zwei Wochen darauf einigen, den Grundwehrdienst bei einem halben Jahr zu belassen und dafür – ungefähr – drei Monate Übungen folgen zu lassen. Das ist „höchst verantwortungslos“, wie Starlinger im Ö1-Morgenjournal sagt.

"Es geht um das Leben der Soldaten", sagt Starlinger. (Symbolbild) | Foto: Pixabay
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Abgesehen davon, dass dieses Modell pro Jahr eine Viertelmilliarde Euro mehr koste, berge es eine Gefahr für die Soldaten und die Bevölkerung. Ein allfälliger Einsatz würde mit nicht ausreichend ausgebildeten Soldatinnen und Soldaten erfolgen, sie wären mit komplexen Situationen konfrontiert, so der Experte, und „Es geht um das Leben der Soldaten und um den Schutz der Bevölkerung".

Starlinger plädiert dafür, bei der Abstimmung im Parlament den Klubzwang aufzuheben. Dann würde sich seiner Meinung nach eine Mehrheit für „Österreich Plus“ finden.


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Sicherheitsberater Thomas Starlinger findet den möglichen Kompromiss der Regierung beim neuen Wehrdienstmodell "verantwortungslos". | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
Foto: Daniel Trippolt/Bundesheer
Thomas Starlinger, ehemaliger Verteidigungsminister und Mitglied der Wehrdienstkommission. | Foto: Harald MINICH
"Es geht um das Leben der Soldaten", sagt Starlinger. (Symbolbild) | Foto: Pixabay
Bundesministerium für Landesverteidigung in der Rossauer Kaserne. | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk

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