Sinkende Rekrutenzahlen
Leichtere Einbürgerung durch freiwilligen Grundwehrdienst

Nur 16 Prozent eines Jahrgangs haben zuletzt den Grundwehrdienst beim Bundesheer abgeleistet. (Symbolbild) | Foto: Land Steiermark/Jesse Streibl
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  • Nur 16 Prozent eines Jahrgangs haben zuletzt den Grundwehrdienst beim Bundesheer abgeleistet. (Symbolbild)
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Um dem Mangel an Grundwehrdienern entgegenzuwirken, macht der Leiter der Wehrdienstkommission Hameseder einen ungewöhnlichen Vorschlag. Seiner Ansicht nach sollte sich die Politik auf Menschen mit Migrationshintergrund konzentrieren. 

ÖSTERREICH. Nur 16 Prozent eines Jahrgangs haben zuletzt den Grundwehrdienst abgeleistet. Auf den geringen Anteil hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner Funktion als Oberbefehlshaber des Bundesheers rund um den Nationalfeiertag hingewiesen. Neben geburtenschwachen Jahrgängen spielt auch die steigende Zahl an Zivildienern eine Rolle. 

Die niedrige Quote bei den Grundwehrdienern komme auch dadurch zustande, dass 61 Prozent eines Jahrgangs nicht wehrpflichtig sind, erklärte Bundesheersprecher Michael Bauer im "Ö1-Morgenjournal" am Mittwoch. Etwa, weil es sich um Frauen handelt oder nicht österreichische Staatsbürger. In den kommenden Monaten dürfte die Zahl der Grundwehrdiener sogar noch unter die 16 Prozent sinken.

Antrittsalter beim Grundwehrdienst erhöhen

Die Auswirkungen seien laut dem Sprecher spürbar: Da man die Grundelemente wie Wache, Schutz der Kaserne oder Kochen aufrechterhalten müsse, seien Einsparungen "nur beim tatsächlichen Kampfbataillon möglich". 

Hameseder sieht vor allem bei jungen Männern ohne österreichischer Staatsbürgerschaft Potenzial, insbesondere bei jenen, die sich bewusst später einbürgern lassen, um den Wehrdienst zu umgehen. | Foto: APA-Images / APA / BARBARA GINDL
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Die Wehrdienstkommission sieht deshalb Handlungsbedarf: Vorsitzender Erwin Hameseder sprach sich im Morgenjournal dafür aus, Männer ohne österreichische Staatsbürgerschaft in den Fokus zu nehmen, insbesondere jene, die sich bewusst erst später einbürgern lassen, um den Wehrdienst zu umgehen. Daher schlägt Hameseder vor, das Antrittsalter für den Grundwehr- sowie den Wehrersatzdienst vom derzeit 35. auf das Ende des 40. Lebensjahres anzuheben.

Darüber hinaus regt der Generalleutnant an, einen freiwilligen Wehrdienst für ausländische Staatsbürger zu prüfen, was zugleich einen Beitrag zur Integration leisten könnte. Auch eine Verknüpfung mit der österreichischen Staatsbürgerschaft sei denkbar. „Wenn ich mir nichts zu schulden kommen lasse, mich in Österreich aufhalte, unbescholten bin und bereit bin, den Wehrdienst zu leisten, dann sollte man das auch politisch diskutieren und den Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft damit attraktiver machen“, so Hameseder.

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Nur 16 Prozent eines Jahrgangs haben zuletzt den Grundwehrdienst beim Bundesheer abgeleistet. (Symbolbild) | Foto: Land Steiermark/Jesse Streibl
Foto: Bundesheer/Wolfgang Riedlsperger
Hameseder sieht vor allem bei jungen Männern ohne österreichischer Staatsbürgerschaft Potenzial, insbesondere bei jenen, die sich bewusst später einbürgern lassen, um den Wehrdienst zu umgehen. | Foto: APA-Images / APA / BARBARA GINDL

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