Einreisebestimmungen
Österreich verlängert Grenzkontrollen bis 31. Mai

Foto: Brunner Images

Ursprünglich hätten die temporär wieder eingeführten Kontrollen an der österreichischen Grenze mit 7. Mai enden sollen. Die Maßnahme wurde nun verlängert. Für Pflegerinnen aus Rumänien könnte schon am Montag der erste Zug ins Land rollen. 

ÖSTERREICH. Aufgrund der Corona-Krise verlängert Österreich die Grenzkontrollen zu seinen Nachbarländern bis zum 31 Mai. Das geht aus einer neuen Verordnung des Innenministeriums hervor. Demzufolge gelten die Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland, Italien, der Schweiz, Liechtenstein, Tschechien und der Slowakei nun bis 31. Mai. Ursprünglich waren die wieder eingeführten Grenzkontrollen nur bis zum 7. Mai angedacht.

Keine Einreise ohne ärztliches Zeugnis 

Auch an den Übergängen zu Ungarn und Slowenien soll weiter kontrolliert werden. Wer nach Österreich einreisen möchte, kann dies nun nur an bestimmten Grenzübergängen tun. Einreisende müssen ein ärztliches Zeugnis über den Gesundheitszustand mit sich führen, das einen negativen molekularbiologischen Test auf SARS-CoV-2 bestätigt. Das Zeugnis darf bei der Einreise nicht älter als vier Tage alt sein. Personen, die ein solches Zeugnis nicht vorlegen können, wird die Einreise verwehrt.

Reisen in Nachbarländer 

Auch Österreichs Nachbarländer sind mit einer Öffnung der Grenzen zurückhaltend. Tschechien behält seine Grenzkontrollen zu Deutschland und Österreich noch mindestens bis zum 13. Juni bei. Begründet wurde der Beschluss mit dem Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus. 

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Kontrollen an den deutschen Grenzen bis Mitte Mai verlängert. Wie das Innenministerium am Montagabend mitteilte, sind Reisende aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Italien und Spanien weiter von den Kontrollen betroffen. Nach Deutschland ist die Einreisen "ohne triftigen Grund" nicht erlaubt.

Das österreichische Außenministerium warnt vor Reisen nach Italien aufgrund der raschen Ausbreitung des Coronavirus (Sicherheitsstufe 6). Eine Einreise nach Italien ist derzeit nur aus einem "triftigem Grund" möglich. Nach der Einreise müssen sich Reisende verpflichtend in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben. 

In der Schweiz ist die Einreise nur Schweizer und Liechtensteiner Bürgern sowie in der Schweiz ansässigen Personen und Grenzgängern erlaubt. Eine Ausnahme wird auch hier nur in umbedingt notwendigen Fällen, etwa einem Todesfall in der Familie, gestattet. Auch nach Liechtenstein gibt es Kontrollen an den Grenzen. Seit dem 18. März sind zudem die Grenzübergänge in Mauren und Schellenberg gesperrt. Die Grenzübergänge in Schaanwald und Ruggell sind für den Personen- und Güterverkehr hingegen geöffnet: Das passieren der Grenze ist für den Güterverkehr und den gewerbliche Verkehr (Ausnahme: Personenbeförderung), den Pendler-Berufsverkehr, für Einsatzkräfte und für die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp möglich. 

Der Grenzübertritt zwischen Österreich und Slowenien ist nur mehr an einer bestimmten Anzahl an Grenzübergängen möglich. Nach Österreich ist Österreichischen Staatsbürgern und Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz oder Aufenthaltserlaubnis in Österreich die Einreise erlaubt. Sie müssen unverzüglich eine 14-tägigen selbstüberwachte Heimquarantäne antreten und dafür eine entsprechende Erklärung ausfüllen. Richtung Slowenien müssen slowenische ebenso wie nicht-slowenische Staatsbürger nach der Einreise eine Zeit in Quarantäne verbringen. Die Quarantäne beträgt sieben Tage, wenn ein am 7. Tag durchzuführender COVID-19-Test negativ ist. Andernfalls dauert die Quarantäne 14 Tage.

Nach Ungarn ist die Einreise nur ungarischen Staatsbürgern und EWR-Bürgern mit ungarischer Aufenthaltsgenehmigung erlaubt. Für alle Reisenden gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Für Pendler und Transitverkehr gibt es Ausnahmebestimmungen.

Auch die Grenzen der Slowakei bleiben vorerst zu. Ausgenommen davon sind Pendlern, die im Grenzumfeld von 30 Kilometern arbeiten, und Pflegerinnen, die in Wien, Niederösterreich oder dem Burgenland beschäftigt sind, alle Rückkehrer aus dem Ausland müssen weiterhin für 14 Tage in staatliche Quarantäne.

Verhandlungen mit Rumänien laufen

Ohne eine neue Notverordnung oder Ausnahmeregelung ist auch der Grenzübertritt von rumänischen Pflegerinnen nach Österreich nicht möglich. Hierzulande wartet man dringend auf die benötigten Pflegekräfte. Die Verhandlungen zwischen Österreich und Rumänien über einen ersten Zug mit rumänischen Betreuerinnen und Betreuern für die Pflege laufen derzeit auf Hochtouren. Pflegeagenturen können bereits buchen.

Die ÖBB erklärte gegenüber der Austria Presse Agentur, dass vorausgesetzt beide Regierungen geben ihre Zustimmung, der erste Zug bereits am kommenden Montag, den 11. Mai ankommen könnte. Buchungen seien bereits möglich. Auch von der Wirtschaftskammer hieß es zur APA, dass eine entsprechende Vorabinformation an Vermittlungsagenturen gegangen sei. Man warte aber weiterhin auf die Zusage aus Rumänien. Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, koste eine Fahrt mit dem Korridorzug stolze 279 Euro. Neben dem Ticket gibt es dazu auch ein Coronavirus-Test. Der soll sofort nach der Ankunft erfolgen. Die erste Verbindung soll nach Wien, Niederösterreich und das Burgenland gehen. In einem zweiten Zug sollen 24-Stunden-Betreuerinnen für Tirol und die weiteren Bundesländer folgen.

Nähere Informationen zu allen Reisebestimmungen von und nach Österreich gibt es auf der Webseite des Außenministeriums

Am 10. Mai startet der erste Zug aus Rumänien

Hier geht es zu den Nachrichten vom Mittwochvormittag: 

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