Vertrauensindex
Wie Politiker bei der Bevölkerung abschneiden

Markus Marterbauer bewahrt sich als vertrauenswürdigster Regierungsvertreter ein positives Saldo. | Foto: BKA/Aigner
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Im neuen APA/OGM-Vertrauensindex führt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) das Ranking der Regierungsmitglieder an. Sein Saldo von plus vier wird nur von Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit plus 19 und der Dritten Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) mit plus 18 übertroffen, wobei das Staatsoberhaupt fünf Punkte verliert. Unter den Parteichefs erzielt VP-Obmann Christian Stocker den besten Wert. Die drei Kabinettsmitglieder der NEOS erleben dagegen einen kollektiven Vertrauensverlust.

ÖSTERREICH. Für den Vertrauensindex wurden 1.062 Österreicherinnen und Österreicher Ende August und Anfang September befragt. Aus den Antworten, ob sie den jeweiligen Politikerinnen oder Politikern vertrauen oder nicht vertrauen, wurde ein Saldo gebildet (Schwankungsbreite drei Prozent) und mit den Werten von April verglichen.


SPÖ mit starken Vertrauenswerten

Auffällig ist, dass sich die Regierungsmitglieder der SPÖ gut behaupten. Direkt hinter Marterbauer folgen Justizministerin Anna Sporrer, Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig, Wissenschaftsministerin Eva Maria Holzleitner und Sozialministerin Korinna Schumann – alle noch knapp im positiven Bereich.

Bei allen außer Königsberger-Ludwig gab es zwar leichte Verluste gegenüber April, dennoch liegen sie weiterhin vor den Regierungsmitgliedern von ÖVP und NEOS. Ein negativer Ausreißer ist Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler, dessen Vertrauenssaldo sich um vier Punkte auf minus 23 verschlechterte. Damit liegt er einen Punkt besser als die neue Grünen-Bundessprecherin Leonore Gewessler.

Herbert Kickl erreicht trotz Negativsaldo den größten Vertrauenszuwachs seit April. | Foto: FPÖ
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Tiefe Einbrüche bei NEOS und FPÖ

Noch unbeliebter sind Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) mit minus 27 und ÖVP-Klubobmann August Wöginger mit minus 31, die jeweils sechs bzw. sieben Punkte verloren haben. Das Schlusslicht bildet FPÖ-Chef Herbert Kickl mit minus 38, obwohl er mit einem Plus von fünf Punkten den größten Vertrauenszuwachs seit April erzielte. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer schätzt, dass Kickls Zurückhaltung in der Öffentlichkeit ihm geholfen hat.

Von den Parteichefs schneidet Kanzler Christian Stocker mit einem Saldo von null am besten ab, drei Punkte schlechter als im April. Während Babler im SPÖ-Team die rote Laterne trägt, ist Stocker bei der ÖVP am beliebtesten. Über einen Zugewinn von vier Punkten freut sich Integrationsministerin Claudia Plakolm, ebenso wie Innenminister Gerhard Karner und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, die jeweils drei Punkte dazugewinnen. Alle drei stehen bei minus acht.

Wenig zu lachen: NEOS verlieren durch Regierungsbeteiligung deutlich an Vertrauen bei der Bevölkerung. | Foto: BKA
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Die Regierungsbeteiligung kostet die NEOS viel Vertrauen: Parteivorsitzende Beate Meinl-Reisinger stürzt um zehn Punkte auf minus sechs ab. OGM-Chef Bachmayer vermutet, dass Diskussionen über eine zeitgemäße Neutralität dafür ausschlaggebend sind. Bildungsminister Christoph Wiederkehr verliert elf Punkte und liegt nun bei minus drei, ebenso wie Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) auf minus sieben. Besonders stark betroffen ist Staatssekretär Josef Schellhorn, der von plus fünf im April auf minus 20 fällt. Bachmayer sieht darin ein "amateurhaftes Stolpern" über ein größeres Dienstauto.

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Wenig zu lachen: NEOS verlieren durch Regierungsbeteiligung deutlich an Vertrauen bei der Bevölkerung. | Foto: BKA
Herbert Kickl erreicht trotz Negativsaldo den größten Vertrauenszuwachs seit April. | Foto: FPÖ

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