Ein Viertel des Vorjahrs
Wieso weniger Flüchtlingsfamilien nach Österreich nachziehen
- Der Familiennachzug im Jahr 2025 ist im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Woran liegt das?
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Im Jahr 2025 sind die Anträge auf Familiennachzug um 75 Prozent gesunken. Das liegt vor allem am politischen Umsturz in Syrien – und nur teilweise am Nachzug-Stopp der Regierung.
ÖSTERREICH. Der Familiennachzug von Flüchtlingen nach Österreich ist im Jahr 2025 deutlich gesunken. Das belegen aktuelle Daten der APA. Waren es im Jahr 2024 noch 8.234 Anträge auf Familiennachzug, waren es im Jahr 2025 nur noch 1.996.
Mit dem von der Bundesregierung ausgerufenen Nachzug-Stopp hängt das aber nur teilweise zusammen. Vielmehr dürften zahlreiche eingeleitete Aberkennungsverfahren und eine geänderte Spruchpraxis – also andere rechtliche Begrifflichkeiten – eine Rolle spielen.
Sturz des Diktators Bashar al-Assad
Zentral für die schrumpfende Zahl an nachziehenden Familien: der Machtwechsel in Damaskus in Syrien. Seitdem hat Österreich die Bearbeitung von Asylanträgen aus dem Land ausgesetzt – welche wiederum keine Familien nachziehen. Weiters wurden auch mehrere tausend Aberkennungsverfahren eingeleitet. Solange diese laufen, dürfen Familiennachzüge nicht beantragt werden.
Ein weiterer großer Grund der geringen Anträge auf Familiennachzüge basiert auf rechtliche Begrifflichkeiten, die wegen der neuen Lage in Syrien zum Einsatz kommen. Nach dem Sturz des syrischen Diktators Bashar al-Assad gibt es weniger akute Gefahren für die Asylsuchenden.
Weniger Asylanten, mehr Schutzberechtigte
Das bedeutet, dass eine Vielzahl der Personen nicht mehr Asyl beantragen, sondern subsidiären Schutz. Zweites gilt laut Bundesregierung, wenn zwar mangels persönlicher Verfolgung im Herkunftsstaat keine Flüchtlingseigenschaft besteht, aber eine Rückkehr dennoch riskant wäre.
- Nach dem Sturz des Diktators Baschar al-Assad feierte die syrische Community in Wien. Die neue politische Macht im Land hatte weitreichende Folgen für sie bis nach Wien.
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Der Unterschied: Bei subsidiärem Schutz besteht eine dreijährige Wartefrist bis zum Recht auf Familiennachzug. Während vor dem Sturz des Diktators noch eine Mehrzahl der gewährten Anträge Asyl waren (12.500 zu 5.500 subsidiärer Schutz) war im Jahr 2025 die Mehrzahl der zugelassenen Anträge auf subsidiären Schutz (1,250 Aysl, 1.900 subsidiärer Schutz).
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