Wichtige Tipps gegen Mobbing
Experten schulen Kinder in Deutschlandsberg
- Von Mobbing und Gewalt kann jedes Kind betroffen sein.
- Foto: Kinderfreunde OÖ
- hochgeladen von Marlene Leitner
Günther und Anja Ebenschweiger sind aktuell mit einem Mobbing-Training an Schulen in der Region unterwegs. Unterstützt wird dieses vom Soroptimistclub Deutschlandsberg.
DEUTSCHLANDSBERG. Mobbing ist kein harmloser Konflikt unter Kindern, Mobbing verletzt, grenzt aus und hinterlässt Spuren. Das wissen auch die Experten Günther und Anja Ebenschweiger und sorgen deshalb mit ihrem Mobbing-Training an Schulen für wichtige Präventions- und Interventionsarbeit.
„Mobbing beginnt selten laut und offensichtlich. Fast immer entwickelt es sich schleichend im Alltag einer Klasse. Deshalb braucht Prävention mehr als einzelne Maßnahmen: Kinder müssen lernen, Gefühle wahrzunehmen, Konflikte respektvoll zu lösen und Verantwortung füreinander zu übernehmen“, meinen Günther und Anja Ebenschweiger. Entscheidend sei, dass Schule, Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen gemeinsam hinschauen, früh reagieren und eine Kultur der Wertschätzung stärken.
„Dort, wo Kinder sich sicher und gesehen fühlen, hat Mobbing deutlich weniger Raum.“
Günther und Anja Ebenschweiger
Tipps gegen Mobbing
Was kann man gegen Mobbing tun? Die Experten haben einige Tipps parat: Kinder lernen Empathie, Selbstregulation und sozialen Umgang nicht durch Strafen oder Belehrungen, sondern vor allem durch Beziehung und Erfahrung. Eine liebevolle, warmherzige und kindorientierte Erziehung bedeutet nicht Grenzenlosigkeit. Kinder brauchen Erwachsene, die feinfühlig begleiten, Orientierung geben und gleichzeitig den Kindern zutrauen, mit Herausforderungen umzugehen. Genau daraus entwickeln sich wichtige Fähigkeiten für ein respektvolles Miteinander.
- Die Kinder beim Workshop in der Volksschule Groß St. Florian.
- Foto: Steinberger/Wernegg
- hochgeladen von Katrin Löschnig
Dazu gehören zum Beispiel:
- Kindern emotionale Sicherheit zu geben, also verlässlich da zu sein, zuzuhören und ihnen das Gefühl zu vermitteln: „Du bist geliebt und nicht allein, auch wenn es schwierig wird.“
- Kinder im Alltag mitentscheiden zu lassen, etwa bei kleinen Fragen, Abläufen oder Lösungen für Konflikte. So erleben sie, dass ihre Meinung zählt und sie wirksam sein können.
- Gefühle ernst zu nehmen, auch wenn sie für Erwachsene manchmal übertrieben wirken. Kinder brauchen nicht sofort Lösungen oder Bewertungen, sondern zuerst Verständnis und Begleitung.
- Klare und faire Grenzen zu setzen. Kinder brauchen Orientierung und Sicherheit. Grenzen dürfen liebevoll, ruhig und respektvoll vermittelt werden; ohne Angst, Beschämung oder Demütigung.
- Respektvoll miteinander zu sprechen, auch in Stresssituationen. Kinder lernen durch Vorbilder, wie man mit Konflikten, Fehlern und unterschiedlichen Meinungen umgeht.
So entwickeln Kinder Schritt für Schritt wichtige Fähigkeiten wie Selbstregulation, Frustrationstoleranz, Mitgefühl und einen respektvollen Umgang mit anderen Menschen und damit Schutzfaktoren, um nicht Mobberin bzw. Mobber und auch nicht Opfer zu werden. Weitere wichtige Informationen gibt es online auf www.mobbing-zentrum.at
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