Jagdbezirk Deutschlandsberg
Wasser wird für unsere Wildtiere zur Überlebensfrage

Friedrich Griessner (l.) und Anton Pölzl aus Lannach bemühen sich um die Versorgung der Wildtiere in dieser anhaltenden Trockenzeit. | Foto: Bezirksjagdamt Deutschlandsberg
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  • Friedrich Griessner (l.) und Anton Pölzl aus Lannach bemühen sich um die Versorgung der Wildtiere in dieser anhaltenden Trockenzeit.
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Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst in unseren Breiten angekommen. Längere Trockenperioden, ausbleibende Niederschläge und immer häufigere Hitzewellen stellen auch die heimischen Wildtiere vor große Herausforderungen. Unsere Jägerinnen und Jäger krempeln daher die Ärmel auf und engagieren sich ehrenamtlich für nachhaltige Wasserstellen in den Revieren. 

BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Wir spüren es alle: Es ist heiß. Es ist trocken – und das schon sehr lange. Doch die Hitze und die seit Wochen anhaltende Trockenheit plagt nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tierwelt. Der Unterschied: Wir können uns vor der Hitze zurückziehen und uns mit Wasser versorgen. Doch die Wildtiere sind auf die natürlichen Gegebenheiten ihres Lebensraumes angewiesen.

Heimische Wildtiere sind zwar bestens an kalte Winter angepasst, lang anhaltende Hitzeperioden bedeuten jedoch enormen Stress. Eine derart anhaltende Trockenheit, wie sie derzeit auch die Region in der Südweststeiermark bereits seit Wochen im Griff hat, kann für Tiere in freier Wildbahn zur Lebensbedrohung werden. 

Nicht einmal mehr Morgentau an den Pflanzen 

Was nämlich viele nicht wissen: Wildtiere decken einen Großteil ihres Wasserbedarfs über die Nahrung ab, also über frische Kräuter, Gräser, Blätter und Feldfrüchte, die große Mengen Wasser enthalten. "Zusätzlich werden Tau, kleine Wasserstellen, Feuchtflächen oder Bäche genutzt. Doch während längerer Trockenperioden trocknen Böden und Pflanzen aus, der Morgentau bleibt aus und viele natürliche Wasserstellen versiegen gänzlich.  Fallen diese wichtigen Quellen aus, geraten viele Tiere in eine Notsituation", erklärt Johann Silberschneider, Bezirksjägermeister in Deutschlandsberg. 

Dieser Hitzestress schwächt das Immunsystem und begünstigt somit Krankheiten – vor allem die Entwicklung der Jungtiere wird beeinträchtigt.

Gerade führende Geißen mit ihren Jungtieren sind von den klimatischen Veränderungen stark betroffen. | Foto: Garber
  • Gerade führende Geißen mit ihren Jungtieren sind von den klimatischen Veränderungen stark betroffen.
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Täglich 1,5 Liter Wasser für ein Reh 

So benötigt z.B. ein ausgewachsenes Reh durchschnittlich rund 1 bis 1,5 Liter Wasser pro Tag. Bei hohen Temperaturen steigt dieser Bedarf deutlich an. Auch Feldhasen sind auf wasserreiche Nahrung und zusätzliche Wasserquellen angewiesen. Ihr täglicher Wasserbedarf liegt bei etwa 0,3 bis 0,5 Liter.

"Fehlt Wasser über längere Zeit, werden Verdauung und Stoffwechsel beeinträchtigt, die Tiere verlieren an Kondition und werden anfälliger für Krankheiten und Parasiten", bringt es Silberschneider auf den Punkt.

Eine komplett ausgetrocknete Lahn in Lannach. | Foto: Bezirksjagdamt Deutschlandsberg
  • Eine komplett ausgetrocknete Lahn in Lannach.
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Dazu kommt, dass sich durch den Klimawandel sich die Pflanzenwelt deutlich früher im Jahreslauf entwickelt als noch vor wenigen Jahrzehnten. Dadurch steht den Muttertieren oft nicht mehr jene nährstoff- und wasserreiche Äsung genau dann zur Verfügung, wenn sie diese für die Aufzucht ihrer Jungen benötigen. Die Folgen sind schlechtere Entwicklungsbedingungen und geringere Reserven für die kommende kalte Jahreszeit, sodass Rehkitze sowie führende Geißen besonders von dieser klimatischen Entwicklung betroffen sind. 

Jägerschaft legt Hand an

Um dieser Situation entgegenzuwirken, setzen Jägerinnen und Jäger zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes. Sie leben Wasserstellen an, schaffen Feuchtbiotope und pflegen bestehende Lebensräume - und das in Eigenregie und auf eigene Kosten.

„Während wir Menschen jederzeit Zugang zu Trinkwasser haben, wird Wasser für viele Wildtiere in Trockenzeiten zur Überlebensfrage. Mit unserem ehrenamtlichen Einsatz schaffen wir Lebensräume und helfen jenen, die sich nicht selbst helfen können."
Johann Silberschneider, Bezirksjägermeister in Deutschlandsberg 

Dank an die Grundeigentümer

Dabei ist man in der Jägerschaft für das Verständnis und die Mithilfe der jeweiligen Grundeigentümer dankbar, die die notwendigen Flächen zur Verfügung stellen und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Tierwelt leisten.

„Nur durch Eigeninitiative und die Unterstützung der Grundeigentümer können wir solche Projekte umsetzen. Jeder geschaffene Tümpel und jede Wasserstelle hilft unseren Wildtieren durch die heißen Sommermonate." 
Jagdobmann Friedrich Grießner aus Lannach 

So sind z.B. im Jagdrevier Lannach bereits mehrere Wasserstellen geschaffen und bestehende Biotope verbessert worden. Maßgeblich beteiligt waren dabei Jagdobmann Friedrich Grießner, Anton Pölzl und Heidi Staltner, die viele Arbeitsstunden in die Umsetzung dieser Maßnahmen investiert haben.

„Wenn wir sehen, wie rasch die Wasserstellen von Wildtieren angenommen werden, wissen wir, dass sich der Einsatz lohnt", ist Jagdobmann Friedrich Grießner überzeugt. 

Lannach: Wasser für Wildtiere wird hier herantransportiert. | Foto: Bezirksjagdamt Deutschlandsberg
  • Lannach: Wasser für Wildtiere wird hier herantransportiert.
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Wasserstellen in Teipl ausgehoben

Auch im Jagdrevier Teipl haben Franz Langmann, Laura Langmann und Karlheinz Grinschgl wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung und des Lebensraumes umgesetzt. Durch den Einsatz technischer Geräte und mit beträchtlichem persönlichen Aufwand konnten mehrere Wasserstellen errichtet bzw. verbessert werden. „Die Auswirkungen der Trockenheit sind in der Natur deutlich sichtbar. Wasserstellen sind heute wichtiger denn je und helfen vielen Tierarten unmittelbar", ist Franz Langmann überzeugt.

Wasserstellen für Wildtiere sind überlebensnotwendig geworden. Hier sind Franz Langmann und Baggerfahrer Karlheinz Grinschgl bei Aushub-Arbeiten in Teipl aktiv. | Foto: Bezirksjagdamt Deutschlandsberg
  • Wasserstellen für Wildtiere sind überlebensnotwendig geworden. Hier sind Franz Langmann und Baggerfahrer Karlheinz Grinschgl bei Aushub-Arbeiten in Teipl aktiv.
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„Hinter jeder Wasserstelle stehen zahlreiche freiwillige Arbeitsstunden, der Einsatz von Baggern und Maschinen sowie finanzielle Mittel aus eigener Tasche. Dieses Engagement leisten wir für unsere Wildtiere und für den Erhalt der Artenvielfalt.“
Franz Langmann, Jagdrevier Teipl 

Von diesen Maßnahmen profitieren nicht nur Rehe und Hasen. Auch zahlreiche Vogelarten, Amphibien, Libellen, Wildbienen und andere Insekten finden dort Wasser und wertvolle Lebensräume. Oft genügt bereits eine kleine Wasserfläche, um vielen Tieren in Trockenzeiten das Überleben zu ermöglichen.

Bereis im Vorjahr haben die Jägerinnen und Jäger Maßnahmen gesetzt:

Wasserknappheit bringt steirische Wildtiere in Gefahr

Unterstützung bei Dürre für die Landwirtinnen und Landwirte läuft an:

Debatte um Dürre-Hilfen für Bauern hat begonnen

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