Ausbildungsstätte direkt vor der Haustür

Die zweite Jahrgangsklasse der Ausbildung zum Diplomkrankenpfleger in Bad Radkersburg. Viele sind auf dem zweiten Bildungsweg zu einem sicheren Job.    Foto: WOCHE
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  • Die zweite Jahrgangsklasse der Ausbildung zum Diplomkrankenpfleger in Bad Radkersburg. Viele sind auf dem zweiten Bildungsweg zu einem sicheren Job. Foto: WOCHE
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„Nachwuchssorgen“ hat die Krankenpflegeschule in Bad Radkersburg. Für den nächsten Jahrgang wären noch Plätze frei.

Das Aufnahmeverfahren läuft noch. Wir bieten je 34 Ausbildungsplätze zum Diplomkrankenpfleger und zum Pflegehelfer. Es sind noch Plätze frei“, hat die Leiterin der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege am LKH Bad Radkersburg, Romana Schloffer, zwar keine Angst vor dem Zusperren, aber doch den Wunsch nach mehr Anmeldungen. Dabei hat die Schule einiges zu bieten. Sie liegt für Bewohner der Bezirke Radkersburg und Feldbach praktisch vor der Haustür. Die Schüler kommen aber auch aus den angrenzenden Bezirken und aus dem Burgenland.
Auch die Praktika können in Wohnortnähe beispielsweise in den Spitälern Radkersburg, Feldbach, Fürstenfeld und Wagna oder in ausgewählten Pflegeeinrichtungen der Region gemacht werden. Beliebt ist die Ausbildung auch im zweiten Bildungsweg. Bei den Pflegehelfern liegt der Anteil sogar bei zwei Drittel. Dazu haben diese Berufe noch beinahe so etwas wie eine Jobgarantie. „Meist wird auf unsere Abgänger schon gewartet. Die Schule ist Ende September fertig. Anfang Oktober beginnen die meisten Absolventen bereits zu arbeiten. Und das noch dazu oft in der Region“, spricht Schloffer die ausgezeichneten Jobchancen an.
Drei Diplomjahrgänge haben die Ausbildung an der 2005 gegründeten Schule bereits absolviert. Zurzeit sind in den drei Jahrgängen etwa 90 Schüler, in der einjährigen Ausbildung zum Pflegehelfer 28.
Zweiter Bildungsweg
Drei Männer sind unter den 31 Frauen des zweiten Ausbildungsjahres zum Diplomkrankenpfleger. Unter ihnen befindet sich auch der 30-jährige Bürokaufmann Thomas Maierhofer, der für den zweiten Bildungsweg von Vorau nach Altneudörfl zog. Aus derselben Berufssparte kommt Andrea Theni aus Riegersburg. Die zweifache Mutter hat schon die Ausbildung zum Pflegehelfer gemacht und ist jetzt daher in der verkürzten Ausbildung zum Diplom. Sie möchte in der Rehabilitation arbeiten. Zweifache Mutter ist auch Melanie Tritscher aus St. Peter am Ottersbach. Der früheren Sekretärin am LKH Bad Radkersburg gefällt aber der Schwesternberuf besser. Nathalie Schmid war Zahnarztassistentin in Bad Gleichenberg und will in der Rehabilitation arbeiten. Edda Freißmuth aus Fürstenfeld hat sich nach ihrer Matura zu dieser Ausbildung entschlossen. Nach längeren Krankenhausaufenthalten in ihrer Kindheit, möchte sie diese Erfahrungen selbst später bei der Arbeit mit Kindern nützen.

4 Fragen an
Romana Schloffer

Frau Schloffer, machen Sie sich Sorgen um den Weiterbestand der Ausbildungsstätte in Bad Radkersburg?
Das nicht, aber ein paar Anmeldungen könnten wir im laufenden Aufnahmeverfahren noch brauchen. Wir haben insgesamt je 34 Ausbildungsplätze für das Diplom und 34 für den Pflegehelfer.

Was sind die Aufnahmebedingungen?
Für die dreijährige Diplom-ausbildung die Vollendung des 16. Lebensjahres, die Absolvierung eines 10. Schuljahres und ein bestandenes Aufnahmeverfahren. Für die einjährige Pflegehelferausbildung sind ein Alter von 17 Jahren, der Abschluss der Schulpflicht und ein Aufnahmegespräch Bedingung. Alle müssen unbescholten sein und körperlich und gesundheitlich geeignet.

Was erwartet die Schüler nach einem erfolgreichen Aufnahmeverfahren?
In der dreijährigen Diplom-ausbildung 2.000 Stunden theoretischer Unterricht, 2.480 Stunden Praktikum und 120 Stunden in unserem Schulschwerpunkt Wohlbefinden und Kreativität. Pro Ausbildungsjahr haben die Schüler acht Wochen Ferien und sind kranken-, unfall- und pensionsversichert. Es gibt auch ein monatliches Taschengeld von 80 Euro im ersten, 160 Euro im zweiten und 240 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Die einjährige Pflegehelferausbildung hat je 800 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht. Die Kurskosten betragen 1.510 Euro. Absolventen dieser Ausbildung können nach einer nachgewiesenen zweijährigen Berufspraxis die auf zwei Jahre verkürzte Ausbildung zum Diplompfleger machen, wobei Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten seitens des AMS möglich sind.

Wie sind die Jobchancen für die Absolventen?
Die sind ausgezeichnet. Einer unserer Slogans lautet: Dein Weg zum sicheren Job. Auf unsere Absolventen wird nach Abschluss der Ausbildung meist schon sehnsüchtig gewartet. Die Schule endet im September. Im Oktober haben schon alle einen Job. Gewisse Bereiche wie Langzeitpflege, Hauskrankenpflege oder Akutkrankenhäuser haben Bedarf. Es gibt auch viele Ausfälle durch Schwangerschaft und Pension. In unserem Bereich gibt es auch noch Arbeit in der Region. So ist beispielsweise in den nächsten drei Jahren mit einer Pensionierungswelle im Landespflegezentrum Bad Radkersburg zu rechnen.

walter.schmidbauer@aon.at

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