Epigenetik
Wie unser Lebensstil die Gene beeinflusst
- Gene im Höhenflug: Ernährung, Bewegung, Psyche, Soziales, Umwelt, etc. können die Genetik beeinflussen.
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- hochgeladen von Christian Pendl
Dieser eher junge Forschungsbereich, der Disziplinen wie Molekularbiologie, Neurologie, Medizin, Psychologie oder auch Soziologie in sich vereint, gilt als revolutionär und richtungsweisend und spiegelt, wenn man so will, viele Lebensprinzipien wider. Die Epigenetik zeigt eindrucksvoll, welchen Einfluss wir auf unsere Gene und die unserer Kinder haben.
Epigene werden somit auch die "Schalter" der Gene genannt, und nicht erst seit zwei Jahren ist uns bewusst, dass der Lebensstil und die individuelle Verfassung eines Menschen über Gesundheit und Krankheit stark mitentscheiden können.
Was nun genau ist Epigenetik, um es auf den Punkt zu bringen? Eine zusammenfassende Beschreibung liefert etwa der Biologe und Anthropologe Peter Spork in seinem Buch "Der zweite Code":
Die Epigenetik beschäftigt sich mit all jenen molekularbiologischen Informationen, die Zellen speichern und an ihre Tochterzellen weitergeben, die aber nicht im Erbgut enthalten sind. […] Doch was die Epigenetik aus dem Elfenbeinturm der Grundlagenforschung holt, ist ein anderes Phänomen: Die Epigenschalter sind flexibel. Sie reagieren auf Umwelteinflüsse. Deshalb können Erziehung, Liebe, Nahrung, Stress, Hormone, Hunger, Erlebnisse im Mutterleib, Vergiftungen, Psychotherapie, Nikotin, außergewöhnliche Belastungen, Traumata, Klima, Folter, Sport und vieles mehr unsere Zellen umprogrammieren. (Spork, 2009: 15 f.)
Spork nennt sein Buch "Der zweite Code". Die Buchstabenfolge der Gene ist Spork zufolge der erste Code, der dem Körper sagt, welche Biomoleküle er überhaupt bauen kann. Der zweite, der epigenetische Code, sagt ihm, "wann und wo er welches von den prinzipiell möglichen Biomolekülen tatsächlich bauen soll". Er verankert wichtige Informationen an und im Erbgut, wirkt aber zeitlich anders. Epigenetische Informationen wandeln sich demnach innerhalb von Jahren und Jahrzehnten und reagieren dynamisch auf Veränderungen aus ihrer Umwelt. Im Vergleich dazu nennt Spork die klassische genetische Evolution, wie sie von Darwin postuliert wurde, welche für ihre Veränderungen Jahrtausende braucht.
Viel Gemüse, Frischluft und Liebe
Für Randy Jirtle (vgl. Spork, 2009: 161 f.), US-amerikanischer Onkologe, liegt die Basis der meisten Krankheiten in der Epigenetik, da Krankheiten leichter durch eine falsche Regulation der Gene als durch falsche Gene selbst entstehen. Daher empfiehlt er, dass man sich und seine Kinder gesund ernährt, sportlich aktiv ist und für eine liebevolle und Geborgenheit gebende Umwelt sorgt.
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