Pongratz-Moore-Steg
Fahrverbot vor Baustelle wird fast durchgehend ignoriert
- Hier herrscht seit geraumer Zeit Radfahrverbot. In der Praxis halten sich die wenigsten daran.
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Der Pongratz-Moore-Steg ist seit drei Jahren Sperrgebiet, auch die Nord-Südverbindung vor der Baustelle ist seit letztem Jahr für Radfahrerinnen und Radfahrer Fahrverbotszone. An dieses Verbot halten sich allerdings die wenigsten.
GRAZ. Es ist ein lauschiger Dienstag kurz nach 16 Uhr direkt vor der Baustelle des Pongratz-Moore-Stegs. Auf dem rund eineinhalb Meter breiten Schotterweg, der als "Umfahrung" dient, treffen ein Pensionist, sein Fahrrad schiebend, und ein E-Moped in einer der engen Kurven aufeinander. Zu einer Kollision kommt es nicht, trotzdem bringt die Begegnung den älteren Herren zur Weißglut, denn im Baustellenbereich herrscht seit geraumer Zeit Radfahrverbot. Erzürnt droht er dem Gegenüber sogar mit der Polizei und möchte ihn an der Weiterfahrt hindern. Nach ein paar Minuten ziehen beide weiter. Auf Nachfrage kommentiert der Herr: "Das ist eine Frechheit, das können's schreiben!"
- Der Durchgang wurde in den letzten Wochen immer kleiner.
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Durch den "Stau" steigen auch drei nachkommende Radlerinnen und Radler ab und schieben ein paar Meter. Eine Frau mit Rollator sorgt für zwei weitere Absteiger.
Fast alle ignorieren Fahrverbot
Wenig später kommt eine Mutter mit ihrem rund fünfjährigen Sohnemann, während sie dem Kind sagt: "So, hier ist Baustelle, da müssen wir absteigen", rauschen zwei weitere Radler durch die Engstelle – ohne absteigen natürlich.
- Beim Lokalaugenschein fuhren rund zwei Drittel der Radlerinnen und Radler ohne Absteigen einfach druch.
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Sie sind keine Ausnahme, wie der Lokalaugenschein zeigt. Zwischen 16 Uhr und 16.30 Uhr passierten 67 Radlerinnen und Radler den Baustellenbereich. 45 davon fuhren ohne absteigen einfach durch, 22 schoben ihr Fahrrad zumindest teilweise, wobei die gängigste Praxis war, so lange zu fahren, bis es zu "Gegenverkehr" kam, danach wurde geschoben. Zumindest so gut wie alle reduzierten im Fahrverbotsbereich die Geschwindigkeit.
- Hier stand vor rund zwei Wochen noch eine große Umleitungstafel, diese wurde allerdings durch das kleine Zusatzschild ersetzt.
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Verbotsschilder verkleinert
Der Pongratz-Moore-Steg selbst ist bereits seit Juli 2023 gesperrt, seit September des Vorjahres kommt es durch die Arbeiten zum Neubau der Brücke auch zu Einschränkungen der Nord-Süd-Verbindung. Die offizielle Fahrrad-Umleitung beginnt auf Höhe des Mur-Beach und führt entlang der Weinzöttlstraße bis zum Arlandgrund. Während das Radfahren in der Fahrverbotszone boomt, wirkt die Umleitungsstrecke vergleichsweise verwaist. Spannend dabei: Vor rund zwei Wochen standen noch große gelbe Umleitungsschilder, deren Größe die Hälfte des Murradwegs einnahm. Die Umleitungsstrecke war für die Radlerinnen und Radler so nicht zu übersehen. Diese Schilder sind nun aber weg und wurden durch kleine unscheinbare Zusatztafeln auf bestehenden Verkehrsschildern ersetzt – im Vorbeifahren sehr leicht zu übersehen.
- Nach der recht kleinen Umleitung folgt hier dann das Schild mit dem Radfahrverbot.
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Problem ist bekannt
"Die Beschilderung ist mit der Verkehrsplanung so akkordiert und das Radfahrverbot im Baustellenbereich bleibt selbstverständlich aufrecht", erklärt man in der Stadtbaudirektion. Die Frage, warum die großen Tafeln gegen die kleinen getauscht wurden, bleibt unbeantwortet. Das Problem ist zumindest bekannt und auch die Polizei führt immer wieder Kontrollen durch. Am Verkehrsverhalten vor Ort ändert das freilich wenig.
Radfahrende und Fußgänger werden sich auf der schmalen Schotterstrecke zwischen Bauzäunen wohl noch bis zur Fertigstellung der Arbeiten begegnen, diese sind aktuell bis Ende 2026/Anfang 2027 anberaumt. Anfang Juli wurden zumindest einmal die ersten Brückenteile angeliefert.
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