Die Hintergründe
Warum die Steiermark Österreichs teuerste Öffis hat
- Die steirischen Öffipreise sind im österreichischen Vergleich hoch. Mit 1. Juli steigen sie wieder.
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Vergleicht man Stunden-, Tages-, Monats- und Jahreskarten, zahlen steirische Öffifahrerinnen und -fahrer für ihre Tickets im Durchschnitt am meisten. Aber warum ist das so? MeinBezirk hat nachgefragt.
STEIERMARK. Alle Jahre wieder ist die Preisgestaltung der öffentlichen Verkehrsmittel großes Gesprächsthema, mit 1. Juli steigen die Preise in der Steiermark wieder an. Für eine Stundenkarte zahlt man dann pro Zone, egal ob in Graz, Leibnitz oder Leoben, 3,10 Euro, für eine Tageskarte 6,80 Euro, beides sind österreichische Höchstwerte. Preislich der Steiermark am nächsten sind Tirol und Oberösterreich, wo man drei oder 2,80 Euro (Kernzone Linz) für die Stundenkarte zahlt. Auch bei den Tageskarten ist Tirol am nächsten dran, dort zahlt man 6,60 Euro. Bei den Monatskarten landet die Steiermark mit 64,70 Euro auf Platz zwei hinter Salzburg, wo man für eine Zone 65 Euro zahlen muss.
Preise Stundenkarten ab Juli
| Bundesland | Preis |
|---|---|
| Steiermark | 3,10 Euro |
| Tirol | 3 Euro |
| Salzburg | 3 Euro (Kernzone) |
| Oberösterreich | 2,8 Euro (Kernzone) |
| Wien | 2,4 Euro |
| Niederösterreich | 2 Euro |
| Burgenland | 2 Euro |
| Kärnten | 2 Euro |
| Vorarlberg | 1,8 Euro |
Platz drei bei Klimatickets
Heißes politisches Thema war auch die Erhöhung des Bundesland-Klimatickets, das ab Juli 499 Euro statt 468 Euro kosten wird. Damit liegt die Steiermark auf Platz drei, dieses Mal hinter Tirol (561,80 Euro) und Oberösterreich (550 Euro). In beiden Bundesländern gibt es allerdings noch andere Jahreskarten, für gewisse Bezirke oder die Landeshauptstädte (z.B. Klimaticket Innsbruck, Klimaticket "Regional und Linz"), in der Steiermark gibt es diese Varianten nicht mehr.
Preise Bundesland-Klimaticket ab Juli
| Bundesland | Preis |
|---|---|
| Tirol | 561,80 Euro |
| Oberösterreich | 550 Euro |
| Steiermark | 499 Euro |
| NÖ + BGLD | 495 Euro |
| Kärnten | 399 Euro |
| Salzburg | 360 Euro |
| Wien | 360 Euro |
| Vorarlberg | 326 Euro |
Für den Geschäftsführer des steirischen Verkehrsverbundes, Peter Gspaltl, eine positive Entwicklung, vor allem für Pendlerinnen und Pendler. Er nennt das Beispiel Leoben-Graz, hier habe man vor Vereinheitlichung des Klimatickets über 1.000 Euro für eine Jahreskarte gezahlt.
Preise Tageskarten ab Juli
| Bundesland | Preis |
|---|---|
| Steiermark | 6,80 Euro |
| Tirol | 6,60 Euro |
| Oberösterreich | 5,60 Euro |
| Kärnten | 5,60 Euro (Stadttarif) |
| Wien | 4,80 Euro |
| Salzburg | 4,70 Euro |
| NÖ und BGLD | 3,90 Euro |
| Vorarlberg | 3,30 Euro |
Weite Wege, großes Angebot
Angesprochen auf die Preisdebatte verweist Gspaltl auf drei Punkte: die Größe des Bundeslandes, den Ausbau des Angebotes sowie die vertragliche Regelung mit den Verkehrsbetrieben. Allein in den vergangenen Jahren habe man das Angebot der steirischen Öffis in Bezug auf Regionalzüge und -busse fast verdoppelt, zusätzliche Erweiterungen seien in den nächsten Jahren keine geplant. Wenn, dann werde umstrukturieren. Aktuell sind 333 Regiobus- und 11 Regiobahnlinien in der Steiermark unterwegs, Gspaltl dazu: "Das Angebot ist top, jetzt geht es darum, das den Leuten schmackhaft zu machen."
Vertragliche Erhöhungen
Wer zahlt, schafft an
Aus dem Ticketverkauf heraus wäre dieses System nicht finanzierbar, auch reich werde man mit dem öffentlichen Verkehr nicht. Bereits jetzt kommen rund 70 bis 80 Prozent der Mittel, die den öffentlichen Verkehr finanzieren, aus Steuergeld. Daraus entwickelt sich auch der politische Einfluss auf Planung und Preisgestaltung. Gspaltl betont, dass bei einem Verzicht auf eine Tarifanpassung, der bereits hohe Steuergeldanteil noch weiter steigen würde.
"Die Tarifgestaltung ist ein sehr transparenter Prozess, der mit allen Partner vertraglich geregelt ist."
Peter Gspaltl, Geschäftsführer des steirischen Verkehrverbund
Einen negativen Einfluss auf die Nutzung der Öffis hatten die Preiserhöhungen der letzten Jahre nicht, ganz im Gegenteil. Die Zahl der Jahreskartenbesitzerinnen und -besitzer ist seit der Einführung des Klimatickets um rund 50.000 Personen gestiegen, ohne dass es zu Rückgängen beim Verkauf anderer Tickettypen (Stunden-, Tages-, Wochen- und Monatskarten) gekommen ist, die Öffinutzung ist also gestiegen.
- Peter Gspaltl, Geschäftsführer des steirischen Verkehrsverbundes, betont das breite Öffi-Angebot in der Steiermark.
- Foto: Foto Jörgler
- hochgeladen von Christoph Hofer
Zehn Cent mehr "nicht ausschlaggebend"
Vor allem für kürzere Strecken, beispielsweise für drei Bimstationen in Graz, sorgt die Bepreisung der Stundenkarte immer wieder für Unmut. Gspaltl sieht aber dieses Gegenargument nicht als Hemmschwelle zur Öffinutzung: "Wer sich um 3,10 Euro keine Stundenkarte kauft, der tut das bei einem Preis von 2,90 Euro auch nicht. Zehn Cent mehr oder weniger sind für die Nutzung nicht ausschlaggebend."
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