Grünes Wohnen: Graz soll mehr Dachgärten bekommen
- Grün wohnen in Graz: Landesrat Johann Seitinger (l.), Andrea Jany vom Institut für Wohnbauforschung und Graz-Bürgermeister Siegfried Nagl
- Foto: Stadt Graz/Fischer
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Als ein Modell der Zukunft beschreiben die Verantwortlichen das Konzept der Dachgärten im Wohnbau in Graz. Die Initiative wird mit zehn Euro pro Quadratmeter gefördert.
Der Bauboom, die Baudichte, die Betonpflaster, wenig Grünraum: Die Menschen in urbanen Gebieten sehnen sich trotz Städteverdichtung nach Grünraum. Neben etlichen Grünraumoffensiven geht die Stadt Graz nun einen neuen Weg und will Dachgärten im Wohnbau forcieren. Beim heutigen Pressegespräch stellten Landesrat Johann Seitinger, Bürgermeister Siegfried Nagl und Andrea Jany vom Institut für Wohnbauforschung das Konzept vor.
- So grün: Die Sargfabrik in Wien macht vor, wie Dachgärten aussehen können.
- Foto: Wolfgang Zeiner
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Für Natur und Mensch
"Rund 60 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher leben bereits in Städten und bis 2050 werden es 70 Prozent sein", leitete Johann Seitinger seine Ausführungen ein und betonte, wie wichtig es ist, mit Begrünungsmaßnahmen einen Ausgleich zu schaffen. "Begrünte Dachgärten im Wohnbau erhöhen die Lebensqualität und leisten einen Beitrag zu Klimaschutz und -anpassung", so Seitinger weiter.
Das Land Steiermark beauftragte das Institut für Wohnbauforschung, eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, mit einer Potenzialanalyse für die Anlage von Dachgärten im Geschosswohnbau in der Stadt Graz. Diese wurde von Andrea Jany, Thomas Höflehner und Bernhard Hohmann durchgeführt. Die Studie habe gezeigt, dass die Ausführung von Flachdächern als begehbare beziehungsweise benutzbare Freiflächen mit intensiver Begrünung und großflächigen Bepflanzungsbereichen oder mit Hochbeeten viele ökologische, ökonomische, aber auch soziale Vorteile bietet. „Grüne Dachlandschaften leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz indem sie die thermischen Verhältnisse in Gebäuden und Siedlungsgebieten positiv beeinflussen. Zusätzlich können durch innovative Organisations- und Betriebsmodelle neue wirtschaftliche Felder mit stark regionalem Bezug generiert werden“, erklärt Andrea Jany. Seitinger verweist zudem auf die Funktion zur Kühlung von Gebäuden, insbesondere als Wasserspeicher, der bei extremen Wetterereignissen eine Rolle spielt.
- Präsentation: Heute wurde im Medienzentrum Steiermark die Initiative vorgestellt.
- Foto: Lebensressort/Streibl
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Drei Pilotprojekte
Durch die durchgeführte Analyse konnten in Graz 14 potenzielle Standorte für Dachgärten in bereits bestehenden Anlagen im gemeinnützigen Wohnbau ausgemacht werden. In Zukunft soll gemeinsam mit Bauträgern dieses Konzept forciert werden. Die Stadt Graz will dies in jedem Fall unterstützen. Bürgermeister Siegfried Nagl nennt mit den Eggenbergen, dem Brauquartier und dem Science Tower drei Positivbeispiele und sieht Dachgärten als positiven Anreiz für Bauträger, aber auch künftige Bewohner. "Das ist ein Modell der Zukunft. Corona hat uns gezeigt, wie wichtig Grünflächen sind", erklärt der Stadtchef.
Die Stadt Graz wird die Errichtung von drei Pilot-Dachgärten auf bestehenden Wohnobjekten finanziell unterstützen. "Die Förderung liegt bei zehn Euro pro Quadratmeter und die maximale Förderhöhe ist 40.000 Euro pro Objekt", erläutert Nagl, der auch die Wichtigkeit der sozialen Aspekte hervorhebt. Zusätzlich gibt es die Förderungen für Gemeinschaftsgärten und Stadtbäume. Erste Projekte sollen 2021 umgesetzt werden.
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