28.10.2016, 17:17 Uhr

Vernissage: verlassen.schafft - Der magische Glanz der Abwesenheit

Wann? 04.11.2016 19:30 Uhr

Wo? Bundesdenkmalamt für Steiermark, Schubertstraße 73, 8010 Graz AT
verlassen.schafft - Der magische Glanz der Abwesenheit
Graz: Bundesdenkmalamt für Steiermark |

Lassen Sie sich verzaubern von der Schönheit einer vergangenen Welt! Christoph Bouvier hält Eindrücke einer Welt ohne Menschen in seinen Fotografien verlassener Orte fest. Verfallene Villen, längst geschlossene Krankenhäuser, ausrangierte Kraftwerke und andere Ruinen erzählen die Geschichte ihrer Vergangenheit und blühen so ein letztes Mal auf.

Viele Menschen träumen von einem Urlaub auf einer einsamen Insel, fernab der Hektik des Alltags. Um solche Inseln der Ruhe zu finden, bedarf es nicht unbedingt einer Reise in ferne Gewässer. Verlassene Orte sind allgegenwärtig, wir neigen allerdings dazu, sie aus unserer Wahrnehmung zu verdrängen. Die Vergänglichkeit in Form des Verfalls hat in unserer konsumorientierten Gesellschaft keinen Platz.
Diese verlassenen Orte haben weder Palmenstrand noch Zimmerservice, erzählen aber oft nach Jahren und Jahrzehnten noch die Geschichte der Menschen, die an diesen Orten gelebt, gearbeitet, gelitten oder gebetet haben. Sich in der beinahe kontemplativen Stille fotografisch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen kann zu einer sehr meditativen Tätigkeit werden.

Dokumentationen auf diversen TV-Sendern setzen sich mit der Frage auseinander, wie eine Welt ohne Menschen aussehen würde. Um eine Antwort zu finden, bedarf es keiner Computersimulation. Verlassene Krankenhäuser, Schulen, Irrenanstalten, Kirchen, Wohnungen oder auch Industrieruinen zeigen was kommt, wenn der Mensch geht: In Abwesenheit des Menschen schaffen Natur und Zeit einzigartige Situationen, die als Kunstwerke in einem aufregenden Kontrast zu moderner, aufgeräumter Architektur stehen. Die Ästhetik dieses Verfalls und die beeindruckende Leere einst bevölkerter Gebäude fotografisch festzuhalten ist eine erfüllende Aufgabe - und gleichzeitig ein Symbol gegen eine Gesellschaft, die dem Erbe unserer Vorfahren immer weniger Platz bietet.
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