26.10.2016, 09:36 Uhr

Sturms Meisterheld kämpft auch um seine Zukunft

Kämpfer: Roman Kienast (l.) will um seine Chance bei Sturm kämpfen. (Foto: GEPA)

Tribüne statt Strafraum – Roman Kienast über seine neue Rolle beim SK Sturm.

Einmal am Rathausbalkon stehen und den Meisterteller stemmen – aus dem aktuellen Sturm-Kader kennen nur zwei Kicker dieses Gefühl: Goalie Christian Gratzei und Stürmer Roman Kienast waren 2011 dabei. Am aktuellen schwarz-weißen Erfolgslauf wirkt mit Gratzei aber nur eine Hälfte des Meisterduos maßgeblich mit. Für Kienast standen bisher meist nur Kurzeinsätze zu Buche.
In der Liga stand der "Lange" zuletzt gegen Ried und Mattersburg nicht einmal im Kader. "Gegen Ried war ich ja noch verletzt, nachdem ich in einem Testspiel einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hab – wenn du aber fit bist und trotzdem nur auf der Tribüne sitzt, ist das natürlich bitter. Als Spieler willst immer spielen."
Die aktuelle Erfolgsserie der Schwarz-Weißen macht’s für den 32-Jährigen natürlich nicht einfach, sich wieder in die Mannschaft zu spielen. "Aktuell gibt’s für den Trainer keinen Grund zu tauschen – wir haben einfach einen Lauf und das passt auch so. Ich werde natürlich trotzdem nicht aufstecken, mich weiter in jedem Training voll reinhauen und dann hoffentlich meine Chance nutzen."
Seinen bisher einzigen Startelf-Einsatz absolvierte Kienast ausgerechnet bei der bis dato einzigen Saisonpleite in Ried. "Wenn du einmal die Chance bekommst, musst du funktionieren – und das hab ich da einfach nicht. So ehrlich bin ich schon zu mir selbst."

Kein Selbstmitleid

Die aktuelle Situation ist für den Familienvater quasi die Fortsetzung einer verpatzten letzten Saisonhälfte, auch da warfen ihn größere und kleine Verletzungen immer wieder zurück. "Irgendwann hast da schon die Schnauze voll, wenn dich immer irgendeine Verletzung zurückwirft. Vor allem im Kopf ist das natürlich nicht einfach – aber Selbstmitleid hilft eh nichts, ich werde auch diese Situation jetzt meistern."
Sein Vertrag läuft zwar mit Ende dieser Saison aus, über seine Zukunft macht sich Kienast aktuell aber keine großen Gedanken. "Ich weiß selbst, dass ich keine 25 mehr bin. Das Wichtigste ist jetzt trotzdem, dass ich mich zurückkämpfe und natürlich auch der Erfolg des SK Sturm. Wenn ich meine Leistungen bringe und fit bin, werde ich sicher weiter Fußball spielen können."

Fußball ist geil

Den heuer merklich stärkeren Kader begrüßt er, auch wenn es ihm Goalgetter Deni Alar, Bright Edomwonyi und Neuverpflichtung Philipp Zulechner natürlich nicht gerade einfacher machen. "Schau, der Deni ist doch der Beweis dafür, wie geil Fußball ist – bei Rapid abgeschoben, trifft er bei uns so wie er will und ist auch ein wichtiger Grund, warum wir da vorne stehen. Natürlich ist der Kader besser besetzt, aber das brauchst heutzutage auch."
Der Stimmung in der Kabine hat der Griss ums Leiberl jedenfalls nicht geschadet. "Unser Mannschaftsklima ist einfach top – ich glaub, dass das auch eines unserer Erfolgsgeheimnisse ist." Kienast wird jedenfalls weiter kämpfen, auch wenn heute in St. Pölten wieder nur die Zuschauerrolle bleibt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.