21.08.2016, 10:52 Uhr

Fragwürdiger Leserbrief

Welche Strategie steckt hinter solchen Mitteilungen?
Ein, zumindest für mich, fragwürdiger Leserbrief der Holding Graz wurde am 14.8.2016 in der Wochenzeitung "Grazer" abgedruckt.

Da dieser nicht ganz die Realität widerspiegelt, möchte ich nun einige Fakten dazu bekanntgeben.

Optimierung bei der Weichenheizung:

Laut Ökoprofit 2013 (Seite 55) betragen die Einsparungen bei den Weichenheizungen 340.000 kWh pro Jahr.

Diese Einsparungen als klein zu bezeichnen finde zumindest ich - unzutreffend.

Holing Graz legt größten Wert auf Energieeffizienz

Ebenso unzutreffend finde ich den Kommentar, dass die Holing Graz größten Wert auf Energieeffizienz lege.

Als besonders krasses Beispiel möchte ich hier die Nahverkehrsdrehscheibe erwähnen. Denn dort hat es knapp drei Jahre benötigt, um die Beleuchtung energieeffizient zu gestalten. Während dieser Zeit wurden vor den Augen 100.000er Fahrgäste und etwa 50 Überwachungskameras etwa 500.000 kWh Strom auf primitivste Art und Weise verschwendet.

Milchmädchenrechnung

Nachfolgend eine Gegenüberstellung des PV-Ertrages von Solar Graz und der Einsparung bei den Weichenheizungen.
Laut Aufzählungen auf Solar Graz beträgt die jährliche Stromerzeugung durch eigene PV-Anlagen etwa 1.550.000 kWh.
Die kleine Maßnahme "Optimierung der Weichenheizung im Winter" spart 330.000 kWh pro Jahr ein.

Schlussresümee

Die jährliche Einsparung von 330.000 kWh durch die kleine Maßnahme "Optimierung der Weichenheizung im Winter" macht im Vergleich zu den 1.550.000 kWh, die der gesamten Sonnenstromerzeugung durch Graz Solar entsprechen, eine enorme Summe aus.
Dieser rund 22 Prozentanteil zeigt ganz deutlich, dass Energieeffizienz-maßnahmen von höchster Wichtigkeit sind und keine "grüne Stromerzeugung" dieser gewachsen sind.

Murkraftwerk Graz

Das geplante Murkraftwerk Graz betrifft die ganze Stadt Graz. Die erzeugte jährliche Strommenge (netto) beträgt hier etwa 72.300.000 kWh.
Wird diese Strommmenge auf alle Grazer, bzw. alle Grazer Firmen gleichmäßig aufgeteilt, so gibt es etwa 300.000 "Personen", die diesen Strom dann beziehen.

240 kWh Strom für jede GrazerIn.

Jede Grazer Firma und jede Person in Graz erhält etwa 240 kWh Strom pro Jahr vom Murkraftwerk Graz - mehr geht leider nicht.

Wenn die Weichenheizungen auch als eine "Person" betrachtet werden, dann würden diese auch etwa 240 kWh Strom pro Jahr anteilsmäßig bekommen.
Die Durchführung einer "kleinen Maßnahme" spart hier aber bereits etwa 340.000 kWh Strom pro Jahr ein.

Tausendvierhundertfache Strommenge

Das Durchführen einer "kleinen Maßnahme" liefert somit um etwa 1.400 Mal mehr Strom wie das geplante Murkraftwerk Graz.

Wie viele solcher krassen Beispiele gibt es wohl in der Ökostadt Graz?

Ein Hoch auf alle Personen, die der Meinung sind, dass erneuerbare Energien und Smart Meter unsere Energie-Zukunft retten.
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Dieser Beitrag ist ein Teil der Energie-Jagd,
die ein wichtiges Projekt vom Einsparkraftwerk ist.

Das Einsparkraftwerk ist zu 100 Prozent unabhängig von Energiekonzernen
und sonstigen politischen Entscheidungsträgern, und wird nicht gefördert.

Durch solche und ähnliche Beiträge möchte ich mehr Bewusstsein für eine sinnvolle Energieverwendung machen.
Ebenso wird das kranke und teilweise unfähige System, mit hoffentlich einfachen Worten und Mitteln, der Öffentlichkeit präsentiert, sodass sich dann irgendwann doch etwas ändern sollte - oder?

ps. Erste kritsche Kommentare gegenüber der Weicheheizungsregelung gab es von mir bereits im Jahr 2007...
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