Trauben kämpfen ums Überleben
Die Horner Weinbauern bangen um ihre Ernte
- Niederösterreichs Weinbaupräsident Reinhard Zöchmann, der selbst in Roseldorf im Bezirk Hollabrunn Wein anbaut, rechnet derzeit mit rund 20 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr.
- Foto: Weingut Zöchmann
- hochgeladen von Markus Kahrer
Die extreme Hitze setzt auch den Weinreben im Bezirk Horn zu. Die Weinbauern bangen um ihre Ernte – Regen wird dringend erwartet.
BEZIRK HORN. Die lange Hitze macht auch den Weinbauern im Bezirk Horn zunehmend Sorgen. Noch hängen die Trauben an den Reben, doch viele sind klein, ausgedörrt und in ihrer Entwicklung gebremst. Niederösterreichs Weinbaupräsident Reinhard Zöchmann, der selbst in Roseldorf im Bezirk Hollabrunn Wein anbaut, rechnet derzeit mit rund 20 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr. Entscheidend wird nun, ob rechtzeitig ausreichend Regen kommt. Die Weinlese beginnt üblicherweise im September, heuer könnte sie laut Zöchmann teilweise früher starten.
- Die Weinlese beginnt üblicherweise im September.
- Foto: Adi Falb
- hochgeladen von Adolf Falb
Auch für die Weinbauern im Bezirk Horn ist die Situation damit noch nicht endgültig einzuschätzen. Zöchmann warnt davor, die Entwicklung über einen Kamm zu scheren: „Jede Sorte reagiert anders auf die Hitze, in manchen Regionen sieht es besser aus.“ Gleichzeitig sei die Trockenheitsgrenze bereits deutlich überschritten. Die Reben können sich zwar bis zu einem gewissen Grad selbst gegen Hitze schützen, indem sie Wasser verdunsten. Dafür braucht es aber ausreichend Feuchtigkeit im Boden. Gerade die Wasservorräte aus dem Winter sind daher von Bedeutung.
- Die Reben können sich zwar bis zu einem gewissen Grad selbst gegen Hitze schützen, indem sie Wasser verdunsten.
- Foto: Markus Kahrer
- hochgeladen von Markus Kahrer
Besonders problematisch wird die Kombination aus Hitze und Wassermangel, wenn die Temperaturen über längere Zeit extrem hoch bleiben. Bei mehr als 40 Grad können die Trauben laut Zöchmann sogar einen sogenannten „Sonnenbrand“ bekommen. Dabei entstehen rötlich-braune Schäden an der Beerenhaut. Gleichzeitig verlangsamt die extreme Witterung die Reifung. Was derzeit an manchen Rebstöcken hängt, ist daher noch lange keine Garantie für eine entsprechende Weinmenge. Kleinere Beeren bedeuten zudem weniger Saft und damit einen geringeren Ertrag.
- Gleichzeitig verlangsamt die extreme Witterung die Reifung.
- Foto: Wein Steiermark © Johanna Lamprecht
- hochgeladen von Waltraud Fischer
Trotz der angespannten Lage will Zöchmann noch kein endgültiges Urteil über den Jahrgang abgeben. Zu unterschiedlich reagieren Rebsorten und Standorte auf die Witterung. „Die erste Ernteeinschätzung erwartet uns erst Mitte August – hoffen wir, dass wir keine bösen Überraschungen erleben“, sagt der Weinbaupräsident. Für die Winzer im Bezirk Horn bleibt damit vorerst vor allem der Blick zum Himmel. Regen könnte in den kommenden Wochen entscheidend dafür sein, wie groß die tatsächlichen Ernteverluste am Ende ausfallen.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.