Pilotprojekt setzt auf Information und gegenseitigen Respekt
„Ranger“ soll Konflikte managen

Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, Andreas Wildauer (Amt für Wald und Natur) und Vizebürgermeister Johannes Anzengruber.
  • Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, Andreas Wildauer (Amt für Wald und Natur) und Vizebürgermeister Johannes Anzengruber.
  • Foto: IKM/W.Giuliani
  • hochgeladen von Ricarda Stengg

INNSBRUCK. Ein Rücksichtsvolles Miteinander sowie ein schonender Umgang mit der Natur sind wichtiger als je zuvor. In Zukunft wird im Rahmen eines neuen Projekts daher ein Ranger im Naturraum vor der Innsbrucker Haustür unterwegs sein und als direkter Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Gegenseitige Rücksicht und ein schonender Umgang mit der Natur stehen dabei im Vordergrund. Das dafür vorgesehene Gebiet ist 5.000 Hektar groß und umfasst die Hälfte des Innsbrucker Stadtgebiets. Es wird für die Jagd, land- und forstwirtschaftliche Zwecke sowie als Freizeit- und Sportgebiet genutzt.

Richtiges Verhalten im Wald

Momentan ist vielen Waldbesuchern nicht genau klar, was erlaubt ist. Unkenntnis, aber auch Rücksichtslosigkeit führen zu Problemen. „Mit dem Pilotprojekt ‚Naturraum-Ranger‘ schlagen wir einen neuen, positiven Weg ein. Anstatt Fehlverhalten zu bestrafen, setzen wir auf aktive Information. Der Ranger ist aber kein Bergpolizist, sondern soll auf die Menschen im Wald zugehen, mit ihnen kommunizieren und sie auch über die Regeln aufklären“, erläutert Vizebürgermeister Johannes Anzengruber, der die Idee gemeinsam mit dem Amt für Wald und Natur entwickelt hat.

Konfliktlösungen

Ein Weg, den auch das Land Tirol unterstützt und finanziell mitträgt. „Überall, wo es unterschiedliche Interessen gibt, treten auch Konflikte auf. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Der Weg der Information und des Dialogs ist in einem urbanen Raum mit hoher Nutzungsdichte der richtige. Auch in den Tiroler Schutzgebieten und Naturparks beschreiten wir ihn mit Erfolg“, verweist Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe auf entsprechende positive Erfahrungen. Im Zug des Pilotprojekts konnte weiters eine Vernetzung und fachliche Zusammenarbeit mit den naturschutzkundigen Experten des Landes Tirol und dem benachbarten Naturpark Karwendel vereinbart werden.

Aufgaben des Rangers

Der Ranger soll mit professionellem Auftreten positiv auf das Verhalten der Waldbesucher wie Wanderer oder Radsportler einwirken. Mit der Waldaufsicht, den Mitarbeitern des Naturparks Karwendel und der Bergwacht stimmt er sich genau ab. „Der Ranger wird das Geschehen großflächig im Auge behalten und auch zwischen den Gruppen vermitteln. Es gilt, auf engem Raum berechtigte Interessen der Waldbesitzer, der Weideberechtigten und auch der Jagd zu berücksichtigen. Vor allem aber müssen alle auf die Erhaltung der einzigartigen Natur achten“, bringt Andreas Wildauer, Vorstand des Amtes für Wald und Natur, die Herausforderungen auf den Punkt. Das Gebiet ist auch ein sensibler Lebensraum für geschützte Tiere und Pflanzen. Die Stelle wird in Kürze ausgeschrieben. Die Kosten von rund 120.000 Euro übernehmen Stadt und Land je zur Hälfte. Das auf drei Jahre angelegte Pilotprojekt soll wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden.

Neue Naturzonen

Um eine konfliktfreie Nutzung des Naturraums Nordkette zu gewährleisten, feilen Politik und Verwaltung seit Längerem an einem Konzept. Drei Themenschwerpunkte stehen im Mittelpunkt: Die Lenkung der Besucher und das Management der Konflikte, die Natur- und Umweltbildung sowie aktive Naturschutzarbeit. Dazu wurden bereits mehrere Projekte in Angriff genommen, als Partner konnte dafür auch das Institut für Ökologie der Universität Innsbruck gewonnen werden. Aktuell wird an einem Naturzonen-Plan gearbeitet, der die Potenziale und Nutzungen sichtbar machen soll. „Als alpin-urbaner Lebensraum haben wir die Aufgabe, uns ständig den neuen Herausforderungen zu stellen. Ich bin optimistisch, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern auf einem guten Weg sind“, so Vizebürgermeister Anzengruber abschließend.

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