WK-Innsbruck
Die "Politbaustellen"-Bilanz von Franz Jirka

Nach einem Jahr zieht WK-Bezirksobmann Franz Jirka eine Bilanz, Bezirksstellenleiter Stefan Wanner (re.)
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INNSBRUCK. Seit 15.10.2020 ist Franz Jirka als WK-Bezirksobmann für Innsbruck tätig. Seit rund 18 Jahren ist er als WK-Funktionär im Interesse der Unternehmer des Wirtschaftsstandortes tätig. Bei seiner Bilanz und seinem Ausblick sieht Jirka eine Vielzahl an "Baustellen".

Ausgangslage

In Innsbruck gibt es 8.919 Wirtschaftskammer-Mitglieder. 3.462 sind Dienstgeberbetriebe und 1.876 Menschen gehen einer Lehrausbildung nach. Insgesamt gibt es Innsbruck 56205 Angestellte. Die Aufgabenstellungen für die Bezirksstelle der WK sind entsprechend vielfältig. Neben den Service- und Informationsangeboten sieht Jirka auch die politische Vertretung als wichtige Aufgabe an.

Vor einem Jahr startete Franz Jirka in die Funktion des WK-Bezirksobmannes.
  • Vor einem Jahr startete Franz Jirka in die Funktion des WK-Bezirksobmannes.
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Baustelle I

Das Stadtmarketing hat sowohl in Sachen Marke "Alpin urban" als auch in der Aufgabenstellung einen Entwicklungsprozess durchgeführt. Ausstehend sind immer noch die Beschlussfassungen des neuen Budgets und der Mitarbeiterzahl. Bisher waren rund 1 Mio. Euro an Budget sowie 2,5 Mitarbeiter vorgesehen, in Zukunft soll das Budget bei 4 Mio. und die Anzahl der Mitarbeiter zwischen 6 und 7 liegen. Jirka kritisiert nicht nur die fehlende politischen Entscheidung sonder auch den Abgang von Bernhard Vettorazzi. "Vettorazzi hat Ende Feber seinen letzten Arbeitstag, bisher erfolgte aber noch keine Neuausschreibung der Position", hält Franz Jirka fest. "Es stellt sich die Frage, ob Vettorazzi nicht im Amt bleiben und die Zukunft des Stadtmarketing entscheidend mitgestalten sollte." 

Baustelle II

Das Gewerbegebiet Rossau ist seit langem ein Sorgenkind und steht unter besonderer Beobachtung des Bezirksobmannes. Dank der Vertretung von Dieter Unterberger und Markus Dax und deren Vorarbeiten gibt es in Richtung Stadtpolitik zumindest ein wenig Bewegung. Trotzdem stehen eine Vielzahl an Problemen an, die dringend einer Lösung, wie beispielsweise die Verkehrssituation, bedürfen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer sind die geplanten Verbesserungen der Öffis mit entsprechender Linienführung in die Rossau. Der Zeitraum für die Entwicklung der Standortoffensive Rossau mit geplanten zwei Jahren wird überaus kritisch gesehen. "Dieter Unterberger und Markus Dax haben umfangreiche Vorarbeit geleistet und statt weiter zuzuwarten könnte die Politik in der Rossau längst aktiv sein", meint Jirka. Den Stadtblatt-Artikel zur "Stadtblatt vor Ort"-Veranstaltung im Gewerbegebiet Rossau finden Sie hier.

Baustelle III

Das Kulturquartier St. Bartlmä sieht Franz Jirka als große Chance. "Es wurden keine ehrlichen Verhandlungen geführt und die Parteien zeigen kein Engagement", erklärt Jirka zu diesem Thema. "Man hat für die Hochkultur mit dem Haus der Musik viel Geld in die Hand genommen. Genauso könnte auch die Kultur für die Jugend und Kreativität gefördert werden. Das Kulturquartier wäre eigentlich ein Selbstläufer", zeigt sich Jirka vom Konzept überzeugt. Der Bezirksobmann sieht nicht nur das städtische Versprechen für eine Nachfolge des Hafen zu sorgen, gebrochen sondern warnt auch vor einem Imageverlust bei den Studenten: "Andere Städte bauen ihr Angebot für Studenten immer weiter aus, Innsbruck ist stattdessen im Schlafmodus."

Baustelle IV

Die Innsbrucker Altstadt zeigt sich mit der derzeitigen Oberfläche in einem Aussehen, dass die Stadt nicht verdient hat. Jirka ist sich bewusst, dass die Setzungen der Bauarbeiten abgewartet werden müssen, trotzdem soll möglichst rasch eine entsprechende optische Verbesserung eingeleitet werden. Der angedachte Bürgerbeteiligungsprozess für die Oberflächengestaltung muss rasch und unbürokratisch erfolgen. "Die Geschichte der Bürgerbeteiligungsprozesse in Pradl und St. Nikolaus haben gezeigt, dass sie viele Jahre dauern und das Endergebnis nicht den Erwartungen entspricht", erinnert Jirka an die Schwächen derartige Bürgerbeteiligungen. In Sachen Veranstaltung lobt Jirka die innsbruck@night-Veranstaltung, die vom Stadtmarketing organisiert wurde. Ein Wermutstropfen für Jirka ist die fehlende Einbeziehung der Nebenstraßen in die Konzeption, wie beispielsweise die Meraner Straße. 

Baustelle V

Die wirklichen Baustellen, aktuell gibt es rund 60 Straßenbaustellen in der Stadt, sind ein notwendiges Übel, dienen aber der Aufrechterhaltung der Infrastruktur. Eine bessere Abstimmung und Koordination sind laut Jirka aber durchaus im Rahmen der Möglichkeiten. Gespannt wartet die WK auch das Baustellenkonzept 2022, das im November präsentiert werden soll.

Baustelle VI

"Dieses politische Schauspiel ist der Stadt Innsbruck nicht würdig", kritisiert Jirka das politische Auftreten aller Fraktionen. "So kann eine Stadt nicht regiert werden", erklärt der WK-Bezirksobmann. Das politische Verhalten ist geprägt vom Mikadospiel mit der Devise "wer sich als erster bewegt, hat verloren" sowie einen unterschwelligen permanenten Dauerwahlkampf. Die laufende Parteiverpolitisierung einzelner Themen ist kontraproduktiv und führt in vielen Fällen zum Stillstand oder zur Pattsituation. "Die Stadtpolitik muss sich seiner Verantwortung gegenüber Bürger und Unternehmer bewusst sein und handeln", lautet der Auftrag von Franz Jirka.

Vorschau

Im Rahmen seiner Vorschau fordert Jirka die Nutzung des Pavillon entsprechend seinen ursprünglichen Auftrag. "Er wurde als Gastronomiebetrieb geschaffen und soll ein Gastronomiebetrieb sein", ist Jirka über die laufende Diskussion verwundert. "An einem derartig schönen Platz kann es nicht an gastronomischen Konzepten fehlen. Die Neugestaltung des Bozner Platzes ist für Jirka nicht fertig gedacht. "Wie soll die Einfahrt in die City-Garage und der neu
gestaltete Bozner Platz funktioniert?", meint Jirka. Bei rund 880 Stellplätzen entstehen ohne einer Mehrhfachbelegung eines Platzes schon 1.760 Fahrten durch den neugestalteten Bozner Platz. "Eine Lösung wäre die Schaffung einer anderen Einfahrtsmöglichkeit in die Garage", fehlen Jirka hier entsprechend politische Überlegungen und Konzepte. Einen zentralen Busparkplatz sieht Jirka als unabdinglich. "Wir sprechen von einer Wertschöpfung von 90 Mio. Euro durch die Bustouristen", bringt Jirka entsprechende Zahlen ins Spiel. Für den Bezirksobmann wäre der Zugang der Touristen über die Maria-Theresien-Straße zum Goldenen Dachl ideal. "Es bedarf aber eines zentralen Busparkplatzes zum Einsteigen, egal ob unterirdisch oder oberirdisch", hält Jirka fest. Abschließend sieht Franz Jirka trotz aller Problemfelder eine Verbesserung des Kommunikationsaustausches zwischen WK und Stadt Innsbruck. Wenn es auch nur zu sporadischen Sitzungen kommt, hat sich die Einbindung in gewissen Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse verbessert.

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