Murtal
Schulterschluss gegen den Schwerverkehr
- Rund 80 Demonstranten waren in Hohentauern dabei.
- Foto: Verderber
- hochgeladen von Stefan Verderber
Von Hohentauern bis Weißkirchen wurde am Mittwoch für ein Lkw-Fahrverbot demonstriert.
MURTAL. Die Triebener Straße mag eine schöne Passstrecke sein - für den Schwerverkehr ist sie nicht unbedingt geeignet. Als ob es dafür noch eines Beweises bedurfte, passierte just am Montag ein Unfall mit einem Sattelschlepper. Dieser ist auf die Böschung geraten und anschließend umgestürzt. Die Bergung gestaltete sich für die Einsatzkräfte einmal mehr als schwierig.
Warnung
Zwei Tage später haben sich rund 80 Demonstranten im Zentrum von Hohentauern versammelt, immerhin fast ein Viertel aller Bewohner. Lastwägen waren dagegen wenige zu sehen, was nicht weiter verwunderlich ist. Die Wirtschaftskammer hatte ihre Frächter im Vorfeld vor den Straßensperren gewarnt.
Erinnerung
Das erklärte Ziel der Aktion war laut Bürgermeister Heinz Wilding, „zumindest die Problematik einmal mehr in Erinnerung zu rufen.“ Auch wenn er einschränkt: „Es ist für das Land anscheinend rechtlich nicht möglich, ein Verbot durchzusetzen.“ Jetzt soll eine Gesetzesänderung im Bund für Abhilfe schaffen, um leichter derartige Verordnungen erlassen zu können. Ein Termin bei Verkehrsministerin Leonore Gewessler sei für November fixiert worden.
Unendliche Geschichte
Wilding: „Es ist eine unendliche Geschichte. Es geht nicht darum, dass wir keine Lkw wollen - aber für die gibt es eigene Straßen. Hier geht es um Umwelt, Sicherheit und unseren Tourismus.“ Deshalb wolle man parteiübergreifend weiter für eine ganzjährige Tonnagebeschränkung mit Ausnahmen für Ziel- und Quellverkehr kämpfen. „Ich bin stolz, dass so viele Bürgermeister dabei sind“, freute sich Wilding über den Schulterschluss von Trieben über das Pölstal bis nach Weißkirchen, wo es fast zeitgleich um die Gaberlstraße ging. Auch dort wird ein Lkw-Fahrverbot seit Jahren gefordert. Argumentiert wird unter anderem mit einer Engstelle direkt im Zentrum der Gemeinde.
Schulterschluss
Einen Schulterschluss gibt es übrigens nicht nur unter den Gemeinden, sondern auch mit nahezu allen politischen Fraktionen: In Hohentauern dabei waren die Abgeordneten Wolfgang Moitzi (SPÖ), Bruno Aschenbrenner (ÖVP) und Lambert Schönleitner (Grüne). Robert Reif (Neos) musste sich aufgrund einer Quarantäne entschuldigen, ließ aber ausrichten: "Es reicht mit den Ausreden - jetzt müssen Taten folgen."
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.