UNSER Grund. UNSER Inn. UNSERE Stimme.
Hochwasserschutz Mittleres Unterinntal: Bürgerinnen und Bürger sowie Tiroler Bäuerinnen und Bauern beschließen Beschwerde basisdemokratisch
- hochgeladen von Karl Sprung
UNSER Grund. UNSER Inn. UNSERE Stimme.
STRASS IM ZILLERTAL. Am Freitagabend, 25. September 2026, traf sich im Café Zillertal in Strass die Regionalgruppe Mittleres Unterinntal von „UNSER Grund. UNSER Inn. UNSERE Stimme.“ mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sowie Tiroler Bäuerinnen und Bauern, um gemeinsam über die Beschwerde gegen den Bescheid der BH Schwaz zum Hochwasserschutz Mittleres Unterinntal zu entscheiden.
Basisdemokratisch beschlossen
Am Ende des Abends stand ein klares Ergebnis: Der Vorentwurf der Beschwerde wurde basisdemokratisch beschlossen und anschließend zur Genehmigung und Abfertigung an den Verein VERKEHRSWENDE.at übermittelt, der als anerkannte Umweltorganisation die Beschwerde fristgerecht einbringen wird.
Angefochten wird der Bescheid der BH Schwaz vom 03.09.2026, SZ-WFN/B-6003/105-2026. Er bewilligt dem Wasserverband wasser- und naturschutzrechtlich den „Retentionsraum Jenbach-Stans, vorgezogene Maßnahmen“ mit Pumpwerk Augießen, Pegelmessstelle und Lückenschluss Kasbach.
Leere Sessel: Kein Bürgermeister, keine GemeinderätIn
Die Einladung erging an alle Bürgermeister und Gemeinderäte der Gemeinden im Wasserverband und an die politischen Mandatare in Tirol. Doch KEINER der Bürgermeister aus dem Wasserverband ist der Einladung gefolgt, und auch KEINE GemeinderätIn war gekommen.
Für viele Anwesende ein deutliches Zeichen:
Wenn es um Grund und Boden der eigenen Bäuerinnen und Bauern geht, bleiben die Sessel der Gemeindepolitik leer.
MEP Hauser und MEP Kircher: Tirols Stimmen in Brüssel im Europa-Parlament
Tirol ist seit 2024 mit zwei neuen Abgeordneten im Europäischen Parlament vertreten: Gerald Hauser (FPÖ) aus Osttirol und Sophia Kircher (ÖVP), zuvor Landtagsabgeordnete, Obfrau der Jungen ÖVP und erste Vizepräsidentin des Tiroler Landtags (tirol.ORF.at: „Hauser und Kircher neu im EU-Parlament“, Foto Gerald Hauser und Sophia Kircher). Gerade bei einem Projekt, bei dem EU-Recht wie die UVP-Richtlinie, die Wasserrahmenrichtlinie, die FFH-Richtlinie und die Aarhus-Konvention im Mittelpunkt stehen, sind die Tiroler EU-Abgeordneten gefragt.
Gerald Hauser hat sofort auf die Einladung reagiert und sich persönlich via Handy entschuldigt, weil er mit den Vorbereitungen für die FPÖ-Herbst-Tour 2026 „Heimatherbst“ mit Parteichef Herbert Kickl beschäftigt war, und hat eine Vertretung angekündigt.
Der Auftakt der Tour FPÖ-Herbst-Tour 2026 „Heimatherbst“ fand am Samstag, 26. September 2026, in Matrei in Osttirol statt.
Ankündigung mit Fotos: meinBezirk Kufstein (Foto) · meinBezirk Schwaz (Foto)
Sophia Kircher hat sich über ihre Adjudanz, aus nachvollziehbaren persönlichen Gründen, entschuldigen lassen und die Zusage für einen Gesprächstermin bei nächster Gelegenheit geben lassen, den das Regionalteam gerne annimmt und sich bedankt für das Zeit nehmen und Ernst nehmen.
Über 2.000 Stunden für die Heimat und die Absicherung der bäuerlichen Existenz
Viele Beteiligte haben zum ersten Mal in ihrem Leben einen Bescheid mit fast 180 Seiten durchgearbeitet. Bürgerinnen und Bürger sowie Tiroler Bäuerinnen und Bauern haben in Summe über 2.000 Stunden in Recherche, Fehlersuche und eine Bestandserhebung zu gefährdeten Tier- und Pflanzenarten gesteckt. Viele Bauern fühlen sich in ihrer Existenz bedroht und von der Landwirtschaftskammer Tirol im Regen stehen gelassen, weil bisher weder Rechtsberatung noch Übernahme von Vertretungskosten erfolgt ist.
Der Bauern-Rebell aus Strass im Zillertal
Besonders hervorzuheben ist Alfred ENTHOFER, der Bauern-Rebell und für viele im Saal „der NEUE Anderl Hofer aus Strass im Zillertal“. Ihm ist es gelungen, die erforderlichen Geldmittel für die erste Instanz auf die Beine zu stellen.
Alfred ENTHOFER ist kein Unbekannter:
Bei der Bauerndemo vor dem Parlament in Wien war er für den UBV Tirol dabei, Nationalratspräsident Walter Rosenkranz nahm von ihm eine Flasche Enthofer Milch, wahrscheinlich die BESTE MILCH im ZILLERTAL, an und freute sich sichtlich darüber mit Bericht in top agrar, Bild von Alfred Enthofer bei der Bauerndemo in Wien.
Alfred ENTHOFER bedankte sich ausdrücklich bei der TT und der Fernpass-Initiative:
„Ich bin der TT dankbar für die großartige Arbeit und den Hinweis auf die Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau.“
„Ohne die TT wäre der Entwurf für die Beschwerde nicht möglich gewesen.“
„DANKE an die Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau für Ihre Beschwerde und den Zugriff darauf.“
– Alfred Enthofer
TT-Bericht zur Fernpass-Beschwerde · Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau
Auch einer der besten Speck-Produzenten Tirols war an diesem Abend dabei und brachte die Stimmung auf den Punkt:
„Es ist Zeit seine Stimme zu erheben!“
Was in der Beschwerde steht – kurz gefasst
- Projektstückelung statt UVP: Bewilligt wurde ein herausgelöster Teil eines einheitlichen, UVP-pflichtigen Gesamtprojekts über rund 22,4 km. Das Pumpwerk ist laut Behörde selbst „für sich alleine genommen nicht bewilligungsfähig“. Zuständig wäre die Landesregierung als UVP-Behörde gewesen.
- Ausschluss von der Verhandlung: Umweltorganisationen wurden am 01.06.2026 von der mündlichen Verhandlung ausgeschlossen, obwohl § 102 Abs. 3 WRG ihnen ein Recht zum Vortrag gibt.
- Akteneinsicht verweigert: ohne Bescheid und damit ohne Rechtsschutz, entgegen WRG, Aarhus-Konvention und Art. 47 GRC.
- Mangelhafte Kundmachung: Unterlagen erst spät einsehbar, Download-Link nicht durchgehend funktionsfähig, Unterlagen laufend ausgetauscht.
- Anderes Vorhaben bewilligt als verhandelt: Teilantrag und neue Gutachten nach der Verhandlung, ohne neue Kundmachung und ohne Parteiengehör. Das Schutzziel sinkt von HQ100 auf HQ60/HQ80.
- Unvollständiger Akt, widersprüchliche Gutachten: Generelles Projekt 2020, TIWAG-Verfahren und Artenschutzprüfung fehlen.
- Passwort-Sperre beim Ministerium: Bescheide sind auf der BMLUK-Plattform nur mit Benutzer und Passwort abrufbar. Die Beschwerde regt eine Gesetzesprüfung von § 107 Abs. 3 WRG durch den VfGH an.
- Rahmenvertrag unter Verschluss: Die LK Tirol verweigert selbst ihren Mitgliedern Rahmenvertrag und Bewertungsgutachten zu den Grundablösen.
- Wasserrahmenrichtlinie und Artenschutz: Keine Prüfung des Verschlechterungsverbots; Kammmolch, Haselmaus, Biber und Vogelarten nachgewiesen, aber nicht geprüft.
- Keine Alternativenprüfung: Naturverträglichere Lösungen wie Innaufweitungen und natürliche Retention wurden nicht geprüft.
Beim Landesverwaltungsgericht Tirol wird unter anderem die aufschiebende Wirkung, eine öffentliche mündliche Verhandlung, die Vorlage an den EuGH und die ersatzlose Aufhebung des Bescheides beantragt.
Ein großes Danke an das Café Zillertal
Ein besonderes Lob gilt dem Team des Café Zillertal: Das Personal war den ganzen Abend aufmerksam und freundlich, und Chef und Juniorchef haben mit großer Umsicht dafür gesorgt, dass sich alle wohlgefühlt haben und in Ruhe diskutiert werden konnte. So schaut Gastfreundschaft im Zillertal aus.
Wie geht es weiter?
Die Beschwerde wird von VERKEHRSWENDE.at fristgerecht bei der BH Schwaz eingebracht.
Wer betroffen ist oder die Initiative unterstützen will, meldet sich einfach via Handy +436504295200
UNSER Grund. UNSER Inn. UNSERE Stimme.
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