#KeinPlatzfürHate
Kampagne gegen Mobbing und Cybermobbing von Jugendlichen

Bei Mobbing nicht wegschauen, sondern eingreifen und helfen, das ist das Ziel der aktuellen Kampagne des Landes gegen Mobbing und Cybermobbing.
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  • Bei Mobbing nicht wegschauen, sondern eingreifen und helfen, das ist das Ziel der aktuellen Kampagne des Landes gegen Mobbing und Cybermobbing.
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"Hab dich nicht so, jetzt sei kein Weichei!" Eine unbedachte Aussage, die für viele vielleicht harmlos klingt, für andere aber verletzend oder gar verstörend empfunden werden kann. Mit diesen Worten bringt der EU-Jugendbotschafter Ali Mahlodji das Thema Mobbing auf den Punkt. "Jeder Mensch, der sich verletzt fühlt, muss auch so wahrgenommen werden."
Die Zahl der gemobbten Kinder und Jugendlichen in Österreich ist zuletzt von rund 10.000 auf 30.000 gestiegen. Corona und die Verlagerung der Kommunikation in digitale Kanäle haben ihr Übriges getan. In der Steiermark ist bereits jedes 5. Schulkind schon einmal ein Mobbing-Opfer gewesen.
Vor diesem Hintergrund hat das Land Steiermark in Kooperation mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija) eine neue Sensibilisierung- und Aufklärungskamapgne zum Thema Mobbing und Cybermobbing gestartet.

Kein Entkommen möglich

„Mobbing ist schon längstnicht mehr nur auf den Schulhof beschränkt. Durch die Verlagerung der jugendlichen Lebenswelten ins Internet gibt es für betroffene Kinder und Jugendliche oft kein Entkommen mehr: Sie tragen diese Gewalt oft den ganzen Tag in der Hosentasche mit sich herum", erklärt Familien- und Jugendlandesrätin Juliane Bogner-Strauß. Betroffene brauchen deshalb Unterstützung der Schule, Eltern und von ihrem sozialen Umfeld. "Und genau da setzen wir mit der Kampagne #keinPlatzfürhate an – wir schaffen Bewusstsein und zeigen auf, wie man Betroffene unterstützen kann."
Konkret sieht die Kampagne die Stärkung von vier Säulen gegen Mobbing vor:

-> Öffentlichkeitsarbeit
Ab Mai 2021 setzt #KeinPlatzfürHate auf eine umfassende steiermarkweite Bewusstseinsbildungs- und Mobilisierungskampagne in den sozialen Medien und im öffentlichen Raum. Hier sollen vor allem junge Menschen erreicht werden. Unter anderem durch den @keinPlatzfuerHate Instagram-Account, Influencer-Kommunikation und Mitmach-Aktionen werden Jugendliche direkt in ihrer Lebensrealität angesprochen und inspiriert, durch ihre eigenen Erfahrungen anderen Mut zuzusprechen.

-> Workshops für Jugendliche
An steirischen Mittelschulen wird in Workshops mit Schülerinnen und Schülern gearbeitet, um sie für das Thema zu sensibilisieren und Anlaufstellen bekannter zu machen.

-> Fortbildungen für Eltern & Erwachsene
Ab sofort gibt es laufend Fortbildungen für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und andere Erwachsene, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Im Juni findet schwerpunktmäßig das Elternbildungsmonat statt.

-> Kooperationen
Um alle Zielgruppen bestmöglich zu erreichen, setzt die Kampagne auf Kooperationen mit unterschiedlichen Partnern wie zum Beispiel der Bildungsdirektion oder der Pädagogischen Hochschulen Steiermark.

Mobbing kenne ich ...

Kopie des Umfelds

Richtig zu reagieren und zu agieren sei auch eine Frage der Zivilcourage, erklärt Ali Mahlodji. "Die Menschen fürchten sich hinzuschauen. So wie wir miteinander umgehen, schauen das auch die Jugendlichen von uns ab. Jugendliche sind eine Kopie ihre Umfelds." Eine der Anlaufstellen für Mobbing-Opfer in der Steiermark ist die Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija). "Jedes Kind und jeder Jugendliche hat das (grundlegende) gesetzlich verankerte Rechtfrei von Gewalt zu leben und sich sicher zu fühlen. Mobbing verletzt dieses Recht. Wenn Kinder und Jugendliche mit Mobbing allein gelassen werden, kann das zu Isolation, Depressionen und zu schweren Traumata führen", beschreibt die Kija-Leiterin Denise Schiffrer-Barac das Ausmaß dieser oftmals als Kavaliersdelikt abgehandelten seelischen Grausamkeiten. Um Mobbing-Attacken nachhaltig beenden zu können, sei jedenfalls die Intervention einer unabhängigen außersystemischen Stelle erforderlich.

Hilfe und Unterstützung für Betroffene gibt es hier.

Bei Mobbing nicht wegschauen, sondern eingreifen und helfen, das ist das Ziel der aktuellen Kampagne des Landes gegen Mobbing und Cybermobbing.
EU-Jugendbotschafter Ali Mahlodji unterstützt die Initiative: "Erwachsene müssen sich der Macht ihrer Worte bewusst sein, wir sind alle Vorbilder."


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