Das Handwerk am Land leben
Die Landjugend im Bezirk Weiz beweist Anpackerqualitäten

Die Landjugend hatte im Vorfeld des Teichalmtreffens alle Hände voll zu tun. | Foto: LJ Bezirk Weiz
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  • Die Landjugend hatte im Vorfeld des Teichalmtreffens alle Hände voll zu tun.
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MeinBezirk widmet sich in einer Schwerpunktausgabe dem Thema Lehre. Die Landjugend im Bezirk propagiert das Handwerk und beweist bei zahlreichen Veranstaltungen Anpackerqualitäten. 

BEZIRK WEIZ. Handwerk gehört für viele Jugendliche wohl nicht unbedingt zum Alltag. In Reihen der Landjugend im Bezirk Weiz ist das anders: Bei der Durchführung von Veranstaltungen, bei Vereinsprojekten oder bei gemeinnützigen Aktionen wird gemeinsam geplant, gebaut, repariert und angepackt.

Landjugend-Bezirksleiterin Tanja Hiebler und Simon Raith, Obmann der LJ-Ortsgruppe Fladnitz, erzählen, warum praktische Fähigkeiten im Vereinsleben so wichtig sind. „Das Thema Handwerk begleitet uns bei sehr vielen Aktivitäten. Angefangen bei den Aufbauarbeiten für Veranstaltungen wie dem Teichalmtreffen bis hin zur Instandhaltung unserer Vereinsheime – handwerkliches Geschick ist immer gefragt. Auch bei unseren ‚Tat.Ort Jugend-Projekten‘ spielt es eine wichtige Rolle. Dabei setzen unsere Ortsgruppen gemeinnützige Projekte in den Gemeinden um“, erklärt Hiebler.

Landjugend-Bezirksleiterin Tanja Hiebler  | Foto: LJ Bezirk Weiz
  • Landjugend-Bezirksleiterin Tanja Hiebler
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Das war aber noch längst nicht alles – viele Mitglieder engagieren sich zum Beispiel auch bei Sozialeinrichtungen oder Kindergärten und bauen gemeinsam Insektenhotels, Hochbeete oder andere Alltagsgegenstände. Dabei sieht man laut Hiebler, wie viel Jugendliche selbst auf die Beine stellen können, wenn sie gemeinsam anpacken. 

Simon Raith, LJ-Ortsgruppen-Obmann in Fladnitz | Foto: LJ Bezirk Weiz
  • Simon Raith, LJ-Ortsgruppen-Obmann in Fladnitz
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Ein sehr gutes Beispiel sei auch das alljährliche Teichalmtreffen der Landjugend, wie LJ-Fladnitz-Obmann Raith betont. „Wenn wir am Mittwochabend vor dem Fest auf die Teichalm kommen, steht uns im Grunde nur eine grüne Wiese zur Verfügung. Bis zum Eintreffen der ersten Gäste müssen Wasser- und Strominstallationen verlegt, Stände aufgebaut und unzählige weitere Arbeitsschritte erledigt werden“, geht er ins Detail.

„Bei all den Projekten lernt man, Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam Lösungen zu finden und sich auf andere zu verlassen. Gleichzeitig merkt man, dass man selbst etwas bewegen kann. Gerade wenn Jugendliche etwas mit ihren eigenen Händen schaffen, ist das Erfolgserlebnis ein ganz anderes. Und es geht nicht nur darum, handwerklich etwas zu können. Es geht auch um Zusammenarbeit, Durchhaltevermögen und darum, Verantwortung für eine gemeinsame Sache zu übernehmen.
Tanja Hiebler, Landjugend-Bezirksleiterin Tanja Hiebler

Für Aufbau, Festbetrieb und Abbau sind rund 500 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Da sei natürlich jede helfende Hand wichtig. „Ganz besonders freuen wir uns über jene, die handwerkliches Können mitbringen. Das Landjugend-Lied der Steiermark bringt es eigentlich sehr schön auf den Punkt: ‚Keiner kann alles, und manche können viel, aber nur gemeinsam erreichen wir unser Ziel‘“, erklärt Raith.

Neu erfinden – nachhaltig wiederverwenden

Ein schönes Beispiel vom Teichalmtreffen ist die neue Hauptschank. Nachdem die alte Konstruktion schon in die Jahre gekommen war, entstand die Idee, ein neues, wiederverwendbares „Baukasten-System“ zu entwickeln. Ziel war nicht nur, etwas Neues zu bauen, sondern auch langfristig nachhaltiger zu arbeiten. Die Konstruktion kann künftig jedes Jahr nach dem eigenen Bauplan der Landjugend wieder aufgebaut werden. Dadurch kann man Material wie Holz und Schrauben gezielter einsetzen und muss nicht jedes Jahr etwas Neues konstruieren.

Das Teichalmtreffen ist ein gesellschaftlicher Höhepunkt im Bezirk Weiz.  | Foto: LJ Bezirk Weiz
  • Das Teichalmtreffen ist ein gesellschaftlicher Höhepunkt im Bezirk Weiz.
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„Vom ersten Plan bis zur fertigen Umsetzung wurde das gesamte Projekt von Jugendlichen aus unserer Ortsgruppe geplant und durchgeführt. Wir haben gemeinsam mit dem Bezirksvorstand überlegt, wie die neue Konstruktion aussehen soll, und sie anschließend auch selbst umgesetzt. Unterstützung haben wir von der Firma Strobl Holzbau GmbH erhalten, die uns das gesamte notwendige Holz im Rahmen eines Sponsorings kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Für uns war das Projekt eine gute Gelegenheit, die handwerklichen Fähigkeiten, die viele unserer Mitglieder bereits mitbringen, auch wirklich einzusetzen. Jeder konnte das einbringen, was er gut kann“, zeigt sich Raith stolz auf seine Truppe.

„Ich bin nicht nur auf die fertige Hauptschank stolz, sondern darauf, dass wir als Gemeinschaft auch dann eine Lösung finden, wenn kurzfristig etwas geändert werden muss. Jeder bringt seine Fähigkeiten ein, man hilft sich gegenseitig und am Ende steht etwas, das man gemeinsam geschaffen hat, etwas dass auch vielen Gästen auffällt und worüber sie sich freuen - wie ein großes Vordach bei einem kurzen Regenschauer. Das macht mich besonders stolz.“
Simon Raith, Obmann der LJ-Ortsgruppe Fladnitz

Er betont weiters: „Wir sind eine Organisation von Jugendlichen für Jugendliche, und gemeinsames Lernen steht definitiv im Mittelpunkt. In unserem Vorstand sind zum Beispiel fünf Zimmerer, dazu kommen viele andere Mitglieder, die handwerklich geschickt sind. Gemeinsam können wir dadurch Projekte umsetzen, die einer allein wahrscheinlich nicht schaffen würde. Und man lernt ständig voneinander.“

Die Fladnitzer konnten sich übrigens einiges vom Kellnerstand der Landjugend Gasen, der schon seit vielen Jahren beim Teichalmtreffen im Einsatz ist, abschauen und dann bei der eigenen Konstruktion anwenden.

Die Landjugend schuf eine neue Konstruktion für die Hauptschank.  | Foto: LJ Bezirk Weiz
  • Die Landjugend schuf eine neue Konstruktion für die Hauptschank.
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Gerade vom Abschauen und Ausprobieren würden auch jene profitieren, die noch wenig handwerkliche Erfahrung mitbringen. „Man muss nicht schon alles können, bevor man anfängt. Wenn jemand Erfahrung hat, zeigt er den anderen, wie es funktioniert, und dann probiert man es gemeinsam aus. So entsteht Wissen ganz nebenbei. Und irgendwann ist man selbst derjenige, der einem anderen etwas zeigt“, sagt Raith. 

Für jedes Problem gibt's eine Lösung 

Er und seine Truppe wissen sich natürlich auch bei plötzlichen Herausforderungen zu helfen:
„Weil vor dem Teichalmtreffen Regen angekündigt war, mussten wir das Vordach noch verlängern. Da war nicht mehr viel Zeit, aber durch unsere vielen handwerklich geschickten Mitglieder konnten wir eine praktische Lösung finden. Jeder hat seinen Beitrag geleistet, und am Ende war das Vordach rechtzeitig fertig.“

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Landjugend-Bezirksleiterin Tanja Hiebler  | Foto: LJ Bezirk Weiz
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