MeinMed-Webinar
Inkontinenz aus der Tabuzone holen
- Foto: AndreyPopov/panthermedia
- hochgeladen von Margit Koudelka
Die Weltkontinenzwoche 2026 rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das viele betrifft, über das aber noch immer zu wenig gesprochen wird: Harninkontinenz. Mindestens zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Österreich leben damit – oft still, oft aus Scham, obwohl es wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt.
ÖSTERREICH. „Inkontinenz ist jeder ungewollte Harnverlust“, erklärt Urologe Michael Rotkowski im MeinMed-Webinar der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ). Entscheidend sei, dass der Verlust den Alltag beeinträchtigt oder hygienische Probleme verursacht.
Inkontinenz tritt in unterschiedlichen Formen auf. Besonders häufig sind die Dranginkontinenz, bei der Betroffene plötzlich und dringend zur Toilette müssen, sowie die Belastungsinkontinenz, bei der Harnverlust beim Husten, Niesen oder Heben auftritt. Mischformen sind ebenfalls verbreitet. Frauen sind insgesamt häufiger betroffen, doch auch Männer leiden, vor allem nach Prostataoperationen.
Eine sorgfältige Abklärung bildet die Basis jeder Therapie. Dazu gehören Harnuntersuchungen, Ultraschall und ein Blasentagebuch über 48 Stunden, das Trinkmenge, Frequenz und nächtliche Harnproduktion sichtbar macht. Bei unklaren Befunden folgen Harnflussmessung oder Urodynamik, die die Funktion der Blase detailliert erfassen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Belastungsinkontinenz steht Beckenbodentraining an erster Stelle. Erst wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kommen operative Optionen wie TVT-Bändchen bei Frauen oder Schließmuskelsysteme bei Männern infrage. Dranginkontinenz wird häufig mit Verhaltenstherapie, Physiotherapie und Medikamenten behandelt; in ausgewählten Fällen helfen Botox oder Neuromodulation.
Die wichtigste Botschaft des Webinars: Inkontinenz ist behandelbar – und kein Schicksal. „Es muss niemand still darunter leiden“, betont Rotkowski. Der erste Schritt ist, das Thema offen anzusprechen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Diese und weitere Gesundheits-Infos finden Sie auf MeinMed.at!
Unser Schwesterportal MeinMed.at bietet eine Vielzahl an Informationen zu Symptomen, Diagnosen und Therapien von Erkrankungen. Von Ärzten aus Österreich geprüft. Außerdem finden Sie auf MeinMed.at viele Videos, Webinare und Veranstaltungen.
Aktuelle Nachrichten aus Österreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.