Scharfer Asylkurs
Österreich schiebt 26-Jährigen nach Afghanistan ab
- Insgesamt mussten heuer bisher mehr als 8.800 Personen das Land verlassen. (Symbolbild)
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
- hochgeladen von Ronja Reidinger
Am 31. August wurde ein straffälliger Afghane aus Österreich abgeschoben. Der 26-Jährige wurde dreimal wegen schwerer Eigentums- und Suchtgiftdelikte verurteilt.
ÖSTERREICH. Österreich ist gemeinsam mit Deutschland das erste europäische Land, das wieder direkt nach Syrien und Afghanistan abschiebt. Erst am 31. August wurde ein straffälliger Afghane aus Österreich abgeschoben, der dreimal hierzulande straffällig wurde und Haftstrafen im Gesamtausmaß von über zweieinhalb Jahren wegen schwerer Eigentums- und Suchtgiftdelikte verbüßte.
Organisationen wie Amnesty International warnen vor Abschiebungen nach Afghanistan und fordern "jegliche Zusammenarbeit mit den De-facto-Behörden der Taliban zu beenden“. Das Land könne in keiner Weise als sicheres Rückkehrland angesehen werden, so die Organisation in einer Aussendung. „Eine Abschiebung in dieses Land gefährdet das Leben der dorthin abgeschobenen Menschen, wie bereits mehrfach von verschiedenen UNO-Gremien festgestellt wurde.“
Abschiebungen als "Signalwirkung"
Österreich hält dennoch am Abschiebekurs fest. Dabei gehe es nicht nur um die Anzahl der direkt in die Länder Abgeschobenen, sondern um eine ganz deutliche Signalwirkung, betont das Innenministerium. Der 26-Jährige, der nun abgeschoben wurde, ist eine jener Personen, die im September 2025 von einer Delegation der afghanischen Verwaltung in Wien als afghanischer Staatsangehöriger identifiziert und bestätigt worden war, so das Innenministerium. Dies bilde die Grundlage dafür, dass die Rückführung direkt nach Afghanistan wieder möglich sei.
Das Innenministerium betonte zudem, dass 2026 bis jetzt mehr als 8.800 "illegal Aufhältige Österreich verlassen musste" – mehr als 41 Personen pro Tag. "Ein absoluter Rekord", Österreich sei hier europäischer Vorreiter.
Mehr als die Hälfte dieser Personen wurden zwangsweise abgeschoben. Davon waren wiederum 48 Prozent verurteilte Straftäter. Die restlichen Personen kamen mit einer eigenständigen Ausreise der zwangsweise Abschiebung zuvor. Das Innenministerium betont, dass eine eigenständige Ausreise nach wie vor Priorität hätte, "weil sie die mit Abstand kostengünstigste Möglichkeit ist."
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