Rupprechter: "Abkommen mit den USA in weiter Ferne"

In New York traf sich Minister Andrä Rupprechter (3.v.r.) mit neun Anti-Fracking-Aktivisten: "Enorme Verschmutzung."
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  • Foto: Alexander Haiden
  • hochgeladen von Karin Strobl

WIEN/NEW YORK (kast). Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter absolvierte auf seiner dreitägigen USA-Reise einen regelrechten Termin-Marathon. In Washington traf der sprachgewandte Tiroler auf Vertreter der Bio-, Bauern- und Milch-Lobby. Ein beherrschendes Thema war stets das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (kurz: TTIP). "Wenn es hier nicht zu mehr Offenheit und Transparenz bei den Verhandlungen kommt, bin ich nicht sehr optimistisch, ob es überhaupt zustande kommt", ist sich Rupprechter, der jahrelang in Brüssel tätig war, sicher.
Aber auch im US-Kongress ist man aus heutiger Sicht skeptisch, ob die Verhandlungen zu einem positiven Abschluss kommen können. Hier gibt es ebenfalls massive Vorbehalte, wenn es etwa um die Kennzeichnung von Lebensmitteln geht: Warum darf Champagner nur so heißen, wenn er auch aus der namensgleichen Region kommt? Dafür gibt es am amerikanischen Markt ein völlig anderes Verständnis.

Lebensmittelsicherheit
Da ein etwaiges Abkommen von allen 28 EU-Mitgliedsstaaten in den jeweiligen Parlamenten ratifiziert werden muss, bleibt der Ausgang ungewiss. Rupprechter hält jedoch jetzt schon fest: "Bei den Standards in Sachen Lebensmittelsicherheit weichen wir keinen Schritt ab."
Beim Austausch von biologischen Produkten und dem Transfer von Know-how in die USA verliefen die Gespräche indes positiv. Bei der Organic Trade Association, einer Vertretung von Biobauern und Bio-Produzenten, war man am enormen Wissen Österreichs in Sachen nachhaltiger und biologischer Landwirtschaft sehr interessiert. "Der USA-Bio-Markt ist zwar klein, wächst aber beträchtlich", so Monique Marez.

Schreckensgespenst Fracking
Im Rahmen der Klimakonferenz in New York traf sich der Landwirtschafts- und Umweltminister auch mit neun Vertreterinnen und Vertretern von Organisationen, die über die Gefahren des Schiefergasabbaus in den USA aufklärten. Das Ausmaß an Umweltzerstörung und Wasserverschmutzung, das die Aktivisten schilderten, ist gewaltig.
Minister Andrä Rupprechter war sichtlich von der Geschichte einer älteren Dame berührt, die ihr Stück Land einfach zurücklassen musste, weil neben ihrem Grund eine Fracking-Station gebaut wurde. "Am Ende blieb uns nichts mehr", schilderte die kämpferische Dame ihren Leidensweg.
"Die Industrie zweigt enorme Wassermassen der Allgemeinheit für die Förderung von Schiefergas ab, verseucht es mit Chemikalien und pumpt es wieder in die Flüsse zurück", erklärte Ash Lauth, Anti-Fracking-Aktivistin aus Kalifornien. Der US-Bundesstaat leidet, seitdem dort massiv Fracking betrieben wird, an extremer Dürre und Wasserknappheit. Bezahlen tun dies die Bürger: Sie müssen für jeden Liter Wasser nun tiefer in die Tasche greifen.

In New York traf sich Minister Andrä Rupprechter (3.v.r.) mit neun Anti-Fracking-Aktivisten: "Enorme Verschmutzung."
Kleine Tomaten im Big Apple: Rupprechter am Dach eines Solar-Wolkenkratzers.

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