Importe notwendig
Engpass bei österreichischen Eiern – jetzt auch bei Hofer leere Regale
- Keine Eier bei Hofer! Der Eier-Engpass dehnt sich aus.
- Foto: Johannes Reiterits/MeinBezirk
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Wer derzeit im Supermarkt nach Eiern sucht, steht oft vor leeren Regalen. Bereits seit Jänner kommt es zu einem Engpass. Die Lage verschärft sich offenbar, jetzt kämpft die nächste Marktkette mit fehlenden Eiern. Mittlerweile wird aus Nachbarländern importiert.
Aktualisiert am 25. Februar, 12.24 Uhr
ÖSTERREICH. "Ich wollt, ich wär' ein Huhn. Ich hätt' nicht viel zu tun. Ich legte vormittags ein Ei Und abends wär' ich frei": Diese bekannten Liedzeilen scheinen heutzutage wohl nicht mehr so zu stimmen. Denn die Vogelgrippe greift in Europa um sich, und auch die Legehühner sind davon betroffen.
Das führt auch in Österreichs Supermarktregalen zu einem außergewöhnlichen Bild. Bereits kurz nach dem Jahreswechsel waren Eier rar im Handel. Bei Billa und bei Spar fanden Kundinnen und Kunden nur wenig Sortiment. Dafür Schilder mit Entschuldigungen, in denen von "Herausforderungen in der landwirtschaftlichen Produktion" die Rede ist. Mehr dazu unten.
Gegenüber MeinBezirk beruhigte Spar damals: Die enorme Nachfrage über die Feiertage habe damals für "vereinzelte Lücken" gesorgt. Man habe ausreichend Lieferketten, die Situation solle sich schnell beruhigen.
Bei Rewe, der Dachmarke hinter Billa, Billa Plus & Co., hieß es damals, man könnte "die Nachfrage gut decken" – obwohl Schilder in Märkten was anderes sagten. Wie auch immer – rund zwei Monate später gibt es scheinbar noch immer einen Eier-Notstand.
Auch Hofer ohne Eier
Mittlerweile dürfte sich das Eier-Debakel sogar ausgedehnt haben. Jetzt sieht man auch bei der Kette Hofer leere Aufsteller und Regale. Ein Lokalaugenschein von MeinBezirk am frühen Dienstagnachmittag in Wien zeigt dies.
- Sowohl die gewöhnlichen "Eier aus Freilandhaltung" als auch die "BIO-Ostereier" sucht man bei Hofer derzeit oft vergeblich.
- Foto: Johannes Reiterits/MeinBezirk
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Gegenüber MeinBezirk spricht man jedoch nicht von der Vogelgrippe als Auslöser. "Wir können über alle Haltungsformen hinweg beobachten, dass aktuell und bis Ostern die Nachfrage nach Eiern stark ansteigt", heißt es von der zuständigen PR-Agentur im Namen für Hofer.
Bei Frischeiern setze man ausschließlich auf Österreich, anders bei weiterverarbeiteter Ware: "Temporäre Engpässe gerade vor Ostern können in Ausnahmefällen nicht ausgeschlossen werden. Um jedoch der erhöhten Nachfrage unserer Kundinnen und Kunden nach gekochten und bunt gefärbten Eiern in der Osterzeit gerecht zu werden, beziehen wir vorübergehend auch Ostereier aus anderen EU-Ländern." Warum es keine rohen österreichischen Frischeier mehr gibt, bleibt im Statement völlig offen.
Spar setzt auf bayrische Hühner
Ausführlicher scheint die Handelskette Spar zu kommunizieren. Diese erklärte schon im Jänner, dass die Vogelgrippe in den Nachbarstaaten grassiert. Dadurch mussten viele ausländische Legehühner gekeult werden und es kam zu Ausfällen bei der Eier-Produktion. Die ausländischen Abnehmer entschieden sich laut Spar damals, am österreichischen Markt zuzukaufen – was wiederum bei uns zum Engpass führte.
Mittlerweile sorgen jedoch auch heimische Großabnehmer abseits der Einzelkunden für einen Engpass: "Es spielen mehrere Faktoren zusammen. Einer davon ist, dass die Gastronomie normalerweise Eier aus dem Ausland kauft. Durch die Vogelgrippe sind diese Eier nun aber teurer geworden und so kaufen viele Gastronomen ihre Eier im Lebensmittelhandel."
- Wenn Ostern vor der Tür steht, steigt die Nachfrage nach Eiern. (Symbolfoto)
- Foto: martina_unbehauen/Smarterpix
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Bei Spar reagiert man jetzt ebenso wie bei Hofer mit Importen. Man setzt auf Hühner mit deutschem Reisepass: "Wir haben reagiert und angefangen, im Osten von Österreich auch Eier aus Bayern anzubieten, dadurch hat sich die Situation verbessert." Und man stellt klar: "Für Ostern sind genügend Eier vorhanden."
Rewe beruhigt
Beim Rewe-Konzern (Billa und Billa Plus) beruhigt man gegenüber MeinBezirk ebenso. Hier gäbe es keinerlei Engpässe: "Wir arbeiten eng mit der österreichischen Landwirtschaft zusammen – ob bei Bio-, Freiland- oder Bodenhaltungseiern. Trotz international angespannter Lage gelingt es uns gut, über alle Kategorien hinweg in unseren Märkten ein gutes Angebot zu haben."
Man setze "konsequent auf Frischeier aus Österreich und gibt damit ein klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft ab." In der Osterzeit würde die Nachfrage an Eiern um 50 Prozent steigen. Man trage trotzdem dafür Sorge, dass man ausreichend Produkte hat.
Insgesamt würde alleine Billa rund 13 Prozent der heimischen Eier abnehmen und so für eine Wertschöpfung von 55 Millionen Euro in der Landwirtschaft sorgen.
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