Fachkräftemangel
Neun von zehn Unternehmen finden kaum geeignete Mitarbeiter
- Passendes Personal bleibt Mangelware: Viele Betriebe nennen die Diskrepanz zwischen den gesuchten Qualifikationen und den verfügbaren Arbeitskräften als Hauptproblem. (Symbolbild)
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Der Fachkräftemangel bleibt für viele Betriebe in Österreich eine der größten Herausforderungen. Laut einer aktuellen Umfrage haben 88 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, offene Stellen mit geeignetem Personal zu besetzen.
ÖSTERREICH. Die angespannte wirtschaftliche Lage wirkt sich weiterhin deutlich auf den österreichischen Arbeitsmarkt aus. Das zeigt der aktuelle Austrian Business Check des KSV1870.
Demnach fällt es 88 Prozent der befragten Unternehmen unverändert schwer oder sogar schwerer als im Vorjahr, passende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Als Hauptursache nennen viele Betriebe die Diskrepanz zwischen den gesuchten Qualifikationen und den verfügbaren Arbeitskräften.
Ein Bundesland & zwei Branchen besonders betroffen
"Der Fachkräftemangel beschäftigt Österreichs Unternehmen weiterhin massiv. Noch stärker wirken derzeit nur das hohe Kostenniveau und die schwache Nachfrage in Form einer verhaltenen Auftragslage und deutlichen Konsumzurückhaltung", erklärt Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG.
Besonders schwierig gestaltet sich die Personalsuche laut Umfrage in Vorarlberg sowie im Gesundheits- und Sozialwesen und im Baugewerbe. Neben fehlenden Fachkräften werden vor allem Defizite bei Qualifikation und Ausbildung sowie eine sinkende Arbeitsmoral als Gründe genannt.
Firmen halten an Belegschaft fest
Die Mehrheit der Unternehmen plant derzeit keine personellen Veränderungen. So wollen 57 Prozent ihre Belegschaft konstant halten. Zwölf Prozent rechnen mit einem Stellenabbau, lediglich 13 Prozent planen zusätzliche Einstellungen. Vor allem in Wien denken mit 16 Prozent überdurchschnittlich viele Betriebe über eine Reduktion ihres Personalstands nach. Auch in der Gastronomie und Beherbergung plant fast jedes fünfte Unternehmen einen Stellenabbau.
- Die Mehrheit der befragten Unternehmen plant derzeit keine personellen Veränderungen. So wollen 57 Prozent ihre Belegschaft konstant halten. Zwölf Prozent rechnen mit einem Stellenabbau, lediglich 13 Prozent planen zusätzliche Einstellungen. (Symbolbild)
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"Der Mangel an Arbeitskräften ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern vielmehr ein strukturelles Problem, das auch dem demografischen Wandel geschuldet ist. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die Arbeit suchen, jedoch fehlen häufig die notwendigen Qualifikationen. Diese Diskrepanz bremst Betriebe, erschwert ihre Entwicklung und kostet Wachstumspotenziale", so Vybiral.
Freie Stellen immer weniger nachbesetzt
Zugleich werden freie Stellen immer häufiger gar nicht oder nur teilweise nachbesetzt. Laut der Erhebung verzichten inzwischen 74 Prozent der Unternehmen auf eine vollständige Nachbesetzung – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig ist das im Verlags- und Medienwesen, in der IT-Branche sowie in der Gastronomie der Fall.
Für die Erhebung befragte der KSV1870 gemeinsam mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent im März 2025 rund 1.100 Unternehmen in ganz Österreich zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation.
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