"Blickpunkt Gemeindeamt" in der einst kleinsten Gemeinde Steiermarks

Links die Feuerwehr, rechts die Festhalle: Von außen blieb beim ehemaligen Gemeindeamt Stallhof noch alles beim Alten.
  • Links die Feuerwehr, rechts die Festhalle: Von außen blieb beim ehemaligen Gemeindeamt Stallhof noch alles beim Alten.
  • hochgeladen von Simon Michl


Mitten im kleinen Ort Stallhof liegt ein blau-graues Haus, das einst als Gemeindeamt diente. Es lag in der ehemaligen Gemeinde eigentlich perfekt: Davor das Feuerwehrhaus, dahinter ein Fußballplatz inklusive Festhalle und Kindergarten - die perfekte, fast kitschige Idylle einer österreichischen Kleingemeinde. Mit 1,06 Quadratkilometern war Stallhof auch einmal die flächenmäßig kleinste Gemeinde der Steiermark. Vor der Gemeindezusammenlegung 2015 zählte der Ort 535 Einwohner. Keine andere damalige Gemeinde im Bezirk lag derart niedrig und hatte weniger Einwohner, nur die „Bergdörfer“ aus Deutschlandsberg, Eibiswald, Schwanberg und St. Stefan waren noch kleiner. Heute ist das nur mehr Geschichte, das ehemalige Gemeindeamt gibt es aber nach wie vor. Auch mit der alten Aufschrift und dem Wappen.

Bürgerservice in Stallhof

Seit 55 Jahren steht das Gebäude zwischen Feuerwehr und Festhalle. Im Jahr 2000 wurde das Haus energetisch saniert und um eine Wohnung erweitert. Die Wohnungen im ersten und zweiten Stock des Gebäudes sind weiterhin vermietet, im Erdgeschoss befand sich bis zum Zusammenschluss mit Stainz die Heimat der Gemeindeverwaltung. Die Mitarbeiter aus Stallhof arbeiten mittlerweile alle in der neuen Großgemeinde. Die Zusammenarbeit begann schon Ende 2014, als man die Buchhaltung und Kassen aller Gemeinden zusammenführte. Eine Mitarbeiterin blieb nach der Fusion am 1. Jänner 2015 noch vier Monate im ehemaligen Gemeindeamt, das als Bürgerservicestelle genutzt wurde.

Nachhilfe und Training

Mittlerweile ist dort Lisa Wiedner zuhause. Die Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin machte sich vor gut zwei Jahren nach Kindergarten und Fernstudium selbstständig. Für ihren Unterricht suchte sie kleine Räumlichkeiten in der näheren Umgebung. „Da bin ich spontan auf ds ehemaligen Gemeindeamt gekommen, weil das nach der Fusion ja nicht mehr gebraucht wurde“, erzählt Wiedner. Seit Dezember 2015, ein gutes halbes Jahr nach der Schließung der Bürgerservicestelle zog Wiedner im alten Gemeindeamt ein. Sie wohnt nur wenige hundert Meter entfernt und gibt jeden Nachmittag mehrere Stunden Nachhilfe mit einzelnen Schülern. Außerdem hilft sie dort Kindern, die mit Legasthenie oder Dyskalkulie zu kämpfen haben, also eine Lese- und Rechtschreib- oder Rechenschwäche haben.

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