Mit Hochinfektions-Szenario geübt
Notfallübung am Graz Airport brachte neue Erkenntnisse
- Am Flughafen Graz wurde eine Großübung abgehalten.
- Foto: Graz Airport
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Rund 200 Teilnehmende von Einsatzorganisationen und Behörden übten am Freitag im Rahmen der Großübung Alpha 10 am Graz Airport ein außergewöhnliches Einsatzszenario mit zwei potenziell hochinfektiösen Patienten.
FELDKIRCHEN BEI GRAZ. Alle zwei Jahre werden auf internationalen Flughäfen umfassende Einsatzübungen durchgeführt, um die Notfallplanung zu überprüfen. Meist geht es dabei um komplexe Flugzeugunfälle. Die Verantwortlichen am Graz Airport und ihre Partner widmen diese Übungen aber auch anderen potenziellen Gefahren, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und so schließlich für eine Vielzahl unterschiedlicher Ereignisse vorbereitet zu sein.
- Der Abtransport der Patienten erfolgte in dafür spezialisierten Hochinfektionstransporteinheiten des Roten Kreuzes.
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Hochinfektiöse Patienten
Spektakulär wie die Übung selbst war auch ihr Drehbuch: Ein Forscherteam aus Wien erforscht in Zentralafrika eine neue Impfmethode gegen Ebola. Aufgrund eines Ausbruchs der Krankheit vor Ort wird das Team schließlich per Flugzeug zurück nach Wien evakuiert. Da sich der gesundheitliche Zustand zweier Personen während des Fluges akut verschlechtert, wird das Luftfahrzeug nach Graz umgeleitet, um die betroffenen Personen so rasch wie möglich medizinisch zu versorgen. Unmittelbar nach der Landung erfolgte die Betreuung durch die Einsatzkräfte vor Ort. Gleichzeitig wurde je ein Hochinfektionstransportteam (HIT) des Roten Kreuzes in der Steiermark und eines aus Kärnten alarmiert, um den sicheren Weitertransport der beiden potenziell hochinfektiösen Patienten unter höchsten Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
- Das Rote Kreuz war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.
- Foto: RK/Hausegger
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Zusammenspiel der Einsatzkräfte
"Übungen dieser Art dienen dazu, das Zusammenwirken der verschiedenen Einsatzorganisationen untereinander, aber auch mit den zuständigen Behörden und dem Flughafen zu üben. Es ist daher wichtig und sinnvoll, die unterschiedlichsten Gefahrenlagen zu beüben, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein", erklärte Graz-Umgebungs Bezirkshauptmann Andreas Weitlaner. "Sicherheit entsteht nicht erst im Ernstfall, sondern durch Vorbereitung, Training und Vertrauen", bestätigt Antonio Cuomo, Pilot und Head of Sales von Avantiair. Die deutsche Airline hat durch die Bereitstellung eines Flugzeugs für ein besonders realitätsnahes Übungsumfeld gesorgt.
- Das Hochinfektionstransportteam des Roten Kreuzes ist eine speziell ausgebildete Einheit für den sicheren Transport von Patienten mit Verdacht auf hochinfektiöse Erkrankungen.
- Foto: RK/Hausegger
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Übungsszenario als Premiere
"Das Rote Kreuz ist da, um zu helfen – im Alltag genauso wie in außergewöhnlichen Situationen. Damit Menschen sich im Ernstfall auf schnelle und koordinierte Hilfe verlassen können, braucht es regelmäßiges gemeinsames Üben unter möglichst realistischen Bedingungen. Genau das leisten Großübungen wie diese", betont Valentin Krause vom Roten Kreuz. „Wir haben für einen derartigen Notfall einen eigenen Alarmplan, der mit den verantwortlichen Behörden abgestimmt wurde“, erklärt Jürgen Löschnig, Geschäftsführer Graz Airport. „So ein Szenario unterscheidet sich aber vor allem in Hinblick auf Verantwortlichkeiten bzw. auf das Zusammenspiel der verschiedenen Behörden und Einsatzorganisationen grundlegend von den meisten anderen Notfallszenarien. Daher hat es uns schon länger unter den Fingernägeln gebrannt, eine Übung zu diesem Thema durchzuführen.“
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