Babybäuche als Best-practice-Beispiele

Ein Viertel der Belegschaft ist schwanger: Da der Babyboom ausgebrochen ist, wird nun nach neuen Mitarbeitern gesucht.
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  • Foto: femSense
  • hochgeladen von Andrea Sittinger

Das Grazer Kinderwunsch-Unternehmen "SteadySense" macht seine Firmenphilosophie zum Programm: Mithilfe des eigenen Kinderwunsch-Patches femSense, das seit März auf dem Markt ist, stehen jetzt gleich mehrere Karenzzeiten an. Rund 20 Prozent der Belegschaft werden Anfang des kommenden Jahres Eltern. Es ist nicht unüblich, dass Klein- und Mittelunternehmen mit dem Ausfall von weiblichen Fachkräften durch Schwangerschaften kämpfen. Aber wie geht ein Unternehmen damit um, in dem sich alles um den Kinderwunsch dreht? „Natürlich sehe ich es mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, schmunzelt Gründer und Geschäftsführer Werner Koele, „aber es erfüllt mich mit großem Stolz, dass meine Mitarbeiter selbst auf unser Produkt vertrauen."

Fruchtbare „Produkt-Tests“

Das femSense Kinderwunsch-System besteht aus einem Temperaturmesspatch und einer App. Der Patch wird für ein paar Tage im Zyklus unter dem Arm getragen und misst dort kontinuierlich die Körpertemperatur. Einmal täglich wird er mittels Smartphone-App ausgelesen, die App zeigt der Nutzerin die fruchtbarsten Tage an und erkennt mit einer Zuverlässigkeit von über 93 Prozent den Eisprung. Eine Methode, die von den femSense-Mitarbeitern laufend freiwillig getestet, und – wie man sieht – auch privat erfolgreich genutzt wird.
Aber wie sagt man seinem Chef, dass man mit dem eigenen Produkt schwanger geworden ist? Software-Entwicklerin Marie meint: „Jeder Tag dreht sich bei uns um Eisprünge, Basaltemperaturkurven und Schwanger-Werden. Auch untereinander, zwischen uns Mitarbeitern und den Chefs gibt es da keine Tabuthemen,“ so die im 5. Monat schwangere Entwicklerin. „Im Gegenteil, als ich dann verkündet habe, dass ich mit femSense schwanger geworden bin, haben sich alle sofort unglaublich mit mir gefreut!“

Tagesbetreuung als nächster Schritt?

Jetzt startet jedenfalls die Suche nach Mitarbeiter-„Nachwuchs“, also Karenzvertretungen. Gesucht werden Mitarbeiter für die Algorithmus,- Test- und Backend-Software Entwicklung. Ein etwaiger Kinderwunsch sei hierbei nach wie vor kein Entscheidungskriterium, so Werner Koele. Über die Hälfte des Entwicklungsteams sind Frauen unter 30 – ungewöhnlich für die Medizintechnik, aber wichtig für das Produkt, wie er weiß. Und: „Wer weiß, vielleicht machen wir in Zukunft sogar eine Tagesbetreuungsstätte neben unserem Office auf..?“ Während anderswo schwangere Frauen und Mütter im Beruf benachteiligt werden – bei femSense wird jedes Baby gefeiert.

Ein Viertel der Belegschaft ist schwanger: Da der Babyboom ausgebrochen ist, wird nun nach neuen Mitarbeitern gesucht.
Freut sich wahrscheinlich etwas mehr über den Nachwuchs unter der Belegschaft als andere Chefs: Werner Koele, der "femSense" im März auf den Markt gebracht hat.

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