Umweltbehörde im Visier
Steirische Spitzenbeamte verhöhnen Bürger und Umweltorganisationen

Aus dem Skandalvideo der Umweltabteilung: Die Schmählieder über besorgte Bürger waren offenbar in der Abteilung gut vorbereitet worden.
  • Aus dem Skandalvideo der Umweltabteilung: Die Schmählieder über besorgte Bürger waren offenbar in der Abteilung gut vorbereitet worden.
  • Foto: Quelle: Steirerkrone
  • hochgeladen von Roland Reischl

Videos (Quelle: Krone) aufgetaucht: Bei einer offenbar feucht-fröhlichen Weihnachtsfeier gibt Abteilungsleiterin Lieder zum Besten, in denen sie sich über besorgte Menschen und Umweltorganisationen lustig macht.

Der Skandal der steirischen Umweltabteilung zieht immer weitere Kreise: Bekanntlich steht ja der Vorwurf im Raum, dass bei Umweltverträglichkeitsprüfungen eng mit den Projektwerbern zusammengearbeitet wurde und dass immer wieder strittige Projekte gegen Proteste von Betroffenen "durchgewunken" wurden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Mit Spott-Videos Bürger verhöhnt

Jetzt hat die Causa aber noch eine neue, höchst skurille Komponente bekommen. Diese ist zwar rechtlich wenig relevant, moralisch aber wohl höchst bedenklich: Wie die "Steirerkrone" berichtet, sind Videos von einer Weihnachtsfeier der Abteilung aufgetaucht. In diesem Video trällert die Abteilungsleiterin fröhlich Schlager, von einem Mitarbeiter auf der Gitarre begleitet – und macht sich über besorgte Bürger und Umweltorganisationen lustig. So wurden etwa jene Menschen "bedacht", die im Frohnleitner Ortsteil Schrems wohnen. Dort bestand der Verdacht, dass Schwermetall im Boden vorhanden ist und die Lebensmittel verseucht sein könnten. Zur Melodie des Udo-Jürgens-Hits "Aber bitte mit Sahne" heißt es in der Umweltabteilung:

"Als Top-Mahlzeit steht Gemüse ganz oben, aus dem eigenen Garten
ausgehoben. Kartoffel und Gemüse allerlei – aber bitte mit Blei."

Und zur Melodie von "Sierra Madre" lässt man wissen, was man von Bürgern hält:

"Bei der Verhandlung g'heats dazua,
als Verhandlungsleiter host in Zukunft ka Ruah
Da werden's plärren und quatschen zum Schutz der Natur,
do hot man in der Verwaltung langsam wirklich gnua ..."

Auf die Reaktionen der Landespolitik darf man gespannt sein, man darf aber davon ausgehen, dass es schwerere dienstrechtliche Konsequenzen geben wird. Als erste Partei haben jetzt die Grünen den Rücktritt der Abteilungsleiterin gefordert: " „In diesem Zustand ist die Behörde nicht arbeitsfähig und ernstzunehmen. Wer an der Spitze einer der wichtigsten Abteilungen des Landes derart ohne Anstand und Verantwortung agiert, ist nicht mehr tragbar“, so der grüne Kontrollsprecher Lambert Schönleitner.

Landesrätin Lackner leitet Suspendierung ein

Auch die zuständige Umweltlandesrätin Ursula Lackner hat bereits reagiert. In einer ersten Stellungnahme lässt sie wissen: Landesrätin Lackner erklärt: „Ich habe dieses Video heute früh gesehen und unverzüglich Kontakt mit der Personalabteilung aufgenommen, um die Suspendierung der Abteilungsleiterin zu fordern. Die Suspendierung kann nur der Dienstgeber, also das Amt der Steiermärkischen Landesregierung veranlassen, nicht ich als Regierungsmitglied." Die Personalabteilung ist mittlerweile dem Wunsch der Landesrätin nachgekommen, die Leiterin der Abteilung 13 wurde vorläufig suspendiert.

Lackner abschließend: "Ich bitte um Entschuldigung, für das Bild, das dieses Video von der Abteilung erzeugt. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten dort mit großem Einsatz für die Steirerinnen und Steirer, für eine bessere Steiermark. Daher schmerzen derartige Grenzüberschreitungen einzelner noch mehr."

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