Gewalt gegen Frauen
"Wegschauen ist keine Option"

Gewalt beginnt oft im Verborgenen: Frauenberatungsstellen geben Unterstützung
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  • Gewalt beginnt oft im Verborgenen: Frauenberatungsstellen geben Unterstützung
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Eine Trennung ohne Hilfe ist für Frauen in Gewaltbeziehungen oft unmöglich. Beratungen können unterstützen.

Bereits 33 Frauenmorde gab es dieses Jahr in Österreich, gerade die Zeit der Trennung ist für Frauen eine gefährliche. Aus Angst vor einer Eskalation oder auch aus Scham trennen sich viele Frauen jedoch nicht, erzählt Petra Leschanz, Rechtsberaterin beim Frauenservice Graz: „Der Vorteil bei unserer Einrichtung ist, dass wir nicht nur Gewaltopfer unterstützen, sondern beispielsweise auch Bücher verleihen. Man weiß also von außen nie, warum diese Frau gerade zu uns kommt.“ Die Beratung beim Frauenservice ist anonym und kostenlos.

Frauen behalten Kontrolle

„Das Konzept der Frauenberatung geht vom Wiedererlangen der eigenen Handlungsfähigkeit aus“, betont Leschanz und führt aus: „Wir besprechen die Möglichkeiten mit den Klientinnen und unterstützen sie dabei. Die Kontrolle, wie es weitergeht, bleibt aber bei der Klientin.“ Gerade Frauen, die kein Netzwerk oder Geld zum Ausziehen haben und in einem schwierigen rechtlichen Setting, beispielsweise wegen Obsorgestreitigkeiten, sind, brauchen oft Unterstützung (siehe Liste).

Petra Leschanz ist Juristin und Rechtsberatin beim Frauenservice Graz.
  • Petra Leschanz ist Juristin und Rechtsberatin beim Frauenservice Graz.
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Existenz sichern

Manche Gewaltopfer können aus finanziellen Gründen nicht aus der Beziehung. „Wenn ein Mann weggewiesen wird oder eine einstweilige Verfügung erwirkt wird, stehen Frauen oft vor dem Problem, wie die Miete bezahlt werden soll“, kritisiert Leschanz. Das liege oft auch daran, dass die Frau vielleicht gar keine eigene Einkommensquelle haben durfte. Nicht wegschauen
Die Expertin appelliert zudem, dass das soziale Umfeld nicht wegschauen soll. „Wenn jemand etwas beobachtet, unbedingt ansprechen“, betont Leschanz. Dazu könne man der Betroffenen sagen, dass sie sich nicht schämen brauche, nicht Schuld sei und Unterstützung in Anspruch nehmen könne. „Auch Freundinnen oder Verwandte von Betroffenen können sich an uns wenden“, so die Expertin. Oft seien es auch Bekannte oder Familienmitglieder, die ein Gewaltopfer zu Beratung bringen. „Männer bekommen übrigens Unterstützung bei der Männerberatung“, sagt Leschanz.

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