Mobilität
Dem Wasserstoffbus in Graz könnte bald das Gas ausgehen
- Seit 2023 fährt im öffentlichen Personen-Nahverkehr ein Wasserstoff-Brennstoffzellenbus durch Graz. Eine Begleitforschung evaluiert den Einsatz für rund ein Jahr.
- Foto: Holding Graz
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In Liebenau soll eine Wasserstoff-Tankstelle schließen. SPÖ-Gemeinderat Manuel Lenartitsch sieht deshalb Klärungsbedarf bei dem Wasserstoff-Bus der Holding, der durch die Schließung betroffen sein könnte.
GRAZ. Seit März 2023 fährt testweise ein Wasserstoff-Bus durch Graz. Solche Busse könnten die CO₂-Emissionen verringern. Betankt wurden dieser bisher bei einer entsprechenden Tankstelle im Bezirk Liebenau. Diese soll, laut SPÖ-Gemeinderat Manuel Lenartitsch, aber bald geschlossen werden, wodurch die "umweltfreundlichen" Busse bald im trocken sitzen könnten.
Teuer und selten
Wasserstoffautos mit Brennstoffzelle gelten als eine saubere Alternative zum Verbrennermotor. Derzeit muss Wasserstoff unter relativ hohem Energieaufwand aus Wassermolekülen hergestellt werden. Laut dem Magazin "Autoservice" gab es in ganz Österreich im April dieses Jahres fünf öffentliche Tankstellen für Wasserstoff-Betankungen. Eine dieser letzten Tankstellen befindet sich in Liebenau. Diese soll bald stillgelegt werden.
- Die wesentlichen Vorteil des Wasserstoff-Brennstoffzellenbusses im Vergleich zum batterieelekrtischen Bus: höhere Reichweite, weniger Gewicht und kurze Betankungsdauer.
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Dementsprechend sieht man seitens der SPÖ Redebedarf: Wo kann der Testbus der Holding Graz in Zukunft betankt werden? Läuft der Testbetrieb damit aus? Gibt es nicht kommerzielle Anbieter in öffentlicher oder halböffentlicher Hand zur Wasserstoff-Betankung? Welche Strategien verfolgen Land oder Bund, was den Energieträger Wasserstoff und dessen weitere Entwicklung betrifft?
In der Gemeinderatssitzung will Gemeinderat Manuel Lenartitsch (SPÖ) dementsprechend an Bürgermeisterin Elke Kahr eine Anfrage stellen. Man möchte wissen, wie die bisherigen Erfahrungen mit den Wasserstoff-Autobussen waren und wie man den Betrieb trotz der Schließung der Tankstelle fortsetzen will. Auch zur Förderung von Forschung und Entwicklung von Wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen werden Fragen gestellt.
- Manuel Lenartitsch fordert Antworten rund um die Wasserstoff-Mobilitätszukunft in Graz.
- Foto: SPÖ Graz
- hochgeladen von Marion Zelzer
"Wir müssen jetzt so rasch wie möglich mit möglichen Kooperationspartnern in Kontakt treten. Es gibt technische Lösungen, die müssen aber abgestimmt werden und brauchen Vorlaufzeit für den Umbau. Im Sommer wird laut Berichtserstattung die Tankstelle geschlossen. Wir haben also nicht mehr viel Zeit", so Lenartitsch.
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