Schloßbergbahn-Pitch
Schwentner will bessere Öffi-Infrastruktur und mehr Grün für Graz
Die Grazer Gemeinderatswahl wird am 28. Juni geschlagen: Im Vorfeld bittet MeinBezirk die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten zum Schloßbergbahn-Pitch. Dort haben sie knapp drei Minuten Zeit, um ihre Ideen und Konzepte für ein besseres Graz zu präsentieren. Judith Schwentner von den Grünen stellt ihre Visionen vor, wie Graz noch grüner wird.
- MeinBezirk: Ist Graz sicher?
Judith Schwentner: Ja, grundsätzlich ist Graz eine sehr sichere Stadt. Es ist immer die Frage: Wo beginnt Sicherheit? Für mich beginnt sie im Alltag, wie wir uns durch die Stadt bewegen, wie gut wir uns dabei fühlen. Und das ist für die Kleinen wie für die Großen und älteren Menschen relevant.
- Wie bewegen sich Grazerinnen und Grazer 2040? Wie sieht Graz 2040 aus?
Das ist offen für alle Verkehrsarten. Wir bewegen uns gerne zu Fuß. Wir sind ja zu Fuß Gehende, das ist sozusagen die erste Bewegung, die wir lernen. Das heißt, Kinder sollen sich sicher fühlen, wenn sie zu Fuß durch die Stadt gehen oder auf dem Weg in die Schule sind. Die Öffis sind 2040 wesentlich ausgebaut, sie gehen viel breiter in alle Bezirke und sind viel besser getaktet. Auch die Nightline gibt es bis dorthin. Die Leute, die mit dem Rad unterwegs sind, haben sichere Radwege, und die, die aufs Auto angewiesen sind, sind mit dem Auto unterwegs. Also, die Stadt ist in Bewegung - mit allen Verkehrsarten, weil wir bewegende Menschen sind.
- Wie kann man den Wirtschaftsstandort Graz attraktivieren?
Indem man auf die Lebensqualität achtet, auf die Infrastruktur, also auf den Ausbau der Öffis, den Ausbau der Plätze, der gesamten Stadt, auf die Lebensqualität schaut und natürlich auch auf unsere exzellenten Forschungseinrichtungen. Und das alles zusammen macht einen Mix, wo Leute gerne bleiben, Menschen, die in Betrieben arbeiten und wo sich Betriebe ansiedeln.
- Wo muss Graz sparen und wo darf Graz nicht sparen?
Graz darf nicht bei Kindern sparen, nicht in der Infrastruktur, in all dem, was die Zukunft einer Stadt ausmacht. Auch nicht am Grünraum, an Bäumen. Also, in jeder Hinsicht dort, wo es für unsere Lebensqualität und für die Zukunft wichtig ist, dürfen wir nicht sparen. Überall, wo wir sparen können, wo es um Prestigeprojekte, die man nicht braucht, geht, dort müssen wir sparen.
- Mit Blick auf Graz werden Ideen für die Zukunft präsentiert.
- Foto: MeinBezirk/Martin Koinegg
- hochgeladen von Martina Maros-Goller
- Stichwörter Familie, Bildung, Soziales und Wohnen: Was muss hier passieren?
Wir brauchen Kindergartenplätze. Es beginnt bei den Kleinen, die müssen sich wohlfühlen. Wir sind eine Stadt, die stark gewachsen ist. Die Schulen müssen gegeben sein, damit es ein Ort ist, wo sich Kinder gut fühlen. Wir brauchen Pflegeheime, wo Menschen alt werden können. Wir brauchen aber auch dazwischen im Stadtgebiet überall Infrastruktur, wo man gerne und gut unterwegs ist, von der Sicherheit bis zum Schattenplatzerl auf der Bank unter einem Baum, eine Stadt, in der man sich wohlfühlt.
- Welcher Grazer Bezirk, falls es einen gibt, kommt Ihrer Meinung nach derzeit zu kurz?
Das sind sicher die Außenbezirke, wie zum Beispiel Ries oder auch Andritz. Am Andritzer Hauptplatz wird zwar in der nächsten Periode einiges passieren, aber man muss sicher in Zukunft besser auf die Außenbezirke schauen, damit auch dort die Lebensqualität gegeben ist, damit wir dort eine Stadt der kurzen Wege haben, wo man vor Ort einen Lebensmittelhändler findet, eine Apotheke, ein Bankerl, Schatten, einen Ort, wo man sich treffen kann, ein Café, die Schule, die Apotheke, den Kindergarten. Also, dass das alles in unmittelbarer Nähe ist, das ist wichtig für die Zukunft.
- Wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen würden, welches Projekt würden Sie dann sofort umsetzen?
Den Öffi-Ausbau forcieren, inklusive Nightlines, die Taktung, damit man flächendeckend schnell und gut unterwegs ist in Graz.
MEINBEZIRK-WORDRAP:
Meine größte Stärke und meine größte Schwäche ... Mutig Projekte umzusetzen und dranzubleiben. Und meine Schwäche manchmal: meine Ungeduld.
Mein Vorbild im Leben ... Menschen, die sich trauen, Dinge durchzuziehen. Und da gibt es ganz viele davon, vor allem Frauen, die mutig vorangehen, weil da gibt es noch nicht genug, vor allem die, die sozusagen sichtbar sind. Und da hat gar nicht unbedingt jemand einen Namen, sondern das sind einfach Menschen, die sich die geradlinig bei dem bleiben, was sie wollen, und das umsetzen.
Graz ist ... eine wunderschöne, lebenswerte Stadt. Das sehen wir, wenn wir da rauf und runterfahren von oben. Ich liebe es. Es ist meine Heimatstadt, und wir wollen, dass sie lebenswert und so bleibt beziehungsweise noch grüner wird, als es jetzt schon ist.
Die Grünen wählen, weil ... es starke Grüne braucht für die Gestaltung der Zukunft der Stadt, damit wir in 10, 15 Jahren auch noch gut leben können in dieser Stadt. Und deswegen braucht es uns am zweiten Platz. Und uns braucht es grün statt grau, damit die Stadt grün bleibt.
Judith Schwentner im Kurzportrait
Judith Schwenter wurde 1968 geboren, ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie studierte Slawistik und Deutsch an der Karl-Franzens-Universität in Graz und arbeitete unter anderem für die Caritas, wo sie das Straßenmagazin "Megaphon" leitete. Neun Jahre war sie Nationalratsabgeordnete, zwei Jahre Stadträtin und seit 2021 ist sie Vizebürgermeisterin.
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