Grazer Volleyball: Vom Hobbysport zu Meisterehren

Für erste große Volleyball-Glanzlichter aus Grazer Sicht sorgte der ATSE rund um Barara Tandl (l.) mit der Europacup-Quali Mitte der 90er-Jahre.
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  • Für erste große Volleyball-Glanzlichter aus Grazer Sicht sorgte der ATSE rund um Barara Tandl (l.) mit der Europacup-Quali Mitte der 90er-Jahre.
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Ein Beitrag von Harald Knoll und Walter Iber

Graz ist eine echte Volleyball-Hochburg geworden: Der Weg auf den Gipfel war aber ein weiter.

Der Triumph der UVC-Herren, die vor Kurzem als erstes Grazer Männerteam einen Bundesliga-Meistertitel im Volleyball holten und es damit den UVC-Damen (Titel 2018) erfolgreich gleichtaten, macht neugierig: Wie ist das, was jetzt als Sensation gilt, möglich geworden? Die Antwort: Durch jahrzehntelangen Aufbau und eine gezielte Förderung der Jugend.
Eigentlich ein klassischer Spätstarter, kam der Grazer Volleyballsport in den vergangenen 20 Jahren so richtig auf Touren. Es entstand eine Talenteschmiede, die gegenwärtig (und wohl auch zukünftig) sportliche Erfolge garantiert.

Schulsport als Grundlage

Die Sportart Volleyball fand relativ spät ihren Weg nach Graz. Vereinzelt wurde zwar schon in den 1950er- und 1960er-Jahren hobbymäßig gespielt, ernster wurde es aber erst zu Beginn der 1970er-Jahre, als Gründungen erster Volleyballsektionen in den traditionellen Vereinen um sich griffen.
Besonders in den Schulen erfreute sich der Sport bei Burschen und Mädchen großer Beliebtheit, der Schulsport bildete somit eine wichtige strukturelle Grundlage. 1972 wurde von steirischen Volleyball-Pionieren rund um Professor Helmut Marinic der Steirische Volleyballverband gegründet. Die erste steirische Meisterschaft entschied Union Graz für sich, gefolgt vom 1. Volleyballclub (VC) Graz. Ab 1972/73 wurde eine steirische Damenmeisterschaft gespielt, und von 1976 bis 1978 nahmen mit den Herren des ATG erstmals steirische Vertreter an der höchsten österreichischen Spielklasse teil.

Bild aus alten Tagen: Jochen Lanegger im Graz-Dress.
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Wegweisende Fusion

Konstante Erfolge brachte die verdienstvolle Aufbauarbeit damals in Graz noch nicht, auf sportliche Höhen folgten meist recht rasch auch wieder Tiefen. Kein Verein aus der Landeshauptstadt konnte sich dauerhaft in der Bundesliga etablieren. Als Hochburg galt vielmehr Gleisdorf.
Ein Highlight freilich: 1995 qualifizierte sich mit dem ATSE erstmals eine steirische Damenmannschaft für den Europacup. Die Konstanz hielt durch Professionalisierungsschritte ab den frühen 2000er-Jahren Einzug: 2002 fusionierten die damals stärksten Grazer Volleyballklubs ATSE und Wesser zum UVC Graz, der sich unter dem Dach der Union formierte.
Ein weiterer wesentlicher Schritt folgte 2004, als im Rahmen der HIB Liebenau auch eine Volleyball-Akademie ins Leben gerufen wurde: Jene Talenteschmiede war geboren, aus der nicht nur zahlreiche Leistungsträger und Kaderspieler des aktuellen Meisters stammen, sondern mittlerweile auch Teamspieler, Auslands- und Beachvolleyballprofis.

Meisterliche Infrastruktur

Den letzten großen Schub erhielt der umsichtig und bodenständig geführte UVC – bis auf zwei Legionäre sind alle Kaderspieler Amateure – durch eine wegweisende Infrastrukturinvestition: Nachdem die Heimspiele jahrelang in der Unionhalle, dann für kürzere Zeit auch am Areal der HIB-Liebenau ausgetragen wurden, konnte 2018 der Umzug in den neuen, hochmodernen Raiffeisen Sportpark in der Hüttenbrennergasse erfolgen – aus der Turnhalle in ein richtiges Stadion, das ein würdiges Ambiente für künftige Europacup-Auftritte bietet.

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