Serie zur Sportgeschichte
Rumpf-Eisstadion wird zum "Bunker"
- Im aktuellen Teil unserer Serie zur Grazer Sportgeschichte erzählen wir von der Entstehung des "Bunkers" in Liebenau.
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Der Bau der Liebenauer Eishalle, heute Heimstätte der Graz 99ers, war einst ein Meilenstein.
Von Thomas Krautzer
Eishockeyspieler schaufeln den Neuschnee von der Fläche oder sie versuchen, im Bodennebel den Puck mit dem Stock zu ertasten. Das sind keine Szenen aus einem Comic, sondern das war vor 60 Jahren die Realität des Grazer Eishockeys. Zu dieser Zeit wurde der Sport in der Landeshauptstadt durch zwei Vereine repräsentiert: den ATSE Graz (1946–1960 ATUS Eggenberg) und die GAK-Eishockeysektion, die 1953 (nach einem erstmaligen Spielbetrieb von 1926 bis 1935) erneut gegründet wurde.
Während der ATSE sorgfältig aufgespritzte Eisflächen vor der Karl-Morré-Schule mit handgefertigten Banden als „Stadion“ nutzte, betrieb der GAK eine ähnliche Installation vor der Jahn-Landesturnhalle. Blieb der Frost aus, fiel auch schon einmal eine Meisterschaftssaison ins Wasser, wie etwa 1950/51.
- "Der Bunker" vor 30 Jahren: Die legendäre Liebenauer Eishalle wurde 1967 fertig gestellt und ist ein Meilenstein der Grazer Sportgeschichte.
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Die Eishalle entsteht
Die Lösung für diese Probleme war die Investition in eine Eishalle, die alle Eishockey- und Kunsteislaufaktivitäten an einem Ort bündeln sollte. Das Architekturbüro Ilgerl-Peneff-Walch betreute ab 1961 das Großprojekt. Als erstes war die Standortwahl zu klären. Hier bot sich das Areal rund um das Sportzentrum Liebenau an, das bereits seit 1928 einschlägig genutzt wurde. Man begann zunächst bescheiden mit der Errichtung einer Kunsteisfläche, die noch nicht überdacht war und offene Tribünen hatte.
Dieses „Rumpf-Eisstadion“ eröffnete 1963 mit einem Spiel des ATSE Graz gegen die polnische Olympia-Auswahl, das mit 3:14 verloren wurde. Die nächsten vier Jahre mussten sich die Eishockeycracks, die Eiskunstläufer und die Bauarbeiter um ihre Einsatzzeit sozusagen raufen. 1967 wurde schließlich die gesamte Halle fertig gestellt.
- Eishalle einmal anders: In den 90ern wurde im "Bunker" auch Hallenfußball gespielt.
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"Der Bunker"
Erstmals in Österreich wurde dafür eine tragende Konstruktion mit Stahlseilen verwendet, die die typische geschwungene Form ermöglichte. Die Liebenauer Halle bekam bald einen martialischen Spitznamen verpasst: „der Bunker“. Interessanterweise diente die Eishalle nicht ausschließlich dem Eissport. Von 1976 bis 2004 wurde sie auch Schauplatz eines Fußball-Hallenturniers nach dem Vorbild des Wiener Stadthallenturniers. Diese Veranstaltung ging als „Bandenzauber“ in die Grazer Sportgeschichte ein. 2005 übersiedelte das Turnier in die neue Stadthalle, wurde 2009 aber endgültig aufgegeben.
- Die Eröffnungspartie nach der letzten Renovierung der Eishalle 2016.
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Die Halle wird erweitert
Baulich wurden am Ensemble des Liebenauer Eisstadions seit der Eröffnung drei größere Änderungen vorgenommen: 1980 wurde auf dem Freiplatz neben dem Stadion in eine zweite Kunsteisfläche investiert. 2020 riss man diese ab und stellte stattdessen eine zweite, nunmehr geschlossene Eishalle für den erweiterten Eissportbetrieb zur Verfügung.
Bereits sechs Jahre zuvor, 2014, wurde klar, dass die Anlage technisch und baulich den Anforderungen des modernen Spielbetriebs in der Bundesliga nicht mehr gewachsen war. Die Generalsanierung der unter Denkmalschutz stehenden Halle war schließlich 2017 abgeschlossen. Seither fasst die Halle 4.126 Besucher und ist auch technisch für die hohen Ansprüche von digitalen High-Definition-Übertragungen gerüstet.
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