Arbeitsmarktlage im März
Arbeitslosigkeit im Bezirk hat sich in nur zwei Wochen verdoppelt

Margarete Hartinger, Geschäftsstellenleiterin des AMS Hartberg-Fürstenfeld über die dramatischen Entwicklungen am heimischen Arbeitsmarkt durch COV19.
  • Margarete Hartinger, Geschäftsstellenleiterin des AMS Hartberg-Fürstenfeld über die dramatischen Entwicklungen am heimischen Arbeitsmarkt durch COV19.
  • hochgeladen von Veronika Teubl-Lafer

Insgesamt 2.566 Personen haben sich im März neu arbeitslos gemeldet. Das sind um 2.068 Personen mehr als im Vorjahr. Am stärksten betroffen ist der Tourismus und das Baugewerbe.

HARTBERG-FÜRSTENFELD. Noch vor wenigen Tagen, am 20. März verzeichnete das AMS 1.541 neue Arbeitslose im Bezirk. Innerhalb weniger Tage zeigte sich am Arbeitsmarkt in Hartberg-Fürstenfeld ein völlig verändertes Bild. In nur elf Tagen kamen 1.025 weitere neue Arbeitslose hinzu. Bedeutet, dass sich im März 2.566 Personen (1.342 Frauen, 1.224 Männer) neu als arbeitslos gemeldet haben. Das sind um 2.067 oder 414 Prozent mehr als im Vorjahr, resümiert AMS-Geschäftsstellenleiterin Margarete Hartinger. Insgesamt waren mit Ende März 4.716 Personen als arbeitslos beim Arbeitsmarktservice Hartberg und in der Zweigstelle Fürstenfeld gemeldet. Das ist eine Verdoppelung im Vorjahresvergleich, also ein Plus von 105,9 Prozent. Vom massiven Anstieg seien Männer und Frauen gleichermaßen betroffen, so Hartinger.

2.348 haben (Wieder)Einstellungszusage

Aktuell sind 2.198 Frauen (+1.122 oder 104,3 Prozent) und 2.518 Männer (+1.304 oder 107,4 Prozent) arbeitslos gemeldet. 2.348 Personen verfügen über eine (Wieder)Einstellzusage.
Den höchsten absoluten Anstieg gab es in den tendenziell eher dynamischen Branchen wie dem Tourismus (+508 Personen oder 206 Prozent) und dem Baugewerbe (+440 Personen oder 147 Prozent).

Betroffene bekommen bis spätestens 8. April Arbeitslosengeld

Da Beschäftigtendaten und Arbeitslosenquoten zeitverzögert veröffentlicht werden (Stand Feber 2020), bilden jene daher nicht die aktuelle Krisensituation am Arbeitsmarkt ab, erklärt Hartinger. Die Märzdaten stünden erst Ende April zur Verfügung.
"Absoluten Vorrang habe jetzt die Existenzsicherung der Betroffenen und die rasche Bearbeitung der Kurzarbeit", betont Hartinger, dass es gelungen sei alle alle Anträge auf Arbeitslosengeld, die im März vollständig beim AMS Hartberg-Fürstenfeld eingelangt sind, anzuweisen, sodass die Betroffenen spätestens am 8. April ihr Arbeitslosengeld überwiesen haben.

Massive Belastung für AMS-Mitarbeiter

Der Andrang auf die neue Covid-19-Kurzarbeit sei enorm. Das AMS habe Prozesse umgestellt und arbeiten mit Hochdruck an einer raschen Bearbeitung der Kurzarbeitsanträge für die Unternehmen, so Hartinger, die betont:"Als versorgungskritische Organisation übernehmen wir in dieser Krise eine zentrale Rolle für die Gesellschaft. Die Belastung für unsere Mitarbeiter in diesem Krisenmodus ist massiv. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank."

AMS Hartberg-Fürstenfeld: Kurzarbeit als neue Chance
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